Stiftsmuseum Admont eröffnet zwei Sonderausstellungen: Eine Reise durch Zeit und Raum

Das wohl kontrastreichste Privatmuseum Österreichs punktet heuer mit gleich zwei Sonderausstellungen: „WIR FRIEDRICH III. & MAXIMILIAN I. – Ihre Welt und ihre Zeit“ und „Verortungen – MADE FOR ADMONT #fotografie“ sind in Admonts Stiftsmuseum zu besichtigen.

„Es ist eine sehr bedeutende Sonderausstellung, die das Stiftsmuseum Admont hier zeigt“, beschreibt Abt Gerhard Hafner die Sonderausstellung „WIR FRIEDRICH III. & MAXIMILIAN I. – Ihre Welt und ihre Zeit“. In jahrelanger Vorarbeit ist es gelungen, 230 Exponate von 46 Leihgebern aus Österreich, Deutschland, Südtirol und Liechtenstein im Stiftsmuseum Admont zu einer Ausstellung zu vereinen, die ein Raum-Zeit-Gefüge rund um die zwei bedeutenden Habsburger Persönlichkeiten Friedrich III. und Maximilian I. bildet.

Die Sonderausstellung findet auf zwei Stockwerken statt. Die Präsentation im Erdgeschoss besteht aus einer Folge von drei Ausstellungsräumen, die auf den thronenden Kaiser Friedrich III. zuführen. Zuvor werden die Besucher mit jenen Ereignissen konfrontiert, die den Aufstieg Friedrichs und Maximilians erst ermöglichten. Zahlreiche Portraits zeigen die imperiale Würde, die beide Kaiserpersönlichkeiten zu demonstrieren wussten. Wie sehr Turniere, Krieg und Frieden diese Epoche prägten wird durch die ausgestellten Waffen und Rüstungen ersichtlich. Ebenso beleuchtet wird die Darstellung des Alltags, der Jagd sowie der Wohn- und Esskultur.

Der zweite Bereich der Sonderausstellung im ersten Stockwerk verleiht Einblicke in ausgestellte Bücher durch die Darstellung auf Monitoren und zeigt neben bedeutenden Urkunden weitere Highlights wie das Originaltestament von Kaiser Maximilian I. sowie eine blätterbare Version des Wappenbuches vom Orden des Goldenen Vlieses.

Diese Sonderausstellung bietet eine ausdrucksstarke Begegnung mit der Kunst und Kultur des Mittelalters im Übergang zur Frühen Neuzeit. Bis auf wenige Ausnahmen handelt es sich um Originale, die die beiden Habsburger von der Wiege bis zur Bahre in ihrem Umfeld als Vater und Sohn erleben lassen. Die Sonderausstellung 2021 „WIR FRIEDRICH III. & MAXIMILIAN I. – Ihre Welt und ihre Zeit“ bildet eine hochkarätige Erweiterung und Vertiefung der Dauerausstellung „DEM HIMMEL NAHE“, die im Jahr 2017 durch die Schenkung des bedeutenden Kunstsammlers Kuno Mayer im Admonter Stiftsmuseum umgesetzt werden konnte.

In Admont verortet

Die neue Ausstellung im Museum für Gegenwartskunst ist der „Made for Admont“-Fotokunst gewidmet. Kein Wunder also, dass sie den Titel „Verortungen“ trägt, denn jede der gezeigten Fotografien hat einen engen Bezug zu Admont und dem Benediktinerstift. Die Idee zu „Made for Admont„ wurde im Jahr 2000 durch Einladung des damals „Modernsten Malers Österreichs“, Lois Renner, geboren. Er war der erste Artist in residence. Kurz davor, 1997, hat das Stiftsmuseum mit dem Aufbau seiner Sammlung zeitgenössischer Kunst begonnen. Sieben Jahre später, 2002, war Erwin Wurm bereits zu Gast in Admont, wo er seinen „One minute sculptures“ einen Bezug zum Benediktinerstift verlieh. So wie Erwin Wurm wurden im Laufe der Jahre zahlreiche Künstler*innen beauftragt, „Made for Admont“-Werke zu erschaffen. „Natürlich hätten wir auch einfach bereits vorhandene Exponate kaufen können. Doch uns war es wichtig, authentisch zu bleiben und Kunst zu zeigen, die hier in Admont ihren Ursprung findet“, sagt Michael Braunsteiner.

Der Künstlerische Leiter des Stiftsmuseums hat in diesem Jahr eine Ausstellung geformt, die ausschließlich „Made for Admont“-Fotografien in der Abteilung für Gegenwartskunst zeigt. Neben Erwin Wurms „One minute sculptures“ sind unter den 12 gezeigten künstlerischen Positionen viele weitere Highlights zu sehen, darunter Werke von Fabio Zolly aus der Spezialsammlung „Jenseits des Sehens – Kunst verbindet Blinde und Sehende“, die ebenso in Admont konzipiert und erstmals 2012 im Stiftsmuseum gezeigt wurde. Schon im Folgejahr ging diese Spezialsammlung als Leihgabe nach Moskau in das „Zentrum Zeitgenössischer Kunst Winzavod“.

Die Ausstellung „VERORTUNGEN – MADE FOR ADMONT #fotografie“ bietet auch eine gute Gelegenheit, die vergangenen zwei Jahrzehnte Revue passieren zu lassen, sagt Braunsteiner: „Unser neu eingeschlagener Weg, in unserem Museum aktuelle Kunst mit alter Kunst in einen spannungsreichen Dialog zu bringen, hat uns auch den Österreichischen Museumspreis 2005 eingebracht.“

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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