Phantastischer Tag für Red Bull KTM am Sachsenring: KTM in allen drei Kategorien auf dem Podium!

MotoGP:

Miguel Oliveira holt mit Platz 2 das dritte MotoGP-Podium in Serie, Brad Binder von Startplatz 13 sensationell nach vorn auf Platz 4.

Wenige Runden nach einem Blitzstart beider Red Bull KTM Factory Racing Rider begannen im Landkreis Zwickau erste Regentropfen zu fallen, von denen ein paar auch den Sachsenring trafen und die Rennleitung dazu veranlassten, „flag-to-flag“ auszurufen, also einen fliegenden Wechsel der Fahrer auf Bikes mit Regenreifen zu ermöglichen – wovon allerdings keiner Gebrauch machte.

Diese Phase der Unsicherheit nutzen zwei Athleten, um sich unter denkbar schwierigen Umständen vom Rest des Feldes abzusetzen: Marc Márquez an der Spitze und hinter ihm der Sieger des letzten Wochenendes, Miguel Oliveira von Red Bull KTM Factory Racing. Der Abstand der beiden Führenden zueinander betrug über viele Runden weniger als eine Sekunde, doch Miguel konnte die Lücke auf den Rekordsieger des Deutschlang-GP in den letzten Runden nicht mehr völlig schließen.

So beendete er den Deutschland-GP auf Platz 2 und holte das 5. MotoGP-Podium seiner Karriere.

Eine bärenstarke Rennleistung von Brad Binder brachte den Südafrikaner von Startplatz 13 bis auf eine Sekunde heran ans Podium. Mit fortlaufender Renndauer wurde er immer stärker und machte auf den WM-Führenden Quartararo massiv Zeit gut. Um ein Haar hätte er den Franzosen noch eingeholt und für das erste Doppel-Podium für Red Bull KTM Factory Racing gesorgt.

Weniger gut lief das Rennen für Tech3 KTM Factory Racing: Danilo Petrucci schied nach einem Crash mit Alex Márquez aus, Iker Lecuona verpasste als 17. WM-Punkte.

Pit Beirer, KTM Motorsport Direktor: „Ein unglaublicher Erfolg, weil wir zu Saisonbeginn unter Druck standen und nicht jene Ergebnisse geschafft haben, die wir uns gewünscht haben. Danach haben wir alle unglaublich hart gearbeitet und nie aufgegeben. Um diese Leistung korrekt beurteilen zu können muss die drei letzten Rennen – Mugello, Barcelona, Sachsenring – betrachten: drei völlig unterschiedliche Strecken, und wir waren überall auf dem Podium. Das beweist, dass unser Paket funktioniert. Daher sollten auch unsere nächsten Rennen ordentlich werden. Danke auch an unsere extrem tollen Fahrer. Wir sind stolz, sie an Bord zu haben!“

Mike Leitner Race Manager Red Bull KTM Factory Racing: „Das dritte Podium in Serie für KTM spiegelt die Leistung aller wieder, die seit 2015 an diesem Projekt arbeiten. Miguel war heute herausragend. Die eine Runde, in der die weißen Flaggen gezeigt wurden, war rennentscheidend. Hätte er früher freie Fahrt gehabt wäre der Fight um die Spitze noch viel enger geworden. Aber Gratulation an Marc Márquez, der nach seiner schweren Verletzung wieder zurück ist. Brads Aufholjagd war sehr, sehr stark – gerade auf einer Strecke, auf der man nur schwer überholen kann. Respekt und Dank gehen ans Rennteam, das den Erfolgslauf in den letzten Rennen fehlerfrei umgesetzt hat.“

Miguel Oliveira: „Marc und ich haben da vorne Katz und Maus gespielt. In einigen Sektoren war ich schneller, in anderen er. Leider war die Distanz zu groß, um zum Schluss wirklich attackieren zu können. Hinter dem „König vom Sachsenring“ Zweiter zu werden ist ein gutes Resultat. Wir geben weiter Gas und freuen uns auf die kommenden Rennen!“

Brad Binder: „Über Platz 4 bin ich happy – vor allem, nachdem ich im ersten freien Training noch Letzter war! Das war mein erstes Moto-GP-Rennen überhaupt auf dem Sachsenring, und ich habe Zeit gebraucht, um mich auf die Strecke einzustellen. In den Schlussrunden habe ich Zeit auf Fabio Quartararo und den dritten Platz gutgemacht, doch es hat nicht ganz gereicht. Trotzdem bin ich happy mit unserem Job an diesem Wochenende. Mein Bike wurde von Session zu Session besser, und dafür möchte ich mich beim Team bedanken!“

Ergebnis:

  1. Marc Márquez (ESP) Honda 41:07,243
  2. Miguel Oliveira (POR) Red Bull KTM Factory Racing +1,610
  3. Fabio Quartararo (FRA) Yamaha + 6,772
  4. Brad Binder (RSA) Red Bull KTM Factory Racing +7,922
  5. Francesco Bagnaia (ITA) Ducati +8,591

WM-Stand: 1. Quartararo 131 Punkte, 2. Zarco 109, 3. Miller 100, 4. Bagnaia 99, 5. Mir 85, 7. Oliveira 74, 9. Binder 56, 18. Petrucci 23, 21. Lecuona 13.

KTM MotoGP Academy / Moto2:

MotoGP-Aufsteiger Remy Gardner dominiert weiter, Teamkollege Raul Fernandez crasht, behält aber Rang 2 in der WM.

Vor dem Rennen gaben Red Bull KTM und Aki Ajo die Verlängerung ihrer bereits 10 Jahre dauernden Zusammenarbeit um weitere 5 Jahre bekannt. Sowohl in der Moto3 als auch in der Moto2-Kategorie führen Piloten von Red Bull KTM Ajo die WM-Wertung überlegen an.

Am Start des Moto2-Rennens setzte sich der WM-Führende Remy Gardner hinter Pole-Mann Raul Fernandez, überholte seinen Teamkollegen in Runde 2 und zog das Tempo massiv an. Hinter den beiden Red Bull KTM Ajo Piloten bildete sich rasch eine Lücke. Leider verlor Raul Fernandez in Runde 4 das Vorderrad und rutschte in den Kies. Ab diesem Moment fuhr Remy Gardner ein einsames Rennen an der Spitze, gewann souverän das 200. Rennen in der Moto2-Geschichte und führt die WM nun 36 Punkte vor Raul Fernandez an.

Remy Gardner: „Ich wusste nicht, ob mein Renn-Pace besser sein würde als jene von Raul. Nachdem ich ihn überholt hatte, habe ich richtig Gas gegeben. Als Raul nach seinem Sturz weg war, versuchte ich nur mehr, keine Fehler zu machen und das Rennen gut zu Ende zu bringen. Wären die Gegner näher gekommen, hätte ich noch nachlegen können.“

Ergebnis:

  1. Remy Gardner (AUS) Red Bull KTM Ajo 39:39,191
  2. Aron Canet (ESP) Kalex +6,158
  3. Marco Bezzecchi (ITA) Kalex +7,030

DNF: Raul Fernandez (ESP) Red Bull KTM Ajo

WM-Stand: 1. Gardner 164 Punkte, 2. Fernandez 128, 3. Bezzecchi 117, 4. Lowes 86, 5. di Giannantonio 73.

KTM MotoGP Academy / Moto3:

WM-Leader Pedro Acosta baut Führung mit viertem Saisonsieg im seinem erst achten Moto3-Rennen auf 55 (!) Punkte aus.

Der Rookie nahm das Rennen nur von Platz 13 aus in Angriff, doch bereits in Runde 4 zeigte sich Pedro Acosta zum ersten Mal an der Spitze. Auch wegen des Streckenlayouts mit seinen relativ kurzen Geraden waren die in der Klasse sonst üblichen Windschatten-Duelle weniger entscheidend. Die rennentscheidenden Überholmanöver passierten so wie in den größeren Klassen in den Bremszonen und Kurven. Genau hier zeigte Acosta seine Reife und setzte in der letzten Runde das Manöver zum Sieg.

Unter den insgesamt 9 gestürzten Fahrern war auch Acostas Teamkollege Jaume Masia, der seine KTM RC4 13 Runden vor Schluss nach einem zuvor bereits absolvierten Long Lap Penalty in den Kies setzte. Dasselbe war Deniz Öncü bereits 15 Runden vor Rennende passiert. Er konnte das Rennen zwar noch beenden, für WM-Punkte reichte es allerdings nicht mehr. Teamkollege Ayumu Sasaki war wegen einer Gehirnerschütterung, die er sich beim letzten GP in Barcelona zugezogen hatte, nicht am Start.

Pedro Acosta: „Ein sehr hartes Rennen und mein schwierigster Sieg bisher. Ich musste die Reifen managen, was in der Moto3 eigentlich unüblich ist. Ich bin dieses Rennen mit einem leicht veränderten Plan angegangen, und das hat sich gelohnt. Diesen Sieg widme ich Aki, seinem Team und meiner gesamten Familie.“

Aki Ajo: „Diese Phase der Saison ist im Kampf um die WM mental unglaublich wichtig. Im Training hatten wir Probleme, doch Pedros Antwort im Rennen war perfekt. Er hat in den entscheidenden Runden nicht den Windschatten anderer gesucht sondern sein Ding durchgezogen. Eine sehr reife Leistung.“

Ergebnis:

  1. Pedro Acosta (ESP) Red Bull KTM Ajo 39:38,791
  2. Kaito Toba (JAP) KTM +0,130
  3. Dennis Foggia (ITA) Honda +0,259

16. Deniz Öncü (TUR) Red Bull KTM Tech3 +54,714

DNF: Jaume Masia (ESP) Red Bull KTM Ajo

WM-Stand: 1. Acosta 145 Punkte, 2. Garcia 90, 3. Masia 72, 4. Antonelli 65, 5. Fenati 64, 9. Sasaki 57, 19. Öncü 24.

Miguel Oliveira; Foto:©Rob Gray (Polarity Photo)

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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