1.900 Unterschriften für die Petition „Gegen Tierleid – Zur Erhaltung der Almen.“

Der Steirische Agrar- & Umweltclub ist eine überparteiliche Plattform, die sich der Verbesserung der Organisationsstruktur in der Land- und Forstwirtschaft in der Steiermark und der Unterstützung ländlicher Räume verschrieben hat.

Vermehrt kommt es in europäischen Ländern zu Tötungen von Nutz- und Wildtieren, wie z.B. Schafen, Kälbern und Rehen durch Wölfe. Nicht nur in Österreich werden immer häufiger Tiertötungen durch Wolfsangriffe verzeichnet, auch viele weitere Länder Europas sind betroffen. So wurde im vergangenen Jahr in Griechenland eine sich dort im Urlaub befindliche Britin durch einen Wolfsangriff getötet.

In Österreich leben zurzeit rund 50 Wölfe. Diese Zahl wird sich, sofern nicht eingeschritten wird, innerhalb von 3 Jahren verdoppeln. Hier muss gezielt gehandelt werden.

In Österreich und den Staaten des europäischen Alpenraumes gibt es seit mehr als 100 Jahren keine Wölfe mehr. Er ist in unseren dicht besiedelten Gebieten niemandem abgegangen und das Ökosystem hat darunter ebenfalls nicht gelitten. Die angestammte Heimat der Wölfe sind die dünn besiedelten, waldreichen Regionen der nördlichen Erdhalbkugel, wie beispielsweise Russland, die Karpaten und auch Kanada. Der Wolf braucht weite, ausgedehnte Regionen, denn seine Population verdoppelt sich etwa alle drei Jahre.

Neben der Gefährdung der Nutztierhaltung auf unseren Almen muss man sich auch die Frage stellen, sollen wir alle Bergbegeisterten, welche unsere Almen lieben, Wanderer, Radfahrer und Jäger auszäunen – von den für die 43.000 ha steirischer Almgebiete kalkulierten 231 Millionen Euro an Kosten für flächendeckende Einzäunung erst gar nicht zu sprechen. Das wäre wohl das Ende des sanften Tourismus in Österreich, für den unser Land weltweit so geschätzt wird und damit auch der wirtschaftliche Ruin für die ländlichen Räume in Österreich.

Die Petition des Steirischen Agrar- & Umweltclubs wurde von knapp 2.000 Menschen unterzeichnet. Dazu der Obmann, Ök.Rat Matthias Kranz: „Wo bleiben die Tierschützer? Es vergeht fast keine Woche, in der der Wolf nicht Schafe, Ziegen, Kälber, Rehe und sogar Hunde tötet.“ Zum Unterschied von anderen Raubtieren tötet der Wolf äußerst grausam. „Er reißt die Tiere nur an, diese müssen dann qualvoll verenden, ehe sie gefressen werden. Viele werden auch noch bei lebendigem Leib gefressen,“ bringt Obmann Kranz die untragbare Situation und das Leiden der Tiere auf unseren Almen auf den Punkt.

Josef Deutinger, Schaf- und Pferdezüchter aus Lind bei Spielberg: „Ich war 2020 bereits direkt von Wolfsrissen betroffen. Mir wurden 3 Schafe und ein Lamm in unmittelbarer Nähe zum Wohnhaus auf bestialische Art und Weise gerissen. Eines hat noch gelebt, als ich es aufgefunden habe. Ich war schockiert, wie schwer es verletzt war. Es konnte nur noch vom Tierarzt eingeschläfert werden.“

Markus Strasser, Schafzüchter aus dem Lobmingtal, unterstreicht die Problematik: „Der Wolf hat in unserem dicht besiedelten Gebiet nichts verloren. Ich mache mir Sorgen um meine Kinder und die Zukunft meines Betriebes. Eine flächendeckende Einzäunung ist in unseren Hanglagen weder praxistauglich durchzuführen, noch finanzierbar. Außerdem ist die Weidewirtschaft die natürlichste und tierfreundlichste Haltungsform.“

Gemeinderat Karl Egger, Obmannstellvertreter des Agrar- &Umweltclubs und Rinderbauer aus St. Marein: „Ich fordere einen wolfsfreien Alpenraum. Unsere bäuerliche Kultur- und Naturlandschaft hat sich in hunderten von Jahren entwickelt, hier ist kein Platz für diese gefährlichen Raubtiere.

Die gesammelten Unterschriften werden im Juli 2021 vom Agrar- und Umweltclub Steiermark an die zuständigen politischen Verantwortlichen in Graz, Wien und Brüssel übergeben. Das wird ein gesellschaftlicher Weckruf und ein umgehender Aufruf, im Sinne aller hier lebenden Menschen und Tiere zu handeln.

v.l.n.r: Markus Strasser mit Ehefrau Maria und den beiden Töchtern, Obmannstellvertreter GR Karl Heinz Egger, Josef Deutinger, Obmann des Agrar- & Umweltclubs Ök.-Rat Matthias Kranz
Fotocredit: Markus Habisch

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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