VCÖ: In der Steiermark im 1. Halbjahr weniger Verkehrstote – aber 17 Todesopfer

VCÖ (Wien, 1. Juli 2021) – In der Steiermark ist die Zahl der Verkehrstoten heuer im 1. Halbjahr um sechs gesunken, berichtet der VCÖ. Seit Jahresbeginn kostete der Straßenverkehr in der Steiermark aber17 Menschen das Leben. Mehr als 2.000 Menschen wurden im Straßenverkehr verletzt. Mit mehr Tempo 30 im Ortsgebiet und Tempo 80 auf Freilandstraßen sowie mehr öffentlichen Verkehrsverbindungen kann die Zahl der Unfälle weiter reduziert werden, betont der VCÖ.

17 Todesopfer, das ist die traurige Opferbilanz des Straßenverkehrs in der Steiermark seit Jahresbeginn, wie die vorläufige VCÖ-Unfallbilanz zeigt. Es kamen sechs Motorrad- und Mopedfahrer ums Leben, sechs Pkw-Insassen, zwei Klein-Lkw-Insassen, zwei Radfahrer und ein E-Bike-Fahrer. Gegenüber dem im 1. Halbjahr 2020 ist die Zahl der Verkehrstoten um sechs zurückgegangen. Die Steiermark erreichte heuer die bisher niedrigste Anzahl an Verkehrstoten im 1. Halbjahr, informiert der VCÖ. Im 1. Halbjahr 2014 kamen noch 47 Menschen bei Verkehrsunfällen in der Steiermark ums Leben. 

Im Bundesländer-Vergleich hat die Steiermark die dritthöchste Anzahl an Todesopfern durch den Straßenverkehr, aber deutlich weniger als die beiden anderen Flächenbundesländer, informiert der VCÖ.  Die meisten Verkehrstoten gab es im 1. Halbjahr in Oberösterreich, wo 43 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet wurden, in Niederösterreich kamen 38 Menschen ums Leben. 

„Die einzig akzeptable Anzahl an Verkehrstoten ist Null. Und diesem Ziel gilt es so nahe wie möglich zu kommen. Deshalb ist es wichtig, dass weitere Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit umgesetzt werden“, betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. 

Die Geschwindigkeit ist einer der zentralsten Faktoren für die Sicherheit im Straßenverkehr. „Je höher das Tempo, desto länger der Reaktionsweg und der Bremsweg. Das Risiko eines Unfalls steigt. Und wenn es zum Unfall kommt nimmt das Risiko schwerster Verletzungen mit der Geschwindigkeit zu“, erklärt VCÖ-Sprecher Gratzer. Deshalb sind die Geschwindigkeitskontrollen der Exekutive ein wichtiger Beitrag für die Verkehrssicherheit, ebenso höhere Strafen, wie sie zuletzt von der Bundesregierung für Raser beschlossen wurden. Darüber hinaus sind niedrigere Tempolimits eine sehr wirksame, kostengünstige und rasch umsetzbare Maßnahme für mehr Verkehrssicherheit. 

Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass in 22 von 27 EU-Staaten das Tempolimit auf Freilandstraßen niedriger ist als in Österreich. In etlichen Staaten gilt als Höchstgeschwindigkeit 80 km/h. Im Ortsgebiet reduzieren Verkehrsberuhigung und Tempo 30 statt 50 die Zahl der Unfälle. In Spanien gilt seit Mai landesweit im Ortsgebiet auf den meisten Straßen Tempo 30. Eine Maßnahme, die gerade die Schwächsten im Verkehr schützt, Kinder sowie ältere Menschen, die zu Fuß unterwegs sind. 

Für die Sicherheit beim Radfahren ist der Ausbau und die Verbesserung der Rad-Infrastruktur zentral. „Mängel bei der Rad-Infrastruktur sind rasch zu beseitigen. Außerhalb des Ortsgebiets sind sichere, baulich getrennte Radwege sehr wichtig, innerhalb der Städte und Gemeinden ist den Radfahrerinnen und Radfahrern ausreichend Platz zu geben“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer. Zu wenig Platz kann beispielsweise zu so genannten „Dooring-Unfällen“ (Kfz-Lenker öffnet ohne zu schauen Autotür und stößt mit Autotür Radfahrer nieder). 

Auch präventive Maßnahmen wie mehr Öffentliche Verkehrsverbindungen, erhöhen die Verkehrssicherheit. Das tödliche Unfallrisiko ist in Österreich mit dem Auto rund 50 Mal so hoch wie mit dem Bus und sogar über 90 Mal so hoch wie mit der Bahn, verdeutlicht der VCÖ. 

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer, (0699)18932695

VCÖ: Zahl der Verkehrstoten in der Steiermark im 1. Halbjahr gesunken (Bei Verkehrsunfällen in der Steiermark tödlich Verunglückte) 

1. Halbjahr 2021: 17 (vorläufige Daten)
1. Halbjahr 2020: 23 (endgültige Daten)

1. Halbjahr 2019: 40 Verkehrstote
1. Halbjahr 2018: 32 Verkehrstote 

1. Halbjahr 2017: 23 Verkehrstote
1. Halbjahr 2016: 28 Verkehrstote

1. Halbjahr 2015: 32 Verkehrstote
1. Halbjahr 2014: 47 Verkehrstote

1. Halbjahr 2013: 30 Verkehrstote
1. Halbjahr 2012: 31 Verkehrstote

1. Halbjahr 2011: 31 Verkehrstote
1. Halbjahr 2010: 34 Verkehrstote

1. Halbjahr 2009: 38 Verkehrstote
1. Halbjahr 2008: 54 Verkehrstote
Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2021 

VCÖ: Oberösterreich mit den meisten Verkehrstoten im Bundesländer-Vergleich (Bei Verkehrsunfällen im 1. Halbjahr 2021 tödlich verunglückt – in Klammer 1. Halbjahr 2020) 

Oberösterreich: 43 Verkehrstote (29 Verkehrstote)

Niederösterreich: 38 (39)

Steiermark: 17 (23)

Salzburg: 13 (16)

Kärnten: 10 (9)
Tirol: 10 (12)

Vorarlberg:  7 (11)
Wien: 7 (7)

Burgenland: 2 (7)

Österreich: 147 (153)

Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2021

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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