Klimagewinner! Klimaverlierer? – Nach Corona-Pause neue Ausstellung im Schloss Großsölk feierlich eröffnet

Der Naturparkhaus Schloss Großsölk ist um eine Attraktion reicher: Die Ausstellung „Klimagewinner! Klimaverlierer? Wie geht’s unseren Tieren und Pflanzen im Klimawandel?“ wurde gemeinsam mit dem Finanzierungspartner KLAR! Zukunftsregion Ennstal neugestaltet. Vor kurzem wurde sie von Vizebürgermeister der Gemeinde Sölk, Karl Brandner, feierlich eröffnet. Zahlreiche BesucherInnen freuten sich über ein gelungenes Fest, das nach der Corona-bedingten Pause In- und Outdoor endlich wieder möglich war.

Meldungen über den Klimawandel und seine Auswirkungen sind allgegenwärtig. Der Anstieg der Weltmeere, die Ausbreitungen der Wüsten, Bilder von auf Eisschollen gestrandeten Eisbären und vieles mehr sind die großen Themen. Aber welche konkreten Auswirkungen gibt es bei uns in der Region? Wie wirken sich das wärmere Wetter, die späteren Schneefälle, die höheren durchschnittlichen Jahrestemperaturen auf unsere Wälder, die Almen, die Berge oder unsere Hausgärten aus? „Die Auswirkungen des Klimawandels sind bei uns im Ennstal nicht nur durch die zunehmenden Unwetter- und Katastrophenereignisse zu spüren, sondern wirken sich schon längst auch immens auf die Tier- und Pflanzenwelt aus“, so KLAR! Managerin Natalie Prüggler. „Der heurige vergleichsmäßig kühle Frühling ist nur ein Ausreißer, da auch großflächige, kühle Luftmassen aus dem Norden klimabedingt weniger in Bewegung sind und daher länger über einer Region hängen bleiben. Im Jahresvergleich steigen die Temperaturen jedoch nach wie vor eindeutig an.“

Früher war alles später und alles ist in Bewegung

Im Rahmen der KLAR! Zukunftsregion Ennstal wurden nun gemeinsam mit dem Team des Naturpark Sölktäler unter fachlicher Leitung von Geschäftsführerin und Wildbiologin Veronika Grünschachner-Berger die lokalen Folgen des Klimawandels im Rahmen der neuen Ausstellung für Groß und Klein anschaulich gestaltet. Die vielen alte Präparate und Ausstellungsstücke waren in die Jahre gekommen. Nun wurden sie teilweise renoviert und mit anderen Inhalten neu in Szene gesetzt. Zusätzlich gibt es neue, spannende Erlebnisstationen rund um die Themen Anpassungsfähigkeiten und -möglichkeiten für Tiere und Pflanzen, denn vieles kommt in Bewegung. „Die Baumgrenze steigt zunehmend und der Lebensraum für viele Wildtiere wandert in höhere Lagen, wo er jedoch immer knapper wird. Es gibt spezielle Zeigerpflanzen, wie beispielsweise die immer frühere Hollerblüte, an welcher jeder selbst die klimatischen Veränderungen beobachten kann“, erklärt Veronika Grünschachner-Berger. Auch Vizebürgermeister der Gemeinde Sölk, Karl Brandner, betont: „Die Natur kämpft massiv mit den klimatischen Herausforderungen, das kann ich vor allem auch als Almbetreiber und Landwirt beobachten. Für diese Veränderungen wollen wir mit der neuen großartigen Ausstellung in der Bevölkerung und bei unserem Gästen Bewusstsein schaffen!“

Das geht unter die Haut!

Es kann richtig unter die Haut gehen, wie Pflanzen und Tiere im alpinen Raum mit einem durchschnittlichen Temperaturanstieg von bereits fast +2 Grad in den vergangenen 60 Jahren fertig werden, vor allem da Prognosen je nach Emissionsszenario für die kommenden Jahrzehnte einen Anstieg von bis zu +4 Grad vorhersagen. Ob sie die Anpassungen überhaupt schaffen? Wird es zur nächsten Jahrhundertwende noch Birkhuhn, Schneehuhn & Co in den Sölktälern geben? Wie reagieren unsere heimischen Pflanzen auf die Veränderungen von Temperaturen und Niederschlägen? Die beiden Ausstellungsteile: „Früher war alles später“ und „Anpassen, auswandern oder aussterben“ geben einige Blitzlichter und regen auch zum Nachdenken über unsere Zukunft an.

Der neue Ausstellungsteil geht auch Hand in Hand mit der bleibenden Ausstellung „Gold der Almen“ über den Steirerkas. Denn durch den Erhalt der Almen wird einerseits der Anstieg der Waldgrenze in höhere Lagen verzögert. Andererseits entstehen durch die kleinstrukturierte Almbewirtschaftung, wie sie in den Sölktälern noch zu finden ist, zahlreiche kleine Lebensräume, die die Artenvielfalt sogar begünstigen. Mit einem Quiz, bei dem die Besucherinnen und Besucher ihr Wissen auch selbst auf die Probe stellen können, und Stationen zum Angreifen und Staunen wurde auch für Kinder und Schulklassen ein attraktives Programm geschaffen.

Öffnungszeiten des Schlosses über den Sommer:

Mittwoch, Freitag und Sonntag, jeweils von 10.00  bis 17.00 Uhr. Der Jesuitengarten ist ganztägig zu besichtigen. Weitere Infos unter: www.soelktaeler.com/naturparkhaus

Die KLAR! Zukunftsregion Ennstal wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert.

Copyright: KLAR Ennstal/ Natalie Prüggler

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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