Gemeinsames Statement von ÖFB und Bundesliga zu Super League-Plänen

Der Fußball lebt weltweit von Emotionen, sportlichen Auf- und Abstiegen und der Möglichkeit, es von ganz unten nach ganz oben zu schaffen und sich mit den besten Mannschaften der Welt zu messen. Die Qualifikation für internationale Bewerbe darf ausschließlich aufgrund sportlicher Leistungen – und nicht aufgrund historischer Erfolge, wirtschaftlicher Überlegungen etc. – möglich sein.

Die Montagnacht bekanntgegeben Pläne für eine sogenannte Super League dürfen als weitere Druckausübung auf die internationalen Bewerbe, die nationalen Ligen und das gesamte existierende Fußballsystem aufgefasst werden.

„Im Rahmen des UEFA Kongresses in Montreux haben die 55 Mitgliedsverbände eine gemeinsame Erklärung abgegeben, die die Schaffung einer sogenannten Super League auf das Schärfste verurteilt. Solche Pläne sind ein bedrohlicher Auswuchs des Turbo-Kapitalismus und stehen im krassen Gegensatz zu den Werten des Sports. Ich begrüße die volle Geschlossenheit von UEFA, FIFA, den Verbänden und Ligen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Fußball-Europa auseinanderbricht und der Grundsatz der Solidarität völlig auf der Strecke bleibt. Das würde gerade für kleinere und mittleren Nationen wie Österreich einen verheerenden Rückschlag bedeuten und die Basis in ihren Grundfesten erschüttern. Verbände und Klubs quer durch alle Leistungsstufen haben den Fußball über Jahrzehnte gemeinsam dorthin gebracht, wo er jetzt ist. Diese Einheit darf nicht gespalten werden. Fußball ist für alle, nicht nur für eine selbsternannte Elite“, so ÖFB-Präsident Dr. Leo Windtner nach dem UEFA-Kongress in Montreux.

Auch Bundesliga-Vorstandsvorsitzender Christian Ebenbauer äußert sich kritisch zu den Plänen: „Nun haben einige Klubs die Masken fallen gelassen und gezeigt, wofür sie wirklich stehen. Schon in den vergangenen Jahren haben sie in regelmäßigen Abständen das Drohgespenst Super League heraufbeschworen, um Änderungen des Teilnehmerfelds und des Verteilungsschlüssels bei den UEFA-Klubbewerben zu ihren Gunsten herbeizuführen, nun haben sie ihre Drohung wahrgemacht. Als Folge dessen hat sich bereits in den letzten Jahren insbesondere das finanzielle Gewicht stark zugunsten der großen Klubs verschoben, was mittlerweile massive Auswirkungen auf die Wettbewerbsgleichheit in den internationalen, aber vor allem auch in den nationalen Bewerben hat.“

Der ÖFB und die Bundesliga sind sich einig: Internationale Bewerbe müssen durch sportliche Qualifikation aus den nationalen Bewerben und Solidarität geprägt sein, anstatt ein quasi geschlossenes System zu implementieren, das nur darauf aufgebaut ist, bestmögliche finanzielle Rahmenbedingungen für einige wenige Auserwählte zu garantieren.

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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