Neue Wetterstation in Klagenfurt

Erste offizielle Wetterstation der ZAMG im innerstädtischen Bereich von Klagenfurt in Kooperation mit der HTL1 Lastenstraße und der Stadt Klagenfurt. Dient auch der Erforschung der Auswirkungen des Klimawandels und der Wirksamkeit von Anpassungsmaßnahmen.
Erstmals wurde im innerstädtischen Bereich von Klagenfurt eine offizielle Wetterstation der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) errichtet. In Kooperation mit der HTL 1 Lastenstraße wurde auf deren Gelände die automatische Messstation am 21. April 2021 in Betrieb genommen und liefert nun kontinuierlich Daten der Parameter Temperatur, Feuchtigkeit, Niederschlagsmenge, Wind, Sonnenscheindauer und Globalstrahlung. Die ZAMG führte die Planung und Errichtung der Station durch und sorgt für die technische Wartung und Datenprüfung sowie für die Weiterverarbeitung und Archivierung der Messwerte.
Projekt zur Hitzebelastung in der Stadt
Die Finanzierung der Anschaffungskosten der Station erfolgte im Rahmen des FFG-Projektes „GREENsChOOLENERGY“, das unter der Leitung der Stadt Klagenfurt „Lösungen urbaner Hotspots unter Verwendung von Photovoltaik, Begrünung und Wasser“ erforscht. Dabei wird untersucht, wie die Auswirkungen des Klimawandels auf die Hitzebelastung in der Stadt gemindert werden können. Maßnahmen wie Dachflächenbegrünung samt Photovoltaikanlagen, Photovoltaik-Fassaden samt Kühlung durch Brunnenwasser (Sprühnebel), umfangreiche Begrünungsmaßnahmen sowie ein naturnaher Bachlauf in drei Meter Höhe werden am Gebäude der HTL1 Lastenstraße umgesetzt und auf ihre Wirksamkeit analysiert und erforscht. Dazu sind auch repräsentative Vergleichs- und Referenzmessungen direkt am Standort mitten in der Stadt sehr wichtig.
Wertvolle Daten für die Stadtplanung
„Das Klima im innerstädtischen Bereich unterscheidet sich deutlich Vom Klima am Stadtrand, wie etwa am Flughafen, wo wir bisher die einzige offizielle Messstation hatten“, erklärt Christian Stefan, Leiter der ZAMG in Kärnten. „Durch die städtische Bebauung und Versiegelung entsteht ein Wärmeüberschuss und die nächtliche Abkühlung ist deutlich reduziert. Dieser städtische Wärmeinseleffekt kann das Wohlbefinden einschränken. Die Messstation liefert auch wertvolle Daten für die Stadtplanung, welche durch nachhaltige Stadtentwicklung und geeignete Maßnahmen die Lebensqualität in der Stadt gewährleisten kann.“
Vielfältiger Nutzen der neuen Wetterstation
Die neue Station wird somit vielfältig genutzt: Die Daten dienen der HTL1 als Referenzmessung für Monitoringzwecke der geplanten Maßnahmen, der Stadt Klagenfurt als Basisinformation für die Stadtplanung und Stadtklimamodellierungen und stehen auch online der gesamten Öffentlichkeit zur Verfügung. Weiters gehen die Daten in zahlreiche Anwendungen der ZAMG ein, wie Vorhersagen, Warnungen und klimatologische Auswertungen.
Vor 200 Jahren ähnlicher Standort
Vor über 200 Jahren wurden in der Mießtalerstraße beziehungsweise am Viktringer Ring bereits durch den Mathematikprofessor Matthias Achazel von 1813 bis 1845 regelmäßige Wetteraufzeichnungen durchgeführt, also wenige Meter vom Standort der neuen Wetterstation entfernt. Sie wurden im Landesmuseum und später am Flughafen fortgesetzt. „Sehr lange Beobachtungszeitreihen sind wichtig, um Klimaänderungen klar zu erkennen“, sagt Christian Stefan von der ZAMG.

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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