VCÖ: E-Fahrradboom – in der Steiermark bereits mehr als 100.000 E-Fahrräder

VCÖ: Mit Rad-Infrastruktur-Offensive Klimabilanz des Verkehrs stark verbessern  

VCÖ (Wien, 11. Juni 2021) – Elektro-Fahrräder werden immer beliebter. In der Steiermark gibt es bereits mehr als 100.000 E-Fahrräder, macht der VCÖ aufmerksam. Viele Autofahrten sind auf E-Fahrräder verlagerbar, immerhin sind sechs von zehn Autofahrten kürzer als zehn Kilometer. Der Ausbau der Rad-Infrastruktur sowie mehr Verkehrsberuhigung in den Gemeinden und Städten sind wesentlich, damit die E-Fahrräder häufiger als Verkehrsmittel verwendet werden, betont der VCÖ.

„Auch in der Steiermark sind viele Alltagswege kurz und damit in Radfahr-Distanz. Der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad bringt viele Vorteile: Für einen selber, für die Umwelt und für die Allgemeinheit“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Wer radelt statt im Auto zu sitzen, kommt auf ein gesundes Pensum Bewegung, stärkt die Fitness und verbrennt Kalorien statt Erdöl. Damit spart man sich Spritkosten, reduziert den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 und gesundheitsschädlichen Abgasen wie Stickoxide und Feinstaub. Und wer vom Auto aufs Fahrrad umsteigt, entlastet die Straßen und trägt zur Vermeidung von Staus bei.

Durch den E-Fahrradboom sind auch längere Distanzen oder Strecken mit Steigungen leichter mit dem Fahrrad zu bewältigen. In der Steiermark gibt es bereits mehr als 100.000 Elektro-Fahrräder. „Je besser die Rad-Infrastruktur ist, umso häufiger können Elektro-Fahrräder als Verkehrsmittel eingesetzt werden. Das E-Fahrrad kann das Zweit-Auto ersetzen, was wiederum die Mobilitätskosten für die Haushalte deutlich reduziert“, weist VCÖ-Experte Schwendinger auf einen weiteren Vorteil hin. In der Steiermark gibt es rund 280.000 Zweit-Autos.

Wichtig ist, dass die Rad-Infrastruktur rasch ausgebaut und verbessert wird. Gute und sichere Radverbindungen zwischen zwei Orten sowie von Siedlungen zum nächsten Ortsgebiet sind ebenso wichtig, wie die Anbindung der Bahnhöfe ans Radwegenetz.  International werden immer häufiger so genannte Radschnellwege gebaut, das sind breite, direkte und möglichst kreuzungsfreie Rad-Verbindungen, wie sie auch im Raum Graz geplant sind.

In der Region Kopenhagen beispielweise wurden in den vergangenen Jahren rund 200 Kilometer Rad-Schnellwege eröffnet. Die durchschnittliche Distanz, die hier mit dem Fahrrad gefahren wird, beträgt elf Kilometer. Ein Drittel der Pendlerinnen und Pendler der Region Kopenhagen fährt mit dem Rad zur Arbeit, informiert der VCÖ.

Der Bau von Radwegen ist übrigens ein klimafreundlicher Jobmotor: Pro Million Euro werden durch den Bau von Radwegen um rund 50 Prozent mehr Arbeitsplätze geschaffen als durch den Bau von Autobahnen oder Schnellstraßen, macht der VCÖ aufmerksam.

Gemeinden und Städte können es ihren Bürgerinnen und Bürgern durch Verkehrsberuhigung sowie Tempo 30 statt 50 erleichtern, mehr Wege mit dem Fahrrad zu fahren. Alle wichtigen Alltagsziele, von Geschäften, Ärzten, Schulen bis zum Bahnhof, sollen gut und sicher mit dem Fahrrad erreichbar sein. „Es gibt einen gute Indikator für die Qualität der Verkehrsplanung in Gemeinden und Städten: Eine hohe Anzahl von Familien und Kindern, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, ist ein Zeichen dafür, dass die Rad-Infrastruktur eine gute Qualität hat“, erklärt VCÖ-Experte Schwendinger.

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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