Raumberg – Gumpenstein/Irdning: „PolliDiversity“ – Citizen Science zur Unterstützung der Bestäubervielfalt

Das Citizen Science Projekt „PolliDiversity“ wurde von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein in der Stabstelle für Akquisition im Sinne der Vernetzung von Forschung und Lehre ins Leben gerufen. Es haben sich 16 Schulklassen und zahlreiche Privatpersonen zum Erforschen verschiedener Blütenbesucher im Rahmen des Citizen Science Awards 2021 angemeldet. Verena Mayer, Stabstelle Akquisition hat dazu eine Broschüre als Anleitung zum Mitforschen gestaltet. Der Bestimmungsschlüssel und das Bildmaterial stammen von Wildbienenexperten und Blütenökologen Johann Neumayer. Das Saatgut der ausgewählten Pflanzen Wiesenklee (Trifolium pratense), Kornblume (Cyanus segetum), Klatschmohn (Papaver rhoeas) und Leindotter (Camelina sativa) wurde den jungen ForscherInnen zur Verfügung gestellt.

Ziel des Projektes ist es, herauszufinden, welche Bestäuber, insbesondere Wildbienen und Honigbienen, diese Pflanzen in unterschiedlich strukturierten Landschaften besuchen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen beim Schutz und der Förderung von Bestäubern helfen. Der Rückgang der Biomasse von Insekten in den letzten 30 Jahren beträgt rund 80% und beruht vor allem auf strukturellen Veränderungen der Landschaft, wie zum Beispiel Bodenversiegelung und dem damit einhergehenden Lebensraumverlust oder makellose Golfrasen auf Firmengeländen oder in Privatgärten. Bestäuber spielen allerdings eine wichtige ökologische und wirtschaftliche Rolle, zumal sie für 80% der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen verantwortlich sind und besonders deshalb unseren Schutz brauchen. In Zeiten von Covid-19 ist es außerdem unermesslich, vor allem für Kinder und Jugendliche, ein aktives Mitforschen zu ermöglichen.

Aufgaben der Citizen Scientists

Die Aufgaben der teilnehmenden Citizen Scientists bestehen aus der Anlage der Blühflächen, aus einer Standortanalyse und aus dem Beobachten und Dokumentieren der Blütenbesucher auf den Blühflächen. Für die Anlage der Blühfläche wurden vier verschiedenen Pflanzenarten ausgewählt, welche unterschiedlichen Familien angehören, daher unterschiedliche Blütenmerkmale aufweisen und unterschiedliche Bestäuber anlocken. Die Aussaat der Samen erfolgte auf einer Fläche von 0,5 – 1 m2 pro Pflanzenart. Damit die Beobachtung später leichter fällt, wurde empfohlen die Pflanzenarten nicht zu mischen, sondern nebeneinander anzusäen. Bei der Standortanalyse ging es um die Begutachtung der Umgebung rund um die angelegten Flächen, ob sich für Insekten wertvolle Landschaftselemente in der Nähe befinden, wie zum Beispiel Totholz, Blühflächen, Insektenhotels, Gehölzstreifen, etc.

Derzeit warten alle teilnehmenden Citizen Scientists gespannt darauf, dass ihre Pflanzen zu blühen beginnen. Die Erkenntnisse der Beobachtungen werden in Online-Eingabemasken erfasst und anschließend ausgewertet.

Aktuelles

In der ersten Mai-Woche fand in der VS Irdning mit der teilnehmenden 4a-Klasse ein Einführungsworkshop im Freien statt, bei dem die Kinder tatkräftig und begeistert mitwirkten. An der HBLFA Raumberg-Gumpenstein wurden Hochbeete fertig gestellt und das Saatgut auf die Versuchsflächen ausgebracht. Das Saatgut für die Versuchsdurchführung zuhause erhielten die Schülerinnen und Schüler bereits vor einigen Wochen.

Auch der Radiosender Ö1 wurde auf „PolliDiversity“ aufmerksam und besuchte die HBLFA Raumberg-Gumpenstein, um eine vierteilige Radiosendung aufzunehmen. Die Projektleiterin Verena Mayer und die teilnehmende erste Klasse des landwirtschaftlichen Zweiges der HBLFA Raumberg-Gumpenstein wurden zum Projekt interviewt. Die Sendung wird in der Woche, ab 10.05.2021, täglich (ausgenommen Christi Himmelfahrt) um 08:55 Uhr auf Ö1 ausgestrahlt.

Text © HBLFA Raumberg-Gumpenstein

© Verena Mayer (HBLFA Raumberg-Gumpenstein)
© Verena Mayer (HBLFA Raumberg-Gumpenstein)
© Verena Mayer (HBLFA Raumberg-Gumpenstein)
© Johann Neumayer (freischaffender Biologe mit Schwerpunkt Blütenökologie und Bestäuber)
© Johann Neumayer (freischaffender Biologe mit Schwerpunkt Blütenökologie und Bestäuber)

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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