Dem versteckten Hörverlust auf der Spur

Früherkennung von Demenz im Alter / Land unterstützt Uni-Forschungsprojekt

Salzburger Landeskorrespondenz, 24. Mai 2021

(LK)  Es betrifft jede zehnte Person, die einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsucht, weil sie schlecht hört: Hidden hearing, versteckter Hörverlust kann mit späterer Demenz in Verbindung stehen. Diesem Zusammenhang ist ein Team um Nathan Weisz von der Universität Salzburg auf der Spur.

„Life Science gewinnt besonders am Wissenschaftsstandort Salzburg enorm an Bedeutung. Die Forschung dringt dabei in Bereiche vor, die bisher erst nach dem Tod eines Patienten untersucht werden konnten. Der versteckte Hörverlust lässt sich derzeit durch Untersuchungen noch nicht diagnostizieren. Ein bisher vermuteter Zusammenhang mit der viel später auftretenden Demenz im hohen Alter macht die Forschung für mich besonders relevant“, so Landesrätin Andrea Klambauer.

Stärkung für Forschungs-Standort Salzburg

Die Salzburger Forscher arbeiten daran, über Magnetenzephalographie (MEG) versteckten Hörverlust nachzuweisen und damit frühzeitig medizinisch gegenzusteuern.  „Die Wissenschaftsstrategie des Landes, die WISS 2025, legt einen Schwerpunkt auf Life Science. Dabei sind Kooperation wie die Universität Salzburg und der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität wesentlich. Indem wir die Forschung stärken, sichern wir auch hochqualifizierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern attraktive Bedingungen in Salzburg. Daher unterstütze ich die Forschung an diesem Thema mit 163.500 Euro über den Zeitraum von drei Jahren aus dem Forschungsbudget des Landes“, unterstreicht Landesrätin Andrea Klambauer (Wissenschaft).

Vorzeichen für Demenz

Hörverlust im mittleren Alter wird mit später auftretender Demenz in Verbindung gebracht. „Es wird angenommen, dass das Problem in der Degeneration von Synapsen zwischen inneren Haarzellen und Zellen des Hörnervs liegt, ohne dass die eigentlichen Zellen absterben. Eine Überprüfung dieser Annahme ist derzeit nur nach dem Tod eines Patienten möglich“, erläutert Professor Weisz von der Abteilung Physiologische Psychologie.

Wichtiger Beitrag für großangelegte Studie

Die Forschergruppe rollt dafür eine Studie landesweit aus und macht die Ergebnisse den Wissenschaftlern der Paracelsus-Studie 10.000 zugänglich. Bei dieser Studie wird der Gesundheitszustand der Salzburger Bevölkerung auf einem hohen Standard wissenschaftlich untersucht. Krankheiten können so in Zusammenhang mit Alter, Herkunft und anderen demographischen Daten gebracht werden. Die Erkenntnisse helfen dabei, die häufigsten Krankheiten und deren Ursprung besser zu verstehen und vorzubeugen. LK_210524_61 (sm/mw)

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Titelbild: CopyrightPMU/Wildbild; im Bild: Landesrätin Andrea Klambauer

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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