VCÖ: Bereits mehr als 400.000 Fahrrad-Haushalte in der Steiermark

Das Potenzial für mehr Radverkehr ist in der Steiermark sehr groß, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse anlässlich des morgigen Welttags des Fahrrads zeigt. Bereits 415.000 Haushalte in der Steiermark haben zumindest ein funktionstüchtiges Fahrrad, die meisten mehrere. Ein Drittel der Steirerinnen und Steirer nutzen das Fahrrad häufig als Verkehrsmittel, ein weiteres Drittel zumindest gelegentlich. Vier von zehn Autofahrten sind in Radfahrdistanz. Um der Bevölkerung den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad zu erleichtern, ist der verstärkte Ausbau der Infrastruktur für den Radverkehr wichtig, betont der VCÖ.

In Deutschland wurden vor der Covid-19-Pandemie elf Prozent der Alltagswege mit dem Fahrrad gefahren, in Dänemark 15 Prozent und in den Niederlanden sogar 28 Prozent, in Österreich gerade mal sieben Prozent. „Es mangelt in Österreich nicht an der Anzahl der Fahrräder. Es mangelt auch nicht am Willen der Bevölkerung. Aber in Österreich gibt es Mängel bei der Rad-Infrastruktur. Wir brauchen eine bundesweite Infrastrukturoffensive für den Radverkehr“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Denn die stärkere Nutzung des Fahrrads als Verkehrsmittel spielt eine zentrale Rolle, um die Klimaziele erreichen zu können. Die Voraussetzungen dafür sind gut, besonders auch in der Steiermark. In der Steiermark gibt es bereits 415.000 Fahrrad-Haushalte. Rund 340.000 Steirerinnen und Steirer nutzen täglich oder mehrmals die Woche das Fahrrad als Verkehrsmittel, wie dieVCÖ-Analyse zeigt. Für weitere 360.000 ist das Fahrrad zumindest gelegentlich ein Verkehrsmittel auf Alltagswegen. Nicht inkludiert in den Zahlen sind radfahrende Kinder unter 16 Jahren.

Vier von zehn Autofahrten in der Steiermark sind kürzer als fünf Kilometer und damit in Radfahrdistanz. Sechs von zehn sind kürzer als zehn Kilometer, was für einige mit herkömmlichen Fahrrädern und für die meisten mit den immer beliebter werdenden Elektro-Fahrrädern gut bewältigbar ist. „Wer statt im Auto zu sitzen mit dem Fahrrad fährt, leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, sondern tut auch der eigenen Gesundheit gutes, verbrennt Kalorien statt Erdöl und spart sich damit einiges an Spritgeld. Gerade bei Kurzstrecken ist der Spritverbrauch hoch“, erinnert VCÖ-Experte Schwendinger.

Wichtig ist, der Bevölkerung den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad durch ein dichtes Netz an sicheren Radverbindungen so einfach wie möglich zu machen. In den Gemeinden und Städten ist dem Radfahren ausreichend Platz zu geben und durch Verkehrsberuhigung ein sicheres Umfeld zu schaffen. „An der Anzahl der Kinder und Familien, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, kann die Qualität der Radverbindungen gemessen werden. Je mehr Kinder und Familien radeln, desto besser die Qualität“, erklärt VCÖ-Experte Schwendinger.

Auch zwischen den Orten, von Siedlungen zum nächsten Ortsgebiet und zu den Bahnhöfen braucht es gute und sichere Radverbindungen. Der VCÖ begrüßt den verstärkten Ausbau der Rad-Infrastruktur, etwa im Raum Graz. „Je früher die Radverbindungen ausgebaut und verbessert werden, umso größer der Nutzen für Umwelt und Bevölkerung“, betont VCÖ-Experte Schwendinger.

International setzen immer mehr Regionen und Ballungsräume auf breite und möglichst kreuzungsfrei Radschnellwege. Im Umland von Kopenhagen beispielsweise wurden in den vergangenen zehn Jahren rund 200 Kilometer Radschnellwege errichtet, bis zum Jahr 2045 ist der Ausbau auf 845 Kilometer geplant. Die Anzahl der Radfahrenden hat auf bereits hohem Niveau auf den bisher eröffneten Strecken um weitere 23 Prozent zugenommen. Durch die gute Infrastruktur werden auch längere Distanzen mit dem Fahrrad gefahren, im Schnitt wird eine Distanz von elf Kilometer geradelt. Der Frauenanteil ist dank der sicheren Infrastruktur mit 52 Prozent hoch. Und viele Autofahrer sind auf das Fahrrad umgestiegen.

„Der Ausbau der Rad-Infrastruktur bringt uns schneller ans Klimaziel und ist zusätzlich auch ein Jobmotor. Pro Million Euro schafft der Bau von Radwegen um 50 Prozent mehr Arbeitsplätze als der Bau von Autobahnen“, macht VCÖ-Experte Schwendinger aufmerksam.

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Der „VCÖ – Mobilität mit Zukunft“ ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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