VCÖ: Bodenversiegelung hat in der Steiermark stark zugenommen – Asphaltwüsten verursachen gefährliche Hitze-Staus

Bereits 401 Quadratkilometer der Steiermark sind durch Bau- und Verkehrsflächen versiegelt, das entspricht der mehr als dreifachen Fläche der Landeshauptstadt Graz, macht der VCÖ aufmerksam. Asphalt- und Betonwüsten verursachen gefährliche Hitze-Staus. Hitze ist eine große Gesundheitsgefahr. In Jahren mit Hitzewellen gibt es mehr Hitzetote als Verkehrstote. Ein umfassendes Entsiegelungsprogramm würde die Hitzebelastung linden, betont der VCÖ. In Städten und Gemeinden braucht es entlang der Straßen deutlich mehr Bäume und Grünflächen. Auch bei Pkw-Abstellplätzen sind Maßnahmen nötig.

Allein in den vergangenen fünf Jahren wurde in der Steiermark im Schnitt jeden Tag eine Fläche von 1,2 Hektar versiegelt, macht der VCÖ aufmerksam. Das entspricht der Fläche von zwei Fußballfeldern. Mit 401 Quadratkilometern ist die versiegelte Fläche in der Steiermark mehr als dreimal so groß wie Graz, verdeutlicht der VCÖ.

„Der Ausbau von Straßen und Pkw-Abstellplätzen verwandelt immer mehr Böden zu Asphaltwüsten und verursacht Hitze-Staus. Österreich braucht nicht nur Maßnahmen, um weitere Versiegelung zu verhindern, sondern auch ein umfassendes Entsiegelungsprogramm“, betont VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen. Denn Hitze ist eine extreme Gesundheitsgefahr. Die Hitze ist vor allem für Kleinkinder, chronisch Kranke und Personen mit Atemweg- und Herzkreislauferkrankungen gefährlich. In Jahren mit Hitzewellen wie heuer ist die Zahl der Hitzetoten höher als die Zahl der Verkehrstoten.

Derzeit gibt es in Städten und Gemeinden entlang von Straßen meist eine Kolonne von parkenden Autos, aber keine oder nur wenige Bäume. Die Autos heizen sich in der Sonne massiv auf, auch unter den Autos sammelt sich die Hitze, die in der Nacht an die Umgebung abgegeben wird. Die Abkühlung in den Straßen wird dadurch zusätzlich behindert. „Obwohl die Erderhitzung massiv zunimmt, schauen viele Straßen in unseren Städten so aus als würde es die Klimakrise nicht geben. Um die Gesundheit der Bevölkerung vor den Folgen der zunehmenden Hitze zu schützen müssen die Städte mehr Maßnahmen als bisher gegen Hitze-Staus umsetzen. Auch die Reduktion des Kfz-Verkehrs dabei essentiell“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Entlang von Straßen braucht es in den Städten und Gemeinden deutlich mehr Grünflächen und Bäume als Schattenspender.

Bei großen Pkw-Parkplätzen, die es etwa bei Einkaufszentren und Supermärkten gibt, sollten zumindest halb so viele Bäume wie es Autoabstellplätze gibt, verpflichtend vorgeschrieben werden, fordert der VCÖ.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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