Uni-Graz-BiologInnen zeigen, wie sich Bienen vor Pestiziden schützen

Stehen wir unter Stress, spielt ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung eine umso wichtigere Rolle. Das gilt auch für Bienen, wie ForscherInnen der Universität Graz nun festgestellt haben. Sind die Insekten Pestiziden ausgesetzt, bevorzugen sie vor allem nährstoffreichen, mehrblütigen Honig, um ihre Gesundheit zu stärken.

Die gute Nachricht zuerst: Das Insektizid Thiacloprid, dessen Einfluss auf die Bienen das Forschungsteam untersuchte, ist seit dem Vorjahr zumindest in der EU nicht mehr zugelassen. „Es ist aber nur ein Gift aus der großen Klasse der Neonikotinoide und wird nach wie vor weltweit eingesetzt“, weiß Dalial Freitak, assoziierte Professorin am Institut für Biologie der Universität Graz. Feststeht auch, dass für das massive Bienensterben die steigende Belastung durch Pestizide verantwortlich ist. Beeinflusst diese ebenso die Nahrungswahl der Insekten? Dieser Frage ging das Team unter Freitaks Leitung nach. Mit aufschlussreichen Antworten, die kürzlich im Fachjournal „Apidologie“ veröffentlicht wurden.

„Bienen, die einer geringen Dosis von Thiacloprid ausgesetzt waren, zeigten eine eindeutig erhöhte Vorliebe für mehrblütigen Honig, der aus unterschiedlichen Blütenpollen hergestellt wird und für die Energiezufuhr wichtig ist“, erklärt Freitak. Mit dieser abwechslungsreicheren Ernährung versuchen die HonigsammlerInnen sowie wichtigen BestäuberInnen sich besser gegen – durch Gifte ausgelösten – Stress zu wappnen.

Und damit zur schlechten Nachricht: Aufgrund von rasant zunehmenden Monokulturen produzieren Bienen zunehmend einblütigen Honig, der gleichsam bei den Tieren eine Mangelernährung verursacht und die Stärkung der eigenen Abwehrkräfte unterbindet.

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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