Das Gegenteil von Lockdown – Caritas Steiermark präsentiert Wirkungsbericht 2020

Verstärkte Hilfe und Nähe zu den Menschen in der Pandemie

Graz (OTS) – „Für uns war immer klar: die Caritas bleibt da mit ihrer
Hilfe und bleibt nah bei den Menschen. Nothilfe kann nicht in den
Lockdown gehen“. Caritasdirektor Herbert Beiglböck hat am Freitag in
der Caritaszentrale Paulinum in Graz den Wirkungsbericht für das von
der Corona-Pandemie dominierte Jahr 2020 präsentiert. Während das
Land „heruntergefahren“ wurde, hat die Caritas ihre Hilfsangebote
sogar erweitert und regional ausgebaut. Dies sei nur möglich gewesen
dank der zahlreichen Spender*innen und Freiwilligen. „Viele waren
selbst von der Krise getroffen und haben dennoch die Caritas
unterstützt“, betonte Kuratoriumsvorsitzende Kristina
Edlinger-Ploder: „Das ist ein großartiges Zeichen von Solidarität“.

Neue Angebote in der Krise

   63.000 Essensausgaben im Marienstüberl, 2.929 Nächtigungen allein
in der Winternotschlafstelle, 6.127 Beratungen zur Wohnungssicherung,
37 Prozent mehr als im Vorjahr, dazu eine Zunahme bei den Beratungen
zur Existenzsicherung um 20 Prozent: die Zahlen sprechen eine
deutliche Sprache. „Die Krise hat Menschen, die ihr Leben ohne
finanziellen Spielraum gestalten müssen, aber auch Selbstständige und
kleine Unternehmen massiv getroffen“, berichtete Beiglböck. Mit neuen
Angeboten wie zusätzlichen Anlaufstellen der Beratungsstelle zur
Existenzsicherung steiermarkweit oder der Online-Beratung habe die
Caritas gut erreichbare notwendige Unterstützung sichergestellt.

Hohes Engagement von Mitarbeiter*innen und Freiwilligen 

   Dabei sei die Caritas selbst in allen ihren vielfältigen
Tätigkeitsfeldern von der Pflege über die Schulen und die Nothilfe
bis hin zu den Beschäftigungsprojekten selbst von allen Maßnahmen
betroffen gewesen. „Unsere Größe und Vielfalt war aber gleichzeitig
ein Vorteil, weil wir dank der Flexibilität und dem Engagement der
Mitarbeiter*innen untereinander aushelfen und einander in
Krisensituationen stützen konnten.“ Edlinger-Ploder verwies auf die
zahlreichen Freiwilligen Helfer*innen, die sich in neuen Projekten
wie dem TeamNächstenliebe oder in der Lebensmittelausgabe
engagierten.

Rasche und effiziente Hilfen im sozialen Bereich dringend
nötig

   Der Caritasdirektor sieht auf die Gesellschaft große
Herausforderungen zukommen: Familien, die auf längere Sicht mit
niedrigeren Einkommen zurechtkommen müssen, Menschen, die sich
verschuldet haben, Langzeitarbeitslose. Beiglböck verwies auf die
Milliardenhilfe für Unternehmen: „Wenn an Konzerne und Unternehmen
800.000 Euro an Subventionen rasch und unbürokratisch ausbezahlt
werden können, muss das auch bei Sozialleistungen von 800 Euro
möglich sein.“ 

   Beiglböck fordert zudem ausreichend leistbaren Wohnraum und den
Zugang dazu. „Wir brauchen rasch sehr effiziente Hilfen, um den
Menschen wieder auf die Beine zu helfen. Wir riskieren sonst, dass
Betroffene sich zurückziehen. Wir riskieren auch eine tiefe und
nachhaltige Spaltung der Gesellschaft“, hielt der Caritasdirektor
fest. Zudem sei während der Pandemie die große Bedeutung der Pflege
erkennbar geworden. „Wir brauchen hier bessere Zugänge zur
Ausbildung, auch für Menschen, die aus anderen Bereichen umsteigen
wollen.“

Mehr als 2.200 Mitarbeitende und 1.500 Ehrenamtliche

   Budget der Caritas Steiermark betrug 2020 rund 101,7 Millionen
Euro. Dabei kamen fast 10 Millionen Euro aus Spenden (Sach- und
Geldspenden), knapp 71 Millionen waren Entgelte für Dienstleistungen.
Dazu kamen Subventionen und Zuschüsse der öffentlichen Hand sowie
kirchliche Beiträge in Gesamthöhe von rund 17 Millionen Euro. In den
vier Bereichen (Bildung und Interkultur, Betreuung und Pflege, Hilfe
für Menschen in Not sowie Beschäftigung und Sachspenden) waren
insgesamt mehr als 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
beschäftigt. Mehr als 1.500 Männer, Frauen und Jugendliche
engagierten sich ehrenamtlich.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at