Graz: Öffentliche Sitzbank für Kinder vergleicht Vegetarismus mit Sodomie

Skandalöse Kinder-Geschichte auf einer neuen Sitzbank in Graz aufgestellt. „Der erwachte Zwerg“ vergleicht Vegetarismus mit Sodomie und Monster-GMO-Karotten.

Der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN ist empört über die Kurzgeschichte, die seit Neuestem auf einer öffentlichen Sitzbank für Kinder in der Grazer Erzherzog-Johann-Allee ausgestellt wird. Darin entdeckt ein nach langem Schlaf erwachter Zwerg, dass die Tiere nun frei sind und kein Fleisch mehr gegessen wird. Doch diese Entwicklung wird dann mit Sodomie (quasi als nächsten Schritt) und genmanipulierten Karotten völlig ad absurdum geführt. „Die Vegetarier“ seien an der Macht, heißt es in der Geschichte – und im Parlament sei „der leidige Sodomie-Paragraph“ auch endlich gefallen. „Und jetzt sitzt der Zwerg und sein genmanipuliertes Karottenmonster da, als wären sie ein Mahnmal für die Zukunft.“ Ende der Kurzgeschichte für Kinder. Das verstörende Märchen wurde in leicht abgewandelter Form außerdem im Rahmen des International Storytelling Festival Austria/Graz erzählt Geschichten einem größeren Publikum präsentiert.

Tierschützer:innen entsetzt

In Online-Diskussionsgruppen zeigen sich viele Tierschützer:innen entsetzt über die Geschichte, die in dieser Form nur als anti-vegetarische Propaganda gelesen werden kann. Es wird bereits zu Protesten gegen die Sponsor:innen der Sitzbank (Land Steiermark, Stadt Graz, Antenne, Kleine Zeitung und andere) aufgerufen. Vegetarismus aus Tierschutzgründen und freie, glückliche Tiere mit Sodomie und Gen-„Monster“-Gemüse zu vergleichen ist völlig absurd. Das Ganze dann auch noch an Kinder zu richten, die eine solche „Zwergen“-Geschichte nur wortwörtlich nehmen können, ist unverantwortlich!, so VGT-Aktivistin Lena Remich. Uns würde schon interessieren, wer bei den Sponsor:innen Stadt Graz oder Land Steiermark das Projekt „Graz erzählt Geschichten“ inhaltlich überprüft. Wer kontrolliert die  verstörenden Geschichten, die Folke Tegetthoff kleinen Kindern erzählt“?

Tiernutzungsindustrie sorgt für Tierleid und Gen-Pflanzen

Künstliche Besamungen und andere Praktiken, bei denen Menschen massiv in die Fortpflanzung anderer Tiere eingreifen, sind in der landwirtschaftlichen Tiernutzung gang und gäbe. Eine „natürliche“ Begattung kommt kaum noch vor. Männliche Tiere werden „abgesamt“, weibliche Tiere manuell künstlich befruchtet. Manche Tierarten, wie etwa Puten in der Leistungszucht, sind gar nicht mehr in der Lage, sich selbstständig fortzupflanzen. Diese geradezu perverse Realität wird von den meisten Menschen verdrängt. Ebenso landen in der EU genmanipulierte Pflanzen in erster Linie als Futtermittel für Tiere und dann als Tierprodukte auf den Tellern der Menschen. Eine kausale Verbindung zwischen dem Verzicht auf Fleisch, Kuhmilch und Hühnereiern und einer Steigerung des Gen-Pflanzenanbaus gibt es nicht.

VGT fordert Entfernung

Der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN schließt sich den Forderungen der empörten Grazer:innen an und fordert die Entfernung dieser „Kinder“-Geschichte. An die Stadt Graz wurde ein offener Brief verfasst. VGT-Aktivistin Lena Remich: Der Autor Folke Tegetthoff ist kein Unbekannter, was tierschutz-ferne Geschichten angeht. Schon vor einigen Jahren musste sein „Propagandawerk“, das im Auftrag für die AMA entstand, nach Entscheidung des Werberats eingestampft werden. Es ist völlig klar, dass die heutige Landwirtschaft angesichts von Klima- und Umweltkrise und einem immer stärker werdenden Tierschutzgedanken vor dem Wandel steht. Statt einem optimistisch-motivierenden Bild für Kinder malt die kritisierte Zwergen-Geschichte eine absurd-grausige Welt mit Sodomie und Gen-Monster-Karotten und lastet das dann auch noch „den Vegetariern“ an. Das können wir beim besten Willen nicht nachvollziehen!


About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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