VCÖ: Jeder 3. in der Steiermark durch Hitze körperlich belastet

Die Hitze erreicht heute einen vorläufigen Höhepunkt. Für viele Menschen ist die Hitze eine ernste Gesundheitsgefahr. Eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt, dass in der Steiermark für rund 350.000 Menschen ab 16 Jahren Hitze eine starke oder sogar sehr starke körperliche Belastung ist. In der Nacht ist die Hitze für fast 170.000 Steirerinnen und Steirer eine Belastung. Der Verkehr verursacht mit den Straßen, Parkplätzen und auch Fahrzeugen vor allem in Städten regelrechte Hitze-Staus. Der VCÖ betont, dass es zum Schutz der Bevölkerung rasche Maßnahmen in den Gemeinden und Städten für mehr kühlendes Grün und mehr schattenspendende Bäume im Straßenraum braucht.

Hitze senkt nicht nur die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, sondern ist auch eine starke Belastung für die Gesundheit. Die Rettungen vermelden eine massive Zunahme hitzebedingter Notfälle. Der VCÖ weist darauf hin, dass laut Daten der Statistik Austria für 36 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren Hitze eine starke oder sogar sehr starke Belastung ist. In der Steiermark ist der Anteil der von Hitze belasteten Menschen mit 35 Prozent etwas geringer.

In dicht verbauten Wohngebieten ist die Belastung besonders hoch, wenn es an Grünflächen und schattenspendenden Bäumen mangelt. „Wenn der Straßenraum kein kühlendes Grün hat, keine schattenspendenden Bäume, dann ist das eine Asphaltwüste. Gesundheitlich beeinträchtigte Personen, viele ältere Menschen, können entlang dieser Straßen nicht mehr gehen“, weist VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen auf eine der Folgen hin.

Der VCÖ betont, dass die Verkehrsplanung das in den Städten und Gemeinden wesentlich dazu beitragen kann, damit mehr Platz für Grünflächen und Bäume frei wird. „Unsere Mobilität muss platzsparender werden. Der Anteil der mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegten Wegen ist deutlich zu erhöhen, der Autoverkehr zu reduzieren, insbesondere in den Städten“, so VCÖ-Expertin Rasmussen.

Der Autoverkehr heizt nicht nur langfristig durch den CO2-Ausstoß den Klimawandel an und trägt durch die Abwärme der Motoren zum Hitze-Stau bei, sondern ist auch jenes Personenverkehrsmittel, das den meisten Platz verbraucht. Sowohl beim Fahren als auch beim Parken. Große Flächen sind deshalb mit Asphalt versiegelt. Asphalt heizt sich durch Sonneneinstrahlung an Hitzetagen auf über 60 Grad auf.

Parkende Autos heizen sich nicht nur innen massiv auf, sondern auch außen, unterhalb der parkenden Autos bildet sich ein Wärmepolster. In der Nacht wird diese Wärme an die Umgebung abgegeben, es kühlt nicht mehr ab. Laut Statistik Austria ist in der Steiermark in der Nacht bereits jede sechste Person durch die Hitze körperlich belastet, macht der VCÖ aufmerksam.

Die Hitzetage haben in allen Landeshauptstädten in den vergangenen Jahren stark zugenommen. In Graz gab es im Zeitraum 1961 – 1990 durchschnittlich vier Tage pro Jahr mit einer Tageshöchsttemperatur von 30 Grad Celsius oder mehr, im Zeitraum 1991 bis 2020 waren es mit durchschnittlich 17 Tagen pro Jahr viermal so viele, weist der VCÖ auf Daten des CCCA (Climate Change Center Austria) hin.  

„Hitzeperioden, wie wir sie derzeit erleben, werden wegen der Erderhitzung in den kommenden Jahren und Jahrzehnten stark zunehmen. Aber viele Straßen in den Städten und Gemeinden schauen nach wie vor so aus, als würde es die Klimakrise nicht geben. Es ist allerhöchste Zeit, dass der öffentliche Straßenraum an die Klimakrise angepasst wird“, stellt VCÖ-Expertin Rasmussen fest.

Der Grünflächenanteil im Straßenraum muss stark erhöht werden, weist der VCÖ auf den dringenden Handlungsbedarf hin. Neben der Pflanzung von Bäumen sind auch Asphaltflächen zu entsiegeln. In der Klimakrise können es sich vor allem Städte nicht mehr leisten, dass im Straßenraum parkenden Autos mehr Platz gegeben wird als kühlenden Grünflächen und Bäumen, betont der VCÖ. Während parkende Autos die Umgebung aufheizen, kühlen Grünflächen sie ab. Zudem können sie Regenwasser speichern und sorgen durch die Verdunstung zusätzlich für Abkühlung.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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