Erste KAC-Niederlage in der Finalserie

Zwei Treffer des HCB Südtirol im letzten Abschnitt machten im dritten Finalspiel den Unterschied: Die Rotjacken unterlagen auswärts mit 0:2, liegen in der Finalserie aber weiterhin in Führung.

Spielbericht: KAC

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC setzte im ersten Finalspiel am vergangenen Sonntag ein sportliches Ausrufezeichen und gewann auswärts in Bolzano mit 6:0, zwei Tage später ließen die Klagenfurter einen 5:4-Heimsieg folgen. Sie verfügten vor Spiel drei demnach über eine 2:0-Führung. Eine solche gaben die Rotjacken in ihrer Historie an „Best-of-Seven“-Konfrontationen in nur einem von 13 Fällen aus der Hand. Nach Italien reiste der EC-KAC mit dem Selbstbewusstsein, erfolgreichstes Auswärtsteam der Liga zu sein, 20 der 29 in der Fremde ausgetragenen Saisonspiele wurden gewonnen, darunter auch drei der vier in der PalaOnda absolvierten Partien.

Der HCB Südtirol, der bei seinen beiden bisherigen Finalqualifikationen 2014 und 2018 jeweils (gegen den EC Salzburg) den Titel holte, stand nach den beiden Niederlagen zum Auftakt in Spiel drei der Serie schon unter einigem Druck. Belegten die Füchse sowohl nach der ersten Phase des Grunddurchgangs als auch nach der Pick Round Tabellenplatz eins, so fanden sie in den Playoffs bislang noch keinen Weg, gegen den EC-KAC erfolgreich zu sein. Dieser Trend zeichnete sich schon im Verlauf der Saison ab: Obwohl in sechs der acht Konfrontationen zwischen diesen beiden Klubs am Ende des Spiels nur ein einziger Treffer die beiden Mannschaften trennte, sahen sich die Italiener überproportional häufig mit einer Niederlage konfrontiert, ihnen gelangen gegen Klagenfurt bislang erst zwei Siege.

Die Personalien:

Auch im dritten Finalspiel trat der EC-KAC mit dem gleichen 22-Mann-Aufgebot an, es fehlten die Langzeitverletzten David Fischer, Paul Postma und Dennis Sticha. Die drei Defensivpaare und vier Sturmformationen blieben hinsichtlich ihrer personellen Zusammensetzung unverändert, Michael Kernberger und Alexander Cijan standen als zusätzliche Kräfte im Lineup. Wie in jedem anderen ihrer zuvor 60 Saisonspiele unterboten die Rotjacken hinsichtlich der Punkte- und Kaderregel auch in Endspiel Nummer drei die 50-Punkte-Marke (von 60 erlaubten).

Der Spielverlauf:

Die erste Gelegenheit in dieser Begegnung hatte der EC-KAC: Nach Scheibeneroberung von Manuel Ganahl hinter dem gegnerischen Kasten zog Nick Petersen von den linken Hashmarks aus ab, zirkelte den Puck aber knapp über die Querlatte (2.). Bolzanos größte Gelegenheit in der Anfangsphase leitete Ben Youds ein, der auf der rechten Seite tief ging und im Zentrum Brett Findlay fand. Dieser feuerte sofort, doch Sebastian Dahm konnte nach Seitwärtsbewegung die Beine noch rechtzeitig schließen (6.). Der Kanadier kam dann auch im ersten HCB-Powerplay zu einer großen Chance: Sein Team hielt gerade noch die blaue Linie, sodass sich ein tiefes „Vier-auf-Zwei“ ergab, Findlays Direktabnahme vom linken Anspielpunkt aus konnte Dahm stark mit der Fanghand parieren (11.). Mit Ende der Strafzeit gegen Klagenfurt kam Stefano Giliati frei am Torraum an die Scheibe, er legte sie sich von der Rück- auf die Vorhand, scheiterte aber am KAC-Goalie, Sekunden später fälschte Domenico Alberga mit dem Schlittschuh einen Youds-Schuss aufs Tordach ab (jeweils 12.). Nach einigen turbulenten Minuten stabilisierten sich beide Teams wieder, die nächste aussichtsreiche Chance ergab sich, als Thomas Koch von der rechten Halfwall aus mit der Rückhand diagonal an den Crease chippte, Lukas Haudum verlängerte, doch der Puck landete auf Leland Irvings Beinschoner (17.). Die letzte Möglichkeit im ersten Durchgang hatten die Hausherren: Bei einem „Drei-gegen-Zwei“-Angriff legte Daniel Catenacci auf Luca Frigo ab, der halblinks freie Bahn hatte, seinen Abschluss aber an der kurzen Ecke vorbeijagte (19.).

Früh im zweiten Abschnitt ging Verteidiger Thomas Vallant links tief und brachte die Scheibe aus der Drehung auf das Gehäuse, Irving war aufmerksam mit der Schulter zur Stelle (22.). Als Lukas Haudum in ähnlicher Position den Puck eroberte und im Slot Stefan Geier bediente, traf dieser das Spielgerät bei der aufgeknieten Direktabnahme nicht richtig (26.). Bolzanos erste große Möglichkeit im Mitteldrittel hatte Dennis Robertson, der – von hinter dem Kasten aus von Alberga bedient – aus kurzer Distanz an Dahms Schulter scheiterte und dann mit seinem Rebound im Fallen am Beinschoner des Goalies hängenblieb (28.). Nun schrammte der HCB Südtirol zwei Mal nur knapp am Führungstreffer vorbei: Bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter über Bardaro arbeitete Lukas Haudum stark zurück und unterband den Querpass auf Catenacci, ein satter Schlagschuss von Ivan Tauferer von der blauen Linie aus knallte nur an den Pfosten (jeweils 30.). Als Johannes Bischofberger zentral in die Angriffszone kam und noch einen Haken anbrachte, setzte er seinen Wristshot an der langen Ecke vorbei (35.), auf der Gegenseite scheiterte Tauferer mit einem Onetimer vom rechten Faceoff-Punkt aus an Sebastian Dahms Schulter (39.). Es folgte das erste Überzahlspiel des Abends für den EC-KAC, das zwei gute Gelegenheiten brachte: Thomas Koch steckte an den Torraum zu Nick Petersen durch, der zwei Mal an Irving scheiterte, Matt Fraser jagte den zweiten Abpraller über die Querlatte (40.). Mit der Schlusssirene wurde Thomas Koch halblinks freigespielt, seinen scharfen Schlenzer auf die kurze Kreuzecke parierte Bolzanos Schlussmann mit dem Blocker.

Nach dem zweiten Seitenwechsel bediente Frigo von hinter dem Kasten aus den vor dem Tor völlig freien Giliati, der seinen Schuss jedoch neben die Stange setzte (43.). Es folgte das zweite Überzahlspiel für den EC-KAC, das mit zwei großen Gelegenheiten auf den Führungstreffer aufwartete. Manuel Ganahl setzte einen gezogenen Wristshot aus halblinker Position an die Querlatte (45.), Nick Petersen hatte nach einer Deflection und daraus resultierendem Rebound den Puck schon um Irvings Schoner herummanövriert, chippte diesen dann aber parallel zur Torlinie anstatt in die Maschen (46.). Minute 48 brachte schließlich den ersten Treffer des Abends, der auch zum Game Winning Goal werden sollte: Brett Findlay band im Konter zentral drei Gegenspieler, schob den Puck auf Rechtsaußen zu Daniel Frank, der nach innen zog und die Scheibe durch Sebastian Dahms Beine hindurchschieben konnte. In ihrem zweiten Unterzahlspiel des Abends verteidigten sich die Rotjacken mit fünf Befreiungen stark, sie kamen sogar zur besten Möglichkeit dieser Phase: Manuel Ganahl schlenzte diagonal auf Manuel Geier, der den Puck verlängerte, dieser prallte aber nur an den Beinschoner des HCB-Goalies. Als die Scheibe nach einem Offensivzonen-Faceoff quer durch den Torraum schlitterte, hechtete ihr Catenacci nach, Dahm war mit dem Pad zur Stelle (55.). Bolzano kam gut zwei Minuten vor dem Ende zu seinem dritten Überzahlspiel und nutzte dieses 43 Sekunden vor der Sirene auch zur Enttäuschung: Sebastian Dahm verlor bei einer Seitwärtsbewegung das Gleichgewicht, Robertson schoss, vom Schlittschuh Bernards sprang der Puck genau zu Alberga, der sie im halbleeren Tor unterbrachte (60.). (HB)

Der Kommentar:

„In vielen Teilaspekten unseres Spiels haben wir heute eine recht gute Partie geliefert, eisläuferisch und kämpferisch waren wir in Ordnung. Aber das hat heute nicht gereicht, um das Spiel zu gewinnen, dafür fehlte uns der Zug zum Tor und auch die Abschlussqualität. Wir gingen nie von einer kurzen oder gar einfachen Serie aus, jetzt spitzt sich der Kampf wie erwartet zu und wir müssen in den nächsten Auseinandersetzungen insgesamt einfach besser sein.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

Der Ausblick:

Mit dem 2:0-Heimsieg im dritten Finalspiel halbierte der HCB Südtirol seinen Serienrückstand, der EC-KAC führt nun mit 2:1 und verfügt weiterhin über den Heimvorteil. Das vierte Duell geht am Sonntag wieder in Klagenfurt über die Bühne, Spielbeginn ist um 17.30 Uhr und erneut übertragen Puls24, Sky Sport Austria und Radio Kärnten live.

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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