Am zweiten Tag des 7. Medien.Mittelpunkts Ausseerland stand der Wandel in der Kultur, im Tourismus und im Journalismus im Fokus

Von Sarah Emminger, Iris Hödl und Lukas Lorber

Den Auftakt machte die steirische Landesrätin für Wirtschaft, Tourismus, Regionen, Wissenschaft und Forschung, Barbara Eibinger-Miedl, mit ihren Begrüßungsworten an die Teilnehmenden. „Wir wollen das grüne Herz Österreichs sein“, betonte Eibinger-Miedl und freute sich, dass der Tourismus in der Region endlich wieder zum Leben erweckt wird.

Eine hochkarätige Gesprächsrunde aus der Kultur diskutierte danach die Chancen, die die Kulturhauptstadt „Die Originale 2024“ in das Salzkammergut bringen kann. Landesrätin Eibinger-Miedl, die Geschäftsführerin des Tourismusverbands Salzkammergut – Ausseerland Pamela Binder, Aufsichtsratsvorsitzender der Kulturhauptstadt GmbH 2024 Hannes Heide, Bürgermeister von Grundlsee Franz Steinegger und Künstlerin Heidi Zednik beleuchteten das Thema aus ihren jeweiligen Perspektiven. Die Podiumsteilnehmer*innen sind sich einig, dass bei dem Projekt Kulturhauptstadt Qualität vor Quantität stehen muss. „Es geht bei der Kulturhauptstadt nicht darum, ein Feuerwerk abzuschießen und danach bleibt nur mehr Rauch, sondern es geht um nachhaltige wie langjährige Entwicklung in den Regionen“, betonte Heide.

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Hoher Besuch aus Brüssel

EU-Budgetkommissar Johannes Hahn begab sich mit dem ehemaligen Europa-Korrespondenten Hans-Peter Siebenhaar auf gedankliche Weltreise. Er kritisierte, dass sich die Europäische Union kleiner mache als sie tatsächlich sei: „Wir Europäer neigen zur Selbstverzwergung, dabei sind wir absolut auf Augenhöhe mit den USA und China.” China sei für die EU-Kommission Partner, Mitbewerber und systemischer Rivale. „Wir haben uns in der Vergangenheit zu sehr vom chinesischen Narrativ, nur an Geschäften interessiert zu sein, einwickeln lassen“, so Hahn. Er sprach sich außerdem für den EU-Beitritt der Westbalkan-Länder aus und sah in der demographischen Entwicklung Afrikas eine Herausforderung für die Zukunft.

Wie geht es mit dem Tourismus weiter?

Am späten Nachmittag starteten die Schüler der HBLFA Raumberg-Gumpenstein Erich Deu, Johann Hörzer und Manuel Schrempf mit ihren Statements zum Thema „Krise – Lernen für die Zukunft“. Das junge Trio beeindruckte das Publikum mit ihrer Darbietung, wie die Pandemie sich auf junge Menschen ausgewirkt hat. Mit ihrem sprühenden Optimismus, dass das Leben immer weitergeht, erntenden sie tosenden Applaus.  Im Anschluss sprach Tourismusexpertin Petra Stolba über „Die Zukunft des Tourismus“. Die ehemalige Geschäftsführerin der Österreich Werbung erläuterte, welchen Transformationsprozessen sich der Tourismus stellen müsse, um zukunftstauglich zu werden: “Viele fragen sich, wie geht es zurück zum alten Normal? Wir werden die Aufgabe haben, in ein neues Normal einzutreten“, verdeutlichte Stolba.

In der anschließenden Podiumsdiskussion debattierte Stolba mit Sacher-CEO Matthias Winkler sowie dem Hotelier und Gastronom Johannes Pfefferkorn aus Lech über notwendige Transformationen im Tourismus. Für Winkler und Pfefferkorn war das letzte Jahr mehr als turbulent: „In der Stadthotellerie gab es ein Minus von 95 Prozent”, bedauerte Winkler. Bei Pfefferkorn wurde die Wintersaison abrupt beendet: „Es kam eine wirklich ruhige Zeit auf mich zu. Zu ruhig“, wie er betonte. Die beiden Hoteliers haben diese Zeit dafür genützt Neues auszuprobieren. Corona sei für den Tourismus eine Riesenchance, sind sich die Diskussionsteilnehmenden einig: „Wenn wir ins Tun kommen, dann wird die Krise eine Chance gewesen sein”, zeigen sich beide optimistisch.

Wie die Krise die Medien verändert hat

Die Medien mussten in den vergangenen Monaten nicht nur über die Krise berichten, sondern waren auch selbst davon massiv betroffen. Das komme nicht häufig vor, legte „Die Presse“-Redakteurin Anna Wallner beim letzten Programmpunkt des Tages dar. Sie präsentierte sieben Thesen der Veränderung in der Medienbranche. In einer Podiumsdiskussion im Anschluss debattierte Wallner mit APA-Chefredakteur Johannes Bruckenberger, der stv. Chefredakteurin vom „Standard“ Petra Stuiber, Datum-Redaktionsleiterin Elisalex Henckel Donnersmarck und dem ARD-Korrespondenten Clemens Verenkotte über das Arbeiten von zu Hause, die Kurzarbeitermodelle im Journalismus, aber auch über die Chancen, die die Pandemie mit sich bringe. Geleitet wurde die Gesprächsrunde von Journalist und Autor Helmut Spudich.

Quelle: Medien.Mittelpunkt Ausseerland

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Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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