Georg Pangl: „Der Fußball fährt Richtung Abgrund.“ – Zitate-Service „Sport und Talk aus dem Hangar-7“ am 26. April 2021

In der großen Diskussionsrunde über die Fehlentwicklungen im europäischen Klubfußball sind sich alle Gäste einig, dass ein fairer Verteilungsschlüssel gefunden werden muss, um die Schere zwischen den Topklubs und kleineren Vereinen nicht weiter aufgehen zu lassen. Und Lisa Hauser spricht über die Initiative „Beweg Dich!“ und den Wings for Life World Run. Das waren die Highlights von „Sport und Talk aus dem Hangar-7“ am 26. April 2021. 

Moderation: Christian Brugger

Die Themen: Fußball, Initiative „Beweg Dich!“

Die Gäste: Markus Babbel, Stephan Reiter, Christian Ebenbauer, Georg Pangl, Michael Holzer, Lisa Hauser
FUSSBALL

„Ich glaube, dass die nächste Eskalationsstufe nicht lange auf sich warten lässt.“
Georg Pangl vermutet nur ein vorläufiges Ende der Super League.

„Wir können glücklich sein, welche Rolle der österreichische Fußball mit seinen wirtschaftlichen Mitteln in Europa spielt. Wir sind auf Platz 10 im UEFA-Ranking. Das ganze Gerüst würde in sich zusammenfallen. Und in Folge würde ein weiterer Konkurrent auf dem Meiden- und Sponsormarkt auftreten.“
Christian Ebenbauer über die Auswirkungen einer Super League auf Österreich.

„Diese Klubs stehen mit dem Rücken zur Wand. Sie haben so hohe Schulden, dass sie die Saison nicht mehr finanzieren können. Deshalb müssen sie schauen, dass sich die Spirale weiterdreht.“
Georg Pangl über den Hintergedanken zur Gründung der Super League.

„Diese Vereine haben eine Milliarde Schulden. Diese Zahlen kannst du keinem mehr erklären. Sie überlegen sich aber trotzdem, wen sie einkaufen. Den Hāland? Den Mbappé? Wen kann ich denn eigentlich kriegen? Da fällt dir ja nichts mehr ein. Und einem normal denkenden Fan fehlt das Verständnis.“
Markus Babbel ärgert die weiterhin enormen Ausgaben der hochverschuldeten Klubs.

„Hätte es funktioniert, dass die Länder und die UEFA die Klubs juristisch ausschließen? Das ist ein sehr heikles Gebiet, denn alle Fußballverbände in Europa sind Monopole. Die Bestimmungen dazu gibt es, auch in Österreich. Ob sie auch vor einem ordentlichen Gericht halten, steht auf einem anderen Blatt Papier.“
Christian Ebenbauer über die rechtlichen Möglichkeiten einer geschlossenen Liga.

„Es heißt, man sollte die Klubs nicht bestrafen, weil man sie braucht. Damit begibt man sich meiner Meinung nach wieder in eine gewisse Abhängigkeit, die man ohnehin die letzten 20 Jahre hatte.“
Georg Pangl fordert einen Kurswechsel im Umgang mit den Topklubs.

„Die Grundthematik ist, dass es sich um eine geschlossene Liga handelt, die mit einer sportlichen Performance nichts zu tun hat. Man hätte irgendwann Eintrittsgeld zahlen müssen, um dort mitzuspielen. Die Idee ist aber nicht weg, sondern wird wieder kommen. In Spanien und Italien ist sie sogar noch da.“
Stephan Reiter glaubt an einen neuerlichen Vorstoß zur Gründung einer Eliteliga.

„Bei allen Fußballklubs ist der größte Budgetposten das Spielerpersonal. Man ist dann erstaunt, wenn der Real-Präsident sagt, wir müssen die Super League machen, um die Spielergehälter zahlen zu können. Aber gerade als Arbeitgeber bestimme ich die Gehälter auch mit.“
Christian Ebenbauer über den verkehrten Denkansatz von Madrid-Boss Pérez.

„Die Fußballromantik von früher wird nicht mehr kommen. Man darf aber nicht vergessen, dass wir alle davon profitieren. Es ist nicht alles schlecht. Aber man muss einen Mittelweg finden. Auch für Real Madrid, weil die Topklubs wollen wir nach wie vor sehen. Wir wollen ja nicht sehen, wie sie kaputt gehen.“
Markus Babbel wünscht sich einen Kompromiss.

„So wie die Champions-League-Reform alle vier Jahre stattfindet, fährt der Fußball in Europa Richtung Abgrund. Wir reden nur von den Großen und nicht von den tausenden Klubs, die keine Stimme haben, weit weg von den Futtertrögen sind und die Talente liefern.“
Georg Pangl hofft auf eine faire Verteilung der Einnahmen.

„Ein Verein aus Österreich oder anderen kleinen Ligen verdient über eine Champions-League-Teilnahme im Schnitt so viel wie die anderen zusammen. Was Red Bull leistet, muss man anerkennen. Aber der sportliche Wettbewerb lebt davon, dass man gegeneinander spielt und nicht weiß, wie es ausgeht und es hoffentlich spannend ist. Wir müssen einen Ausgleich finden.“
Christian Ebenbauer über die auch in Österreich aufgehende Schere.

SERVUSTV-INITIATIVEN

„Es ist brutal wichtig, dass der Hobbysport wieder startet. Denn der Profisport ist nur die Spitze. Ohne Hobbysport, würde es den Profisport gar nicht geben.“
Lisa Hauser freut sich auf die Öffnung für den Breitensport ab 19. Mai.

„Da geht es nicht um das Resultat, sondern um den guten Zweck. Im Endeffekt wird mich aber sicher der Ehrgeiz packen. Ich werde mich drauf vorbereiten und nehme das auch ernst.“
Lisa Hauser tritt am 9. Mai beim Wings for Life World Run an.

Christian Brugger mit seinen Gästen, Markus Babbel, Stephan Reiter, Christian Ebenbauer, Georg Pangl und Michael Holzer
© ServusTV / Neumayr / Leo

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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