VCÖ: Mehr als die Hälfte der steirischen Gemeinden und Städte gut mit Öffentlichem Verkehr erreichbar

54 Prozent der Gemeinden und Städte in der Steiermark sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln versorgt, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten von Austria Tech und ÖROK zeigt. Bei 46 Prozent jedoch ist das Angebot zu verbessern. Der VCÖ weist darauf hin, dass mit dem Umstieg von Auto auf Linienbus die Treibhausgas-Emissionen im Schnitt um 72 Prozent reduziert wird, beim Umstieg auf die Bahn sogar um 94 Prozent. Der VCÖ setzt sich für eine Mobilitätsgarantie unabhängig vom Autobesitz ein.

„Ein gutes Öffentliches Verkehrsangebot ermöglicht allen Bevölkerungsgruppen, unabhängig von Alter, Einkommen und Gesundheit mobil sein zu können“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten von Austria Tech und Österreichischer Raumordnungskonferenz zeigt, dass in der Steiermark 15 Prozent der Gemeinden und Städte sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind, weitere 39 Prozent gut. In 46 Prozent der Gemeinden besteht laut Definition der ÖROK eine „Basiserschließung mit öffentlichem Verkehr“. Hier ist das Angebot noch zu verbessern. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2019, das eingeschränkte Angebot ist also nicht auf die Covid-19 Pandemie zurückzuführen. Kriterien für die Qualität der Erreichbarkeit sind unter anderem die Häufigkeit von Verbindungen, Reisegeschwindigkeit und Anzahl von Haltestellen des Öffentlichen Verkehrs.

Um die Klimaziele im Verkehr erreichen zu können, ist es wichtig, dass mehr Autofahrten auf Bahn und Bus verlagert werden. Der VCÖ weist auf Daten des Umweltbundesamts hin: Wer eine Strecke mit dem Bus statt mit dem Pkw fährt, reduziert die Treibhausgas-Emissionen im Schnitt um 72 Prozent. Wer mit der Bahn statt mit dem Auto fährt, sogar um 94 Prozent.

„Angesichts der sich verschärfenden Klimakrise ist es wichtig, auch den Menschen in den Regionen den Umstieg auf klimaverträgliche Mobilität so einfach wie möglich zu machen. Jene, die wollen, sollen klimaverträglich mobil sein können. Und jene, die können, sollen mit Hilfe von Anreizen motiviert werden, das vorhandene Angebot zu nutzen“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest. Wie wirksam ein verbessertes Angebot, belegt der Erfolg der S-Bahn Steiermark. Die Zahl der Fahrgäste war im Jahr 2019 mit insgesamt 54.300 pro Tag um 58 Prozent höher als vor der Einführung im Jahr 2007.

Einen großen Beitrag zur umweltfreundlicheren Mobilität können Betriebe durch Mobilitätsmanagement setzen. Städte und Gemeinden können wiederum durch Verkehrsberuhigung, mehr Fußgängerzonen und Parkraumbewirtschaftung Anreize setzen. Zentral ist auch die Siedlungsentwicklung, die einen großen Einfluss auf das öffentliche Verkehrsangebot hat. Je zersiedelter eine Region ist, umso schwieriger ist die Versorgung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. „Regionen und Gemeinden, die die Ortskerne stärken und Zersiedelung stoppen, können leichter ihrer Bevölkerung ein gutes öffentliches Verkehrsangebot zur Verfügung stellen“, betont VCÖ-Experte Schwendinger. Auch so genannte Mikro-ÖV-Angebote, wie Anrufsammeltaxis und Gemeindebusse, die in das Linienangebot ergänzen sind wichtig für die Mobilität in den Regionen.

Zur Mobilitätsgarantie zählt auch eine sichere Rad-Infrastruktur. In der Steiermark gibt es viele kurze Autofahrten, vier von zehn sind kürzer als fünf Kilometer. Deshalb ist der Ausbau der Rad-Infrastruktur sehr wichtig. Bahnhöfe und große Betriebe sollten immer gut an das Radwegenetz angebunden sein.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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