Der Luchs ist in Admont angekommen

Obwohl der Luchs naturnahe wald- und wildreiche Gebiete bevorzugt, scheint er in Admont eine Ausnahme zu machen. Dort bekommt man die sonst nachtaktive Wildkatze sogar bei Tageslicht zu Gesicht und zwar im Naturhistorischen Museum des Benediktinerstiftes Admont.

„Wir freuen uns, ein Luchs-Präparat als Leihgabe des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum bei uns in Admont zeigen zu dürfen“, sagt der Leiter der Abteilung Kultur, Tourismus und PR, Mario Brandmüller. Auch in Natura sind die streng geschützten Tiere eng mit der Region verbunden. Nachdem der Luchs in Europa nahezu ausgerottet wurde, kehrt er auf sanften Pfoten allmählich zurück. In den ausgedehnten Schutzgebieten zwischen Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark haben sich einige Tiere erfolgreich angesiedelt. Doch noch ist viel zu tun, damit der Luchs wieder bei uns heimisch werden kann. Seit Jahren setzt sich der an das Benediktinerstift Admont angrenzende Nationalpark Gesäuse für den Erhalt der Luchspopulation in den nördlichen Kalkalpen ein. „Derzeit sind sechs Luchse im Dreiländereck zwischen den beiden Nationalparks Kalkalpen und Gesäuse, sowie dem Wildnisgebiet Dürrenstein bekannt. Davon sind drei Exemplare männlich und drei weiblich. Nachkommen sind seit drei Jahren leider nicht nachgewiesen“, sagt Nationalpark-Direktor Herbert Wölger. Um eine breite Öffentlichkeit über die Rückkehr der seltenen Waldkatze und die dafür notwendigen Maßnahmen zu informieren, wurden spezielle Projekte, wie etwa der Themenweitwanderweg „Luchs Trail“, umgesetzt. Durch das neue Ausstellungsstück im Naturhistorischen Museum will auch das Benediktinerstift Admont einen wertvollen Beitrag leisten: „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, den Luchs vor allem Familien mit Kindern wieder näher zu bringen“, sagt Mario Brandmüller, weshalb der Luchs in der Ausstellung des Naturhistorischen Museums gekonnt in Szene gesetzt wurde.

Naturwanderung durch das Stiftsmuseum

Neben dem Luchs aus dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum hat das Naturhistorische Museum in Admont viel Spannendes zu bieten. Gleich zu Beginn betritt man die Welt der Reptilien und Amphibien. Von besonderer Bedeutung ist die Insektensammlung, die der Botaniker und Entomologe Pater Gabriel Strobl vor mehr als 100 Jahren zusammengetragen hat. Beeindruckend ist auch die Installation der 243 Wachsobst-Früchte, darunter befinden sich Sorten, die heute zum großen Teil aus den bestehenden Sortimenten verschwunden sind. Durch die Kooperation zwischen dem Benediktinerstift und dem Nationalpark Gesäuse ist eine Dauerausstellung entstanden, die über die Leidenschaft der Forscher Emotionen für die Natur und ganz speziell für den Nationalpark Gesäuse zu wecken versucht. Das angrenzende „Löwenzimmer“ wurde im historischen Ambiente belassen und trägt seinen Namen aufgrund eines großen ostafrikanischen Löwen-Präparates, das Pater Gabriel Strobl vom berühmten Afrika-Forscher Emil Holub erworben hat. In den historischen Schaukästen befinden sich wertvolle Exponate, vor allem exotischer Säugetiere und Vögel. Den Schluss dieser Naturwanderung bildet der sogenannte „Südost-Pavillon“, der neben einer herrlichen Aussicht in das Nationalpark-Gebiet auch eine große Sammlung von Gesteinen und Mineralien, sowie eine bunte Schau von europäischen und heimischen Säugetieren und Vögeln bietet. 

Nähere Informationen zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen: www.stiftadmont.at

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at