Wirtschaftsbarometer – Region Ennstal / Salzkammergut: Konjunktur nimmt wieder Fahrt auf

Unter den Unternehmen in der Region Ennstal / Salzkammergut herrscht nach der Corona-Krise wieder Aufbruchsstimmung. Ob Umsatz, Auftragslage, Preisniveau oder Beschäftigung: die Erwartungen liegen im neuen Wirtschaftsbarometer der WKO Steiermark wieder überwiegend im Positivbereich – und die Trendpfeile zeigen deutlich nach oben. Hinsichtlich der letzten 12 Monate werden lediglich das allgemeine Wirtschaftsklima, der Gesamtumsatz und die Auftragsentwicklung noch negativ beurteilt, zeigen aber ebenfalls einen klaren Aufwärtstrend. Für die kommenden Monate rechnen jedenfalls 57,1 Prozent mit einer Verbesserung, von einer Verschlechterung des Wirtschaftsklimas gehen nur noch 8,2 Prozent aus. Unterm Strich ergibt das einen positiven Erwartungssaldo von +48,9 Prozentpunkten. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die wirtschaftliche Talsohle durchschritten sein dürfte. „Unternehmerinnen und Unternehmer sind grundsätzlich dem Optimismus verpflichtet, müssen aber natürlich auch realistisch bleiben. Darum braucht es nachhaltige Konjunkturimpulse, um Arbeitsplätze und damit Wohlstand im Land weiter zu sichern“, betont Regionalstellenobmann Egon Hierzegger.

Die steirische Konjunktur befindet sich wieder im Aufwärtstrend – das bestätigen die Zahlen aus dem aktuellen Wirtschaftsbarometer der WKO Steiermark. Sämtliche Trendpfeile in Bezug auf die bisherige Entwicklung zeigen hier nämlich wieder nach oben. Im Detail: Gesamtumsatz (‑24,0 Prozentpunkte, zuletzt: ‑65,7), Auftragslage (‑17,1 Prozentpunkte, zuletzt: ‑57,0), Investitionen (+61,3 Prozentpunkte, zuletzt: +27) und Beschäftigung (+12,9 Prozentpunkte, zuletzt: +5). „Damit fallen die Rückmeldungen besser aus als erwartet“, freut sich Regionalstellenobmann Hierzegger über die konjunkturelle Trendumkehr. Denn auch beim Ausblick auf die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate drehen fast alle Konjunkturpfeile wieder nach oben – und zwar deutlich. Die Erwartungen für den Gesamtumsatz steigen auf +67,7 Prozentpunkte, für die Auftragslage auf +17,2, und für die Preise auf +70,1. „Fast alle Saldenwerte zeigen einen klaren Aufwärtstrend. Kommen keine weiteren einschneidenden Corona-Maßnahmen, könnte ein nachhaltiger Wachstumskurs eingeleitet werden“, so Regionalstellenobmann Hierzegger. Wobei es auch noch Unsicherheiten gibt, wie die Einschätzungen des bisherigen Wirtschaftsklimas, Gesamtumsatz und Auftragslage zeigen: Hier befinden sich die Salden noch im Negativbereich, wobei auch diese sich deutlich verbessert haben. Für die kommenden Monate zeichnet sich jedenfalls eine äußerst positive Entwicklung ab, denn die Erwartungssalden haben größtenteils klar zugelegt. Ein Beleg dafür, dass der Kurs und die Hilfsmaßnahmen gefruchtet haben. „Die Regierung hat in der Krise entschieden gehandelt. Gemeinsam mit den Sozialpartnern wurden viele Maßnahmen gesetzt, die schlimmere wirtschaftliche Auswirkungen verhindert haben. Es freut mich, dass wir als WKO hier entscheidend mithelfen konnten, etwa was die Abwicklung des Härtefallfonds angeht oder was die Logistik und Verteilung der kostenlosen Antigentests für Betriebe betrifft. Auf dieser Basis können wir jetzt – wenn wir die Pandemie im Griff behalten – den wirtschaftlichen Restart schaffen“, ist Hierzegger überzeugt. Insgesamt 754 steirische Unternehmerinnen und Unternehmer haben an der großen Konjunkturumfrage teilgenommen. „Sie spiegelt sämtliche Branchen, Regionen und Betriebsgrößen wider und wird zwei Mal jährlich erhoben“, so Regionalstellenleiter Christian Hollinger.

So schätzen Unternehmen in der Region Ennstal / Salzkammergut die Geschäftsentwicklung ein

UMSATZ. Die Corona-Pandemie hat 2020 die Wirtschaft in der Region Ennstal / Salzkammergut tief erschüttert. Die schrittweise Rücknahme der Eindämmungsmaßnahmen zur Pandemiebekämpfung, der Impffortschritt und damit die allmähliche Rückkehr zu einem geregelten Wirtschaftsalltag geben im Mai 2021 jedoch Anlass zur Hoffnung. Die Trendpfeile sind überwiegend nach oben gerichtet. Der Saldo zum bisherigen Gesamtumsatz liegt zwar noch unter der Nulllinie (‑24,0 Prozentpunkte), gegenüber der Herbst-2020-Umfrage ist aber eine klare Verbesserung zu erkennen: 31,3 % der befragten Unternehmen konnten in den vergangenen 12 Monaten ihren Umsatz steigern, 55,4 % sahen sich mit Umsatzrückgängen konfrontiert. Für die nächsten Monate erwarten fast drei Viertel der Befragungsteilnehmer eine positive Umsatzentwicklung, nur 5,7 % bleiben weiterhin skeptisch (Erwartungssaldo: 67,7 Prozentpunkte).

Auftragslage. Auch in puncto Auftragslage zeichnet sich im Frühjahr 2021 ein klarer Aufwärtstrend ab: 35,6 % konnten ihre Auftragssituation in den vergangenen 12 Monaten verbessern, mehr als die Hälfte (52,6 %) hatten aber mit der schwierigen Gesamtsituation zu kämpfen. Der daraus resultierende Saldo fällt daher mit ‑17,1 Prozentpunkten negativ aus. Die Auftragserwartungen sind aber von Optimismus getragen: Der Erwartungssaldo liegt mit 17,2 Prozentpunkten klar über der Nulllinie (verbessern: 34,4 %; verschlechtern: 17,2 %).

Preise. Preisseitig scheinen sich im Frühjahr 2021 die Lieferkettenprobleme (Beschaffung von Rohstoffen, Vorleistungsprodukten etc.) niederzuschlagen. Sowohl in Bezug auf das bisherige als auch in Hinblick auf das erwartete Preisniveau schnellen die Saldenwerte in die Höhe (bisher: 64,6; erwartet: 70,1 Prozentpunkte). Für die kommenden 12 Monate gehen 71,1 % der befragten Betriebe von einer Preiserhöhung und nur 1,0 % von einer Preissenkung aus.

Investitionen. Während die Corona-Krise die Investitionsbereitschaft der Unternehmen im Jahr 2020 insgesamt dämpfte, zeigen in der Region Ennstal / Salzkammergut Maßnahmen wie die Investitionsprämie ihre Wirkung. Der bisherige Investitionssaldo liegt mit 61,3 Prozentpunkten deutlich über dem Steiermarkschnitt, womit 71,0 % der Unternehmen ihr Investitionsvolumen in den vergangenen 12 Monaten ausgeweitet haben. Dementsprechend fällt der Erwartungssaldo mit ‑7,0 Prozentpunkte eher verhalten aus. 27,5 % planen aber auch künftig ihre Investitionen zu erhöhen.

Beschäftigung. Am Arbeitsmarkt dürfte sich die Situation allmählich entspannen. Die Signale aus den Betrieben sind erfreulich, was sich in den positiven Beschäftigungssalden widerspiegelt (bisher: 12,9; erwartet: 14,1 Prozentpunkte). 17,1 % der Betriebe in der Region Ennstal / Salzkammergut planen künftig eine Personalaufstockung, wohingegen nur 3,0 % von einem Personalabbau ausgehen.

Fachkräfte als Flaschenhals für Aufschwung:
Wirtschaft fordert Maßnahmen

Damit diese negativen Aussichten zu keinem weiteren Arbeitsplatz- und damit Wohlstandsverlust werden, brauche es zusätzliche konjunkturbelebende Maßnahmen, ist Regionalstellenobmann Hierzegger überzeugt: „Wir müssen die Abwärtsspirale durchbrechen und die Konjunktur wieder in Fahrt bringen. Dafür braucht es zum einen wieder Vertrauen und Planbarkeit, zum anderen investitionsfördernde Impulse. Die Politik hat in der Krise schnell und entschieden reagiert, selbiges erwarten wir uns jetzt auch für den wirtschaftlichen Restart“, betont Regionalstellenleiter Hollinger. Die Experten der WKO Steiermark haben dafür ein entsprechendes Maßnahmenpaket geschnürt, hier die wichtigsten Kernpunkte im Überblick:

  • FACHKRÄFTE: Maßnahmenpaket zur Fachkräftesicherung umsetzen!
  • Mobilisierung des vorhandenen Arbeitskräftepotenzials (überregionale Vermittlung forcieren, Reform des Arbeitslosengeldes, Talentcenter Plus, Bildungskarenz reformieren, Teilkrankenstand einführen etc.)
  • Qualifizierte Zuwanderung vereinfachen
  • Steirische Corona-Stiftung in Kooperation mit Wirtschaft umsetzen
  • Lehrlingsausbildung stärken & Euro-Skills als Impulsgeber nutzen
  • NACHHALTIGKEIT: Vorhandene Potenziale im Umweltbereich heben!
  • Transformation durch Impulse: Fonds für die Dekarbonisierung der österreichischen Industriesektoren
  • Technologieneutralität: konkrete Zielvorgaben, statt einseitiger Forcierung von Technologien
  • Ausbau erneuerbare Energie: Implementierung des Sachprogrammes Erneuerbare Energie auf Landesebene (inkl. Nutzung des JTF-Förderprogrammes)
  • Forcierung der thermischen Sanierung.
  • INVESTITIONEN & SICHERHEIT: Langfristige Perspektive für Wirtschaft schaffen!
  • Keine neuen Steuern und Belastungen für Unternehmen
  • Anpassung der Bilanzierungsvorschriften
  • Unternehmensnahe Gestaltung der Rückzahlung von gestundeten Beiträgen
  • Einführung eines 20-prozentigen Investitionsfreibetrages als Nachfolgemaßnahme zur Investitionsprämie

Liezen, 02.07.2021

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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