MotoGP: Durchwachsenes Wochenende für Red Bull KTM Factory Racing

Miguel Oliveira auf Platz 11, Brad Binder mit zwei Stürzen, beide Tech3 KTM Factory Racing Piloten in den WM-Punkten

Die beste Nachricht in Orange gab es noch vor dem Rennen: Tech3 und KTM verkündeten ihre weitere Zusammenarbeit in der MotoGP für fünf Jahre, bis einschließlich 2026. Am Ende der KTM GP Academy – über den Red Bull Rookies Cup, Moto3, Moto2 – stehen also auch künftig vier Plätze in den beiden KTM-Werksteams. KTM Motorsport-Direktor Pit Beirer: „Der Fünfjahres-Deal mit Tech3 ist ein strategisch wichtiger Move für uns. Mit Hervé und der Tech3-Crew haben wir den idealen Partner. Wir freuen uns auf die nächsten fünf gemeinsamen Jahre!“

Brad Binder fühlte sich das gesamte Wochenende über sehr wohl auf seiner KTM RC16 und hatte sich für den Sonntag Großes vorgenommen. Leider beendete ein Sturz über das Vorderrad bereits in der zweiten Runde sämtliche Ambitionen. Er konnte zwar weiterfahren, ging später allerdings noch einmal zu Boden und musste schlussendlich doch noch aufgeben. Teamkollege Miguel Oliveira vermisste das Gefühl fürs Bike, betrieb Schadensbegrenzung und beendete den GP von Spanien schließlich haarscharf außerhalb der Top 10.

Für die beiden Tech3 KTM Factory Racing Piloten Danilo Petrucci und Iker Lecuona war Jerez auf dem Papier das beste Rennen der diesjährigen Saison. Der Rückstand auf die Spitze (20 Sekunden) war der geringste bisher mit Platz 14 für Petrucci und Platz 15 für Lecuona.

Mike Leitner, Race Manager Red Bull KTM Factory Racing: „Mit Platz 11 können wir nicht zufrieden sein. Wir sind nicht in der MotoGP, um bloß dabei zu sein. Nach Brads Performance in den Trainings und im Qualifying hatten wir höhere Erwartungen. Jerez ist eine Strecke, auf der immer viele Stürze passieren, und leider erwischte es diesmal auch Brad. Bei Miguel war klar, dass es von Startplatz 16 aus schwierig sein würde, nach vorn zu kommen. Wie erwartet steckte er zu Rennbeginn im Verkehr und es dauerte, bis er sich freigeschwommen hatte. Die Leistungsdichte in der MotoGP ist wahnsinnig hoch. Am morgigen Testtag hier müssen wir etwas finden, das uns für die Zukunft hilft. In zwei Wochen in Le Mans werden die Karten wieder neu gemischt.“

Brad Binder: „Heute wäre definitiv mehr drin gewesen. Nach dem Warm-Up hatte ich ein sehr gutes Gefühl fürs Rennen. Mein Start war nicht perfekt, aber okay. Vielleicht war ich zu entspannt, als ich in die zweite Runde in Kurve zwei einbog und das Vorderrad verlor. Sorry ans Team dafür! Das ist die Lektion, die ich aus Jerez mitnehmen muss: Selbst wenn ich in der hektischen Anfangsphase glaube alles unter Kontrolle zu haben, muss ich extra aufzupassen und meine Bremspunkte ganz präzise setzen.“

Miguel Oliveira: „Ein schwieriges Rennen. Grip und Gefühl fürs Bike waren nie da. Dann haben auch noch die Reifen überhitzt. Ich musste mich zwingen, ruhig zu bleiben und das Bike einfach ins Ziel zu bringen. Mit leerem Tank wurde es ein bisschen besser, aber in Summe sind wir bei weitem noch nicht dort, wo wir hin möchten. Es wartet viel Arbeit auf uns, um unser Gesamt-Package wieder so konkurrenzfähig zu machen, wie wir uns das vorstellen.“

Hervé Poncharal, Team Manager Tech3 KTM Factory Racing: „Ein hartes, aber interessantes Wochenende. Wir haben das Maximum herausgeholt. Unser nächstes Ziel sind die Top 10. Hoffentlich können wir schon in Le Mans den nächsten Schritt machen. Über die verlängerte Zusammenarbeit mit KTM bin ich sehr glücklich. Es zeigt das gegenseitige Vertrauen. Für uns alle werden bessere Zeiten kommen!“

Danilo Petrucci: „Wir suchen noch immer das ideale Setup und müssen lernen, den Reifen zu verstehen: Unsere Pace kommt erst mit Fortdauer des Rennens. Zu Rennbeginn verlieren wir zu viel Zeit. Beim morgigen Test werden wir etwas Neues ausprobieren. Danke ans Team für die harte Arbeit. Wenn wir so weitermachen, werden die entsprechenden Ergebnisse kommen, davon bin ich überzeugt.“

Iker Lecuona: „Ich bin happy. Im Lauf des Wochenendes ist mein Selbstvertrauen zurückgekommen. Ich hatte schon den Anschluss an Danilo verloren, doch ich konnte pushen und zum Schluss hätte ich ihn beinahe noch überholt.“

Ergebnis:

  1. Jack Miller (AUS) Ducati 41:05,602
  2. Francesco Bagnaia (ITA) Ducati +1,912
  3. Franco Morbidelli (ITA) Yamaha + 2,516
  4. Takaaki Nakagami (JAP) Honda + 3,206
  5. Joan Mir (ESP) Suzuki + 4,256

11. Miguel Oliveira (POR) Red Bull KTM Factory Racing +14,766

14.  Danilo Petrucci (ITA) Tech3 KTM Factory Racing +20,095

15. Iker Lecuona (ESP) Tech3 KTM Factory Racing +20,277

DNF Brad Binder (RSA) Red Bull KTM Factory Racing (14 Runden)

WM-Stand: 1. Bagnaia 66 Punkte, 2. Quartararo 64, 3. Viñales 50, 4. Mir 49, 5. Zarco 48. 10. Binder 21, 17. Oliveira 9, 19. Petrucci 5, 23. Lecuona 2.

KTM GP Academy | Moto2: Red Bull KTM Ajo Pilot Remy Gardner behauptet WM-Führung

Platz 4 für den Australier, Platz 5 für seinen Teamkollegen Raul Fernandez

Eine Fünf-Mann-Spitzengruppe, bestehend aus dem späteren Sieger di Giannantonio, Bezecchi, Lowes und den beiden Red Bull KTM Ajo Fahrern Remy Gardner sowie Raul Fernandez bestimmte das Geschehen an der Spitze und setzte sich bald vom restlichen Feld ab. Im weiteren Rennverlauf fächerte sich die Spitzengruppe weiter auf und es kam zu keinen weiteren Überholmanövern mehr.

Pole-Mann Remy Gardner verteidigte mit Platz 4 seine WM-Führung, Teamkollege Raul Fernandez liegt sechs Punkte dahinter auf Platz 3.

  1. Fabio di Giannantonio (ITA) Kalex 39:07,396
  2. Marco Bezzecchi (ITA) Kalex +1,722
  3. Sam Lowes (GBR) Kalex + 2,229
  4. Remy Gardner (AUS) Red Bull KTM Ajo +3,019
  5. Raul Fernandez (ESP) Red Bull KTM Ajo +8,571

WM-Stand: 1. Gardner 69 Punkte, 2. Lowes 66, 3. Fernandez 63, 4. Bezzecchi 56, 5. di Giannantonio 52

KTM GP Academy | Moto3: Pedro Acosta gewinnt dramatisches Rennen in der letzten Runde und schreibt sich in die Geschichtsbücher

Dritter Sieg in den ersten vier Rennen für den Rookie, der in der WM-souverän führt. KTM-Piloten Deniz Öncü und Jaume Masia stürzen im Kampf ums Podest.

Rundenlang führten die drei Red Bull KTM von Deniz Öncü, Pedro Acosta und Jaume Masia das Feld an, wobei der junge Türke von Red Bull KTM Tech3 die meiste Führungsarbeit leistete. Die Spitzengruppe umfasste lange Zeit 20 Fahrer, wobei es gerade auf den hinteren Plätzen zu permanenten Positionsverschiebungen kam. Der WM-Führende Pedro Acosta konnte in der vorletzten Runde einen Sturz gerade noch vermeiden, schaffte es aber, die dadurch entstandene Lücke zur Spitze rasch wieder zu schließen und in Führung zu gehen.

Wenige Kurven vor Schluss kamen einander Deniz Öncü und sein KTM-Kollege Jaume Masia nach einem Schaltfehler Öncüs in die Quere. Der Sturz riss auch den Südafrikaner Darryn Binder mit, was Ayumu Sasaki von Red Bull KTM Tech3 auf Platz 5 nach vorn brachte.

Acosta siegte schlussendlich deutlich vor Husqvarna-Pilot Romano Fenati und hat nun in der WM bereits mehr als doppelt so viele Punkte wie der Zweitplatzierte Niccolò Antonelli (KTM) gesammelt.

Pedro Acosta ist mit diesem Sieg – seinem dritten Grand Prix Erfolg in Folge – der bisher erste Fahrer der Geschichte, der seine ersten vier Weltmeisterschaftsrennen auf dem Podium beenden konnte.

Pedro Acosta: „In der vorletzten Runde hatte ich Glück, nicht zu stürzen. Das war richtig knapp. Vor dem Rennen hatte ich ein gutes Gespräch mit Aki Ajo. Er hat gemeint, ich müsse nicht unbedingt gewinnen und solle nur attackieren, wenn ich mich wohl fühlte. An diesen Plan habe ich mich gehalten.“

Aki Ajo: „Das war wieder eine beeindruckende Performance unserer Fahrer. Pedro hatte ein großartiges Rennen, auch Jaume war sensationell unterwegs. Für den Sturz in der letzten Runde kann er nichts. Der geht eindeutig auf die Kappe von Deniz Öncü.“

Ergebnis:

1.         Pedro Acosta (ESP) Red Bull KTM Ajo 39:22,266

2.         Romano Fenati (ITA) Husqvarna +0,417

3.         Jeremy Alcoba (ESP) Honda +0,527

4.         Andrea Migno (ITA) Honda +0,546

5.         Ayumu Sasaki (JAP) Red Bull KTM Tech3 +0,971

WM-Stand: 1. Acosta 95 Punkte, 2. Antonelli 44, 3. Migno 42, 4. Fenati 40, 5. Masia 39


Miguel Oliveira; © Rob Gray (Polarity Photo)

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at