Altaussee: Land Stmk verlangt keine UVP für geplante Loser Panoramabahn – Grüne unzufrieden

Presseaussendung der Grünen Steiermark: Anfragebeantwortung zu Loser-Seilbahn unbefriedigend

Die geplante Panorama-Gondelbahn auf den Loser lässt in der Bevölkerung im Ausseerland weiterhin die Wogen hochgehen. Es wird befürchtet, dass die ganzjährig geführte Seilbahn neue Touristenströme anlocken wird, die die Region schlichtweg nicht verträgt. Außerdem bedeutet das Projekt nicht nur einen Eingriff in die wertvolle Naturlandschaft, sondern wird wohl auch weitere Bauprojekte nach sich ziehen. 

Der Grüne Landtagsklub hat daher im März in einer schriftlichen Anfrage an Umweltlandesrätin Ursula Lackner und Verkehrslandesrat Anton Lang gefordert, die Umweltverträglichkeit der angekündigten Investitionen am Loser zu prüfen. Die Antworten der beiden SPÖ-Landesräte sind jetzt eingelangt, sie sind aber für die Grünen und für die Liste Dialog Lebenswertes Altaussee alles andere als zufriedenstellend. Landesrätin Lackner hält darin unter anderem fest, dass kein UVP-Feststellungsverfahren vorgesehen sei und sie auch keines beantragen werde. Nach dem Seilbahnrecht sei außerdem der Bund zuständig, so Lackner in ihrer Anfragebeantwortung (siehe unten).

Der Landtagsabgeordnete Lambert Schönleitner

„Ich halte es für sehr bedauerlich, dass die Landesregierung hier die Verantwortung von sich schiebt. Aus meiner Sicht ist jedenfalls die Landesbehörde nach dem Naturschutzrecht zuständig und nicht die Bundesbehörde. Landesrätin Lackner muss jetzt agieren, bevor es zu spät ist! Es braucht endlich Klarheit, was die Verkehrsproblematik in Altaussee und am Loser betrifft.“

Gemeindekassier Martin Dämon von der Liste Dialog Lebenswertes Altaussee: 


„Es wird uns von einigen Seiten vorgeworfen, gegen den Loser zu sein. Das ist absurd. Wir sind vielmehr FÜR die Erhaltung der Lebensqualität und vor allem sind wir dafür, dass bei diesem Großprojekt ein Genehmigungsverfahren durchgeführt wird, das in Größe und Qualität der Größe der geplanten Maßnahme entspricht. Es darf heutzutage keinen Freibrief mehr für ein Projekt dieser Dimension geben – immerhin sprechen wir hier von einer irreversiblen Weichenstellung für einen ganzen Ort. Noch einmal: Wir sind nicht prinzipiell gegen das Gondelprojekt, fordern aber volle Transparenz und eine seriöse, umfassende Prüfung der Umweltverträglichkeit, unter Berücksichtigung der dadurch entstehenden Gesamtverkehrsströme auch im Sommer.“

Anbei die Anfrage sowie die Beantwortung durch LR Lackner und LR Lang.

Schriftliche Anfrage an die Landesregierung oder eines ihrer Mitglieder (§ 66 GeoLT) eingebracht am 31.03.2021, 11:50:06

Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne), LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne), LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne)
Fraktion(en): Grüne

Regierungsmitglied(er): Landesrätin Mag. Ursula Lackner Frist: 31.05.2021

Betreff:

Altaussee darf nicht Hallstatt werden – Umweltverträglichkeit der angekündigten Loser-Investitionen prüfen

„Loser bekommt neue Ganzjahresseilbahn“, titelte der ORF Steiermark einen Beitrag vom 17. Februar 2021. Eine Investmentgruppe rund um den Unternehmer Dr. Hannes Androsch plant, den bestehenden Sechser-Sessellift durch eine leistungsfähige neue Zehner-Gondelbahn auf den Loser zu ersetzen. Die neue Panoramagondelbahn soll von der Talstation des bisherigen Sessellifts bis zum Parkplatz der Bergstation geführt werden. Der Loser soll damit für die touristische Nutzung im Sommer massiv aufgewertet werden. Die Projektwerber sind seit dem Bekanntwerden der Pläne nahezu aufdringlich bemüht, die ökologische Ausrichtung der Investition zu betonen und die deutlich zum Ausdruck gebrachten Befürchtungen der Bevölkerung im Ausseerland zu zerstreuen – wonach die Talstation der Gondelbahn zu einem negativen „Verkehrs-Magnet“ in Altaussee werden könnte. Die Investmentgruppe und in ihrem Schlepptau der Bürgermeister der Gemeinde Altaussee argumentieren damit, dass die positiven ökologischen Auswirkungen schon deshalb überwiegen würden, weil damit die rund 35.000 bisherigen PKW-Bergfahrten auf den Loser in einer Sommersaison deutlich reduziert werden könnten.

Bei genauem Hinschauen wird jedoch sichtbar, welche Dimension dieses Projekt aufgrund seiner Transportkapazität real hat und dass das damit neben dem entstehenden Verkehrsproblem in der Gemeinde Altaussee wohl auch eine Kette an problematischen Neuinvestitionen am Loser selbst die Folge sein könnten. Eine naturräumlich und qualitätstouristisch verträgliche Nutzung des Losers könnte dadurch bald Geschichte sein.

In einem offenen Brief der Initiative „Dialog Lebenswertes Altaussee“ an Dr. Hannes Androsch vom 17. Februar 2021 wurden zahlreiche sachliche Fragen über die grundsätzliche Ausrichtung des Projekts auf die Gemeinde Altaussee und den Naturraum gestellt. Die Bürgerinnen und Bürger stellten sich in diesem Brief nicht grundsätzlich gegen das Gondelprojekt, sie wollen aber volle Transparenz und eine seriöse, umfassende Prüfung der Umweltverträglichkeit – unter Berücksichtigung der dadurch entstehenden Gesamtverkehrsströme – sicherstellen.

Weiter wird in besagtem Brief der Bevölkerung eindrucksvoll die Personenkapazität der Gondelbahn beleuchtet. So wird unter anderem auf Folgendes hingewiesen:

Die geplante Panoramagondelbahn soll 1.800 Personen pro Stunde befördern. Zur Illustration: Startet man den Betrieb um 8:00 Uhr, könnten bis 9:02 Uhr alle Bewohner*innen Altaussees auf den Loser befördert werden. Der Loser hat momentan im Sommerhalbjahr in 6 Monaten ca. 100.000 Besucher. Voll ausgelastet könnte die neue Gondelbahn diese Besucheranzahl innerhalb von rund 7 Betriebstagen hinauf befördern. Eine deutliche Steigerung der Besucher*innenzahlen scheint also aufgelegt und wird wohl auch Voraussetzung sein, um die Investition betriebswirtschaftlich abbilden zu können.

Dieses Dokument wurde gem. § 77 GeoLT 2005 elektronisch erfasst. Seite 1 / 3

XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE

Der inländische Ausflugs- und Tagestourismus erlebt gegenwärtig einen Boom. Besonders beliebt sind schöne Naturlandschaften (z. B. Gebirgsseen) und spektakuläre Attraktionen (z. B. Panoramagondelbahnen). Expert*innen sagen für die kommenden Jahre weitere massive Steigerungen voraus. Zusätzlich steuern Internationale Reise- und Busunternehmen derartige Attraktionen gerne an. Ein Beispiel für die Gefahren einer solchen Entwicklung ist Hallstatt im oberösterreichischen Teil des Salzkammerguts. Der historische und international bekannte Tourismus-Hotspot führt ab 2022 Beschränkungen für die Einfahrt von Reisebussen ein. Statt rund 20.000 Reisebussen (2019) dürfen zukünftig nur mehr 14.000 Busse einfahren. 6.000 Reisebusse mit 180.000 Personen brauchen dann ein neues Ziel. „Könnte Altaussee und das Ausseerland auch ein Ersatz für ausgesperrte Hallstattfans sein?“, fragt sich die Bevölkerung berechtigterweise.

Dass Altaussee aufgrund seiner naturräumlichen Einzigartigkeit mit Loser, Altausseer See und seiner besonderen Alpin-Architektur ein magischer Anziehungspunkt – vergleichbar mit Hallstatt – ist, ist offensichtlich.

Es ist daher von besonderer Wichtigkeit, dass die angekündigten Investitionen am Loser – insbesondere die Errichtung einer Pananramagondelbahn – tiefgehend auf ihre ökologische Verträglichkeit geprüft werden. Dabei ist vor allem auch auf die drohende Dynamisierung des Individualverkehrs in der Gemeinde Altaussee und im gesamten Ausseerland hinzuweisen.

Das aktuelle Vorhaben wäre nicht das erste UVP-pflichtige Projekt vor Ort: Mit Bescheid vom 21.10.2004 (GZ: FA13A-11.10-30/2004-65) wurde die Errichtung der Hagen Lodge mit 62 Hütten, Arena als Mittelpunkt der Loser Elebniswelt, Tiefgarage, Erweiterung von bestehenden Pisten, Neubau einer Piste am Sandling genehmigt. Projektgegenstand waren ua auch eine Schibrücke, eine Beschneiungsanlage und ein Speicherteich. Im Rahmen einer Projektänderung wurde schließlich mit Bescheid vom 13.04.2010 (FA13A-11.10-127/2009-41) die „Loser-Erlebniswelt, Pistenerweiterung Sandling, Verbindungsschiweg“ im UVP-Verfahren genehmigt.

Eine umfassende und ganzjährige Beurteilung der Gesamt-Verkehrssituation wurde bis dato nicht angestellt, denn die bestehenden Liftanlagen dienten bisher ausschließlich dem Wintertourismus. Die geplante Loser-Gondel wäre demnach wesensändernd in Bezug auf den bestehenden Sechser-Sessellift.

Viele Menschen im Ausseerland fragen sich zudem, wie die aus ihrer Sicht im Raum stehenden massiven Erweiterungen der tagestouristischen Infrastruktur mit den beiden Hauptprogrammlinien der Kulturhauptstadt 2024 „Durst auf Rückzug“ und „Auswirkungen des (Hyper-)Tourismus“ eigentlich zusammenpassen.

Es wird daher folgende

gestellt:

Schriftliche Anfrage

  1. Wurde Ihnen das Projekt „Panoramagondelbahn Loser“ von den Investor*innen oder der Standortgemeinde offiziell vorgestellt und präsentiert? Wenn ja, wie bewerten Sie dieses Projekt aus naturschutzfachlicher Sicht?
  2. Wurde bereits ein Projektantrag nach einem einschlägigen Materiengesetz oder/und dem UVP-Gesetz gestellt?
  3. Wurde für das Projekt „Panoramagondelbahn Loser“ ein UVP-Feststellungsverfahren durchgeführt bzw. beantragt? Werden Sie als Behörde die Einleitung eines solchen beantragen?
  4. Ist geplant, die Errichtung einer Panoramagondelbahn als (lediglich) Änderung einem UVP-Verfahren zu unterziehen?
  5. Ist geplant, die Errichtung einer Panoramagondelbahn (lediglich) einem vereinfachten Verfahren zu unterziehen?
  6. Soll der Kreis der in § 19 Abs 1 UVP-G aufgelisteten Parteien (insbesondere Bürgerinitiativen, anerkannte Umweltorganisationen, Nachbar*innen) durch sonstige Formalitäten (z. B. Wahl der Verfahrensart, Salami Slice-Taktik) eingeschränkt werden?

Dieses Dokument wurde gem. § 77 GeoLT 2005 elektronisch erfasst. Seite 2 / 3

  1. Teile der geplanten Seilbahn werden innerhalb des Naturschutzgebietes XVI sowie im Landschaftsschutzgebiet LS14b errichtet. Erachten Sie ein derartiges Gondelprojekt, das in einer Stunde bis zu 1.800 Personen auf den Loser transportieren kann, grundsätzlich als genehmigungsfähig?
  2. Laut ÖEK 5.0 Seite 40 der Gemeinde Altaussee ist für die Umsetzung von konkreten Projekten im Bereich „Loseralm“ die Verpflichtung zur Erstellung eines Bebauungsplanes jedenfalls erforderlich (Strategische Umweltprüfung). Werden Sie sicherstellen, dass für das Projekt „Panoramagondelbahn Loser“ eine Strategische Umweltprüfung durchgeführt wird?
  3. Die Errichtung einer Hochleistungsgondelbahn am Ende einer 6 km langen Sackgasse hat umfangreiche Auswirkungen auf das Verkehrsgeschehen im gesamten Ortsgebiet von Altaussee und weit darüber hinaus. Wie wird sichergestellt, dass die aus dem Projekt resultierenden Verkehrsbewegungen in Altaussee und die damit verbundenen Umweltauswirkungen in einem Genehmigungsverfahren umfassend fachlich bewertet werden; dies vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass der touristische Mehrnutzen vor allem in der bereits jetzt sehr starken Sommersaison liegen soll? Wie ist dieses Projekt mit den sehr hohen Verkehrszahlen an der Ortseinfahrt von Altaussee (bis zu einem DTV von 6.666 Fahrten im August gemäß amtlicher Messung des Landes Steiermark) vereinbar?
  4. Laut Projekt soll die Panoramagondelbahn die Erreichbarkeit des Losers von „mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereisten Personen“ gewährleisten. Derzeit fährt der Linienbus unter der Woche dreimal pro Tag. Die Gondelbahn wird in Spitzenzeiten jedoch 1.800 Personen pro Stunde befördern. Werden Sie als Umweltlandesrätin dafür Sorge tragen, dass im Falle einer Projektrealisierung das öffentliche Verkehrsangebot massiv ausgebaut wird?
  5. Im Bereich Graskogel/Sechserfleck soll im bzw. direkt am Rand des Naturschutzgebietes XVI eine hohe 3fach-Stütze als Kuppengerüst gebaut werden. Diese wird von nahezu jedem Punkt in Altaussee sichtbar sein und die Horizontwahrnehmung des Losers nachhaltig verändern. Ist dieses massive Bauwerk mit den Grundsätzen des Natur- und Landschaftschutzes aus Ihrer Sicht vereinbar?
  6. Es ist geplant, die Seilbahnstützen in der Nacht zu beleuchten. Sind diese geplanten Licht-Emissionen (Stichwort: „Lichtverschmutzung“) in hochsensiblen Alpinzonen aus Ihrer Sicht zweckmäßig und umweltverträglich?

Unterschrift(en):

LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne), LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne), LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne)

Schriftliche Anfragebeantwortung (§ 66 GeoLT) eingebracht am 26.05.2021, 09:56:48

Zu:

Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne), LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne), LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne)
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Mag. Ursula Lackner

Betreff:

Altaussee darf nicht Hallstatt werden – Umweltverträglichkeit der angekündigten Loser-Investitionen prüfen

Die Anfrage vom 31.03.2021, Einl.Zahl 1279/1 der Abgeordneten LTAbg. Lambert Schönleitner, LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck, LTAbg. Sandra Krautwaschl, LTAbg. Veronika Nitsche, MBA, LTAbg. Mag. Alexander Pinter und LTAbg. Georg Schwarzl betreffend „Altaussee darf nicht Hallstatt werden – Umweltverträglichkeit der angekündigten Loser-Investitionen prüfen“ beantworte ich wie folgt:

Ad 1:

Der UVP-Behörde und der Umweltanwaltschaft wurde das Projekt am 10. März 2021 im Rahmen eines Ortsaugenscheines in groben Zügen vorgestellt. Dies wurde mir in weiterer Folge von der Behörde mitgeteilt. Mir persönlich wurde das Projekt nicht vorgestellt, was in verwaltungsrechtlichen Verfahren auch nicht vorgesehen ist.

Für eine inhaltliche Beurteilung fehlen noch einschlägige Unterlagen.

Ad 2:

Nein.

Ad 3:

Ein solches Verfahren wurde weder beantragt, noch durchgeführt. Ohne Antrag wird ein solches Verfahren in der Regel nicht von Amts wegen geführt.

Ad 4 und 5:

Nach erster Einschätzung berührt die geplante Seilbahn das einstige UVP-Vorhaben „Schigebiet Loser“ nicht und wäre daher voraussichtlich nach dem Seilbahnrecht (vom zuständigen Ministerium) zu genehmigen.

Eine Wahlmöglichkeit der Verfahrensart besteht weder für den Antragsteller noch für die Behörden. Verwaltungsbehördliches Handeln ist an die gesetzlichen Voraussetzungen gebunden.

Ad 6:

1279/1 Altaussee darf nicht Hallstatt werden – Umweltverträglichkeit der angekündigten Loser-Investitionen prüfen
(Schriftliche Anfrage an die Landesregierung oder eines ihrer Mitglieder (§ 66 GeoLT))

Über die gesetzlichen Voraussetzungen hinaus ist verwaltungsbehördliches Handeln auch an den Antragsgegenstand gebunden. Die Verfahrensart ist gesetzlich geregelt und die Stückelung eines Vorhabens in mehrere Teil-Projekte ist nur zulässig, wenn diese eine sachliche Rechtfertigung hat und nicht dem Zweck der UVP-Umgehung dient.

Ad 7:

Gemäß den Vorgaben der Naturschutzgebietsverordnung bzw. den Vorgaben der Verordnung zum Landschaftsschutzgebiet und jenen des Steiermärkischen Naturschutzgesetzes 2017 ist eine Genehmigung aus rechtlicher Sicht grundsätzlich nicht ausgeschlossen. So können z.B. lt. der Erklärung des Westteiles des Toten Gebirges zum Naturschutzgebiet „Ausnahmen von den im § 2 genannten Verboten von der Landesregierung bewilligt werden, wenn der Eingriff dem Zweck des Schutzes nicht widerspricht.“ Da aber zum gegenständlichen Vorhaben noch keine Unterlagen eingereicht wurden, ist eine seriöse fachliche Beurteilung derzeit nicht möglich.

Ad 8:

Die angeführte Passage stammt aus dem Erläuterungsbericht des ÖEK. Dabei wird im Zusammenhang mit der erwähnten Bebauungsplan-Verpflichtung im Bereich Loseralm auf die erfolgte strategische Umweltprüfung für den Touristischen Siedlungsschwerpunkt „Loser-Sandling-Erlebniswelt“ verwiesen (der Klammerausdruck in der zitierten Passage lautet „vgl. Strategische Umweltprüfung“), welche für die Bereiche Augstalm und Loseralm in Form einer Einzelfallprüfung (Umwelterheblichkeits-Prüfung) abgehandelt wurde. Somit wurde eine strategische Umweltprüfung bereits vorgenommen. Die Bewertung der Umwelterheblichkeit ergab, dass hinsichtlich der Umweltauswirkungen für den Themencluster „Landschaft/Erholung“ eine Verschlechterung nicht zur Gänze ausgeschlossen werden kann. Um zu gewährleisten, dass sich die zukünftig vorgesehenen touristischen Nutzungen in das Straßen-, Orts- und Landschaftsbild einfügen und die Belange des Landschaftsschutzes sichergestellt werden, wurde die verpflichtende Erstellung eines Bebauungsplanes festgelegt. Das Projekt Panoramagondelbahn Loser steht in keinem Zusammenhang mit der durchgeführten Umwelterheblichkeits-Prüfung für Augstalm und Loseralm und bezieht sich demnach die dargelegte Erläuterung zum ÖEK auch nicht auf den Bereich dieses Projektes.

Ad 9:

Diese Frage kann mangels Zuständigkeit – sie fällt in die Zuständigkeit der Abteilung 16 Verkehr und Landeshochbau – nicht beantwortet werden.

Ad 10:

Diese Frage kann mangels Zuständigkeit – sie fällt in die Zuständigkeit der Abteilung 16 Verkehr und Landeshochbau – nicht beantwortet werden.

Ad 11:

Siehe Antwort zu Frage 7.

Ad 12:

Die Prüfung der Umweltverträglichkeit wird im Rahmen des gleichnamigen verwaltungsbehördlichen Genehmigungsverfahrens durchgeführt; kommt ein solches Verfahren nicht zur Anwendung, sind die in den Materiengesetzen festgelegten Prüfkriterien maßgeblich.

Schriftliche Anfragebeantwortung (§ 66 GeoLT) eingebracht am 31.05.2021, 08:50:46

Zu:

Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne), LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne), LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne)
Regierungsmitglied(er): Landeshauptmann-Stv. Anton Lang

Beilagen: 20210531_Beantwortung LHStv Lang.pdf

Betreff:

Altaussee darf nicht Hallstatt werden – Umweltverträglichkeit der angekündigten Loser-Investitionen prüfen

Die Anfrage vom 31.03.2021, Einl.Zahl 1280/1, der Abgeordneten Lambert Schönleitner, Sandra Krautwaschl, Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck, Veronika Nitsche, MBA, Mag. Alexander Pinter und Georg Schwarzl betreffend „Altaussee darf nicht Hallstatt werden – Umweltverträglichkeit der angekündigten Loser-Investitionen prüfen“ beantworte ich wie folgt:

Einleitend darf festgehalten werden, dass zur Umweltverträglichkeitsprüfung (Abteilung 13 – Umwelt und Raumordnung) nach der Geschäftseinteilung des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung keine Ressortzuständigkeit meinerseits besteht, weshalb dahingehende Fragen der gegenständlichen schriftlichen Anfrage auch nicht beantwortet werden können.

9. Die Errichtung einer Hochleistungsgondelbahn am Ende einer 6 km langen Sackgasse hat umfangreiche Auswirkungen auf das Verkehrsgeschehen im gesamten Ortsgebiet von Altaussee und weit darüber hinaus. Wie wird sichergestellt, dass die aus dem Projekt resultierenden Verkehrsbewegungen in Altaussee und die damit verbundenen Umweltauswirkungen in einem Genehmigungsverfahren umfassend fachlich bewertet werden; dies vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass der touristische Mehrnutzen vor allem in der bereits jetzt sehr starken Sommersaison liegen soll? Wie ist dieses Projekt mit den sehr hohen Verkehrszahlen an der Ortseinfahrt von Altaussee (bis zu einem DTV von 6.666 Fahrten im August gemäß amtlicher Messung des Landes Steiermark) vereinbar?

Die Erschließung des Loser mit all seinen touristischen Einrichtungen erfolgt durch die Blaastraße, welche eine Gemeindestraße ist. Diese bindet im Ortsgebiet von Altaussee in die L 702, Altausseer Straße, ein.

Auf im Rahmen eines UVP-Verfahren zu prüfende Aspekte eines potentiellen Projektes kann an dieser Stelle in Ermangelung einer Zuständigkeit und vor allem im Sinne unseres Rechtsstaates keine Aussage getroffen werden.

1280/1 Altaussee darf nicht Hallstatt werden – Umweltverträglichkeit der angekündigten Loser-Investitionen prüfen
(Schriftliche Anfrage an die Landesregierung oder eines ihrer Mitglieder (§ 66 GeoLT))

10. Laut Projekt soll die Panoramagondelbahn die Erreichbarkeit des Losers von „mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereisten Personen“ gewährleisten. Derzeit fährt der Linienbus unter der Woche dreimal pro Tag. Die Gondelbahn wird in Spitzenzeiten jedoch 1.800 Personen pro Stunde befördern. Werden Sie als Verkehrslandesrat dafür Sorge tragen, dass im Falle einer Projektrealisierung das öffentliche Verkehrsangebot massiv ausgebaut wird?

Gemäß der Finanzierungsrichtlinie des Landes Steiermark finanziert die derzeitigen Busfahrten zum Loser die Loser Bergbahnen GmbH zur Gänze. Dementsprechend liegt eine Entscheidung eines möglichen Ausbaues auch nicht in der Sphäre der Verkehrsabteilung des Landes.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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