In steirischen Schulen regiert nicht die Gewalt!

Die Schlagzeile auf der Titelseite der Steirerkrone „In unseren Schulen regiert die Gewalt“ bildet die soziale Wirklichkeit in den steirischen Schulen nicht angemessen ab. „In steirischen Schulen regiert nicht die Gewalt“, kontert Christian Ehetreiber, GF-Obmann der überparteilichen ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus, dieser einseitigen und übertriebenen Darstellung der Gewaltsituation in den steirischen Schulen. Von äußert bedauerlichen Einzelfällen der exzessiven Gewalt – wie zuletzt an der Volksschule Geidorf – abzuleiten, „Gewalt [sei] in steirischen Bildungseinrichtungen vielmehr traurige Realität“ (Steirerkrone, 13.04.2021), ist aus unserer Sicht unzutreffend. Die Behauptung wird selbst dann nicht seriöser, wenn en passant nicht näher ausgewiesenes „brandaktuelles Zahlenmaterial aus dem Innenministerium“ zur Untermauerung der vermeintlichen Gewaltherrschaft an den steirischen Schulen herangezogen wird. Selbst die in der Steirerkrone referierten Zahlen, wonach die Anzahl der Tatverdächtigen dramatisch ansteige, ist vom „brandaktuellen Zahlenmaterial“ überhaupt nicht gedeckt. Denn: „2018 waren es 464 Personen, die aktenkundig wurden, 2019 schon 616, im Jahr 2020 384 Steirer“ (Steirerkrone). „Worin besteht bei der offenkundigen Abnahme von Tatverdächtigen der dramatische Anstieg? Überdies ist es höchst problematisch, mit der Anzahl von Tatverdächtigen zu argumentieren“, formuliert Ehetreiber seinen Einwand gegen die überzeichnende Darstellung von Gewalt im steirischen Schulwesen.

„In steirischen Schulen regiert auch deshalb nicht die Gewalt, weil DirektorInnen, LehrerInnen und Eltern in Zusammenarbeit mit schulnahen Unterstützungssystemen zur Gewaltprävention allen Formen von Gewalt, Rassismus, Mobbing und sozialer Ausgrenzung eben nicht die Herrschaft überlassen, sondern all diesen Phänomenen unverzüglich und im koordinierten Zusammenwirken begegnen“, resümiert Ehetreiber seine jahrzehntelangen Erfahrungen mit Schulen aller Schultypen in der Steiermark. Als Leiter einer Fachstelle für Gewaltprävention weiß Ehetreiber, wovon er spricht. Die ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus führt aktuell an über 100 steirischen Schulen Bildungs- und Präventionsprojekte gegen Gewalt und alle damit zusammenhängenden Themen durch. „In all diesen Projekten und Workshops erleben wir ein höchst ausgeprägtes Sensorium wie auch eine entsprechende Handlungsbereitschaft der gesamten Schulpartnerschaft, um alle Formen von Gewalt zu überwinden bzw. durch koordinierter Zusammenwirken abzurüsten“, bringt Ehetreiber seine Erfahrungen auf den Punkt. „An keiner einzigen Schule begegneten wir SchulleiterInnen oder betroffenen LehrerInnen, die jemals die Herrschaft von Gewalt tatenlos akzeptieren würden. Im Gegenteil: Die Schulen suchen in Gewaltfällen von sich aus den Kontakt zur ARGE Jugend wie auch zu anderen Facheinrichtungen, um die Gewaltphänomene professionell zu bearbeiten: Von der gemeinsamen Situationsanalyse über die gemeinschaftliche Entwicklung von Maßnahmenplänen bis zur praktischen Umsetzung und Evaluierung“, zollt Ehetreiber den Verantwortlichen in den steirischen Schulen Respekt im Umgang mit dem Thema Gewalt.

Die ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus verfügt über eine gut ausdifferenzierte Palette an Maßnahmen zur Gewaltprävention, welche alle steirischen Schultypen nutzen können:

  • Informations- und Beratungsgespräche für die gesamte Schulpartnerschaft (Direktion, LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen) vor Ort
  • Bereitstellung von Lern- und Arbeitsmaterialien
  • Themenspezifischer Workshop-, Webinar- und Seminarkatalog
  • Entwicklung und Umsetzung von Präventionsprojekten an den Standorten

Logo: ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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