MotoGP: Sensationelle Aufholjagd von Brad Binder im engsten MotoGP-Rennen der Geschichte

Der Südafrikaner macht im Rennen 10 (!) Plätze gut und holt mit Platz 8 das beste KTM-Ergebnis, Miguel Oliveira schnappt sich mit Platz 15 einen WM-Punkt.

Sein Ziel für den zweiten GP von Qatar hatte Brand Binder schlicht mit „starten und ins Ziel kommen“ definiert. Wunder durfte man sich wegen der Herausforderung mit den Reifen keine erwarten. Die vier KTM-Werksfahrer waren die einzigen im Feld, die an der Front die Medium-Variante der Michelin Reifenmischungen verwendeten. Höchstens die im Vergleich zu den letzten Tagen deutlich niedrigere Streckentemperatur war ein Unsicherheitsfaktor. Immerhin: Miguel Oliveiras Startposition (12) war die beste einer KTM RC16 jemals in Qatar.

Schlicht sensationell war der Start des portugiesischen KTM-Piloten, der als Vierter in die erste Kurve einbog. Auch Teamkollege Brad Binder machte gleich in der ersten Runde sieben Plätze gut. In der zehnten Runde tauschten Binder und Oliveira Plätze im Mittelfeld, Brad schaffte sukzessive den Anschluss an die Spitzengruppe und beendete das Rennen auf Platz 8, nachdem er in der letzten Runde noch zwei Kontrahenten überholen konnte.

Der Sprung, den Red Bull KTM Factory Racing vom ersten zum zweiten Qatar-Rennen gemacht hat, lässt sich anhand harter Zahlen sehr gut nachvollziehen: Betrug Binders Rückstand auf den Sieger letztes Wochenende noch 14 Sekunden, waren es diesmal weniger als 5! Dass Miguel Oliveira mit weniger als 9 Sekunden Rückstand den letzten WM-Punkt holen konnte zeigt, wie unglaublich eng das MotoGP-Feld zusammengerückt ist: Der Tissot Grand Prix von Qatar war der knappste in der Geschichte der MotoGP.

Durchwachsen verlief das Rennen für Tech3 KTM Factory Racing: Danilo Petrucci brachte seine KTM RC16 auf Platz 19 ins Ziel, Iker Lecuona crashte zu Mitte des Rennens.

Brad Binder: „Ich bin happy, den Grand Prix in den Top 10 beendet zu haben. Qatar liegt uns nicht, das wussten wir. Fürs Rennen hatte ich mir vorgenommen nicht zu grübeln sondern einfach jede Runde zu pushen und das Maximum herauszuholen. Das hat funktioniert, denn 10 Plätze machst du nicht alle Tage gut!“

Miguel Oliveira: „Mein Start war gut, doch schon in der ersten Runde wurde mein Info-Display schwarz. Es war nicht einfach, ohne Informationen die Position zu verteidigen, gerade was die Schaltpunkte anbelangt. Die nächsten Renen werden hoffentlich besser.“

Mike Leitner, Race Manager Red Bull KTM Factory Racing: „Auf diesen Sonntag können wir stolz sein. Brad ist ein herausragendes Rennen gefahren. Den Rückstand auf die Spitze auf unter 5 Sekunden reduziert zu haben zeigt unsere harte Arbeit in den letzten Tagen. Miguel hat ein kleines technisches Problem ein besseres Resultat gekostet. Aber sein Start heute gehörte zu den besten, die ich jemals gesehen habe. Wir gehen mit einem guten Gefühl in die Europa-Rennen.“

Danilo Petrucci: Der Start war gut, die erste Runde weniger. So habe ich den Anschluss an die Gruppe vor mir verloren. Der Grip war einfach nicht da. Auch auf den Geraden haben wir viel verloren. Immerhin reisen wir mit mehr Erfahrung und Daten zu den nächsten Rennen.“

Iker Lecuona: „Ich sage sorry für den Sturz und danke für die gute Arbeit zum Team. Fürs Rennen haben wir etwas gefunden, das mir das Selbstvertrauen zurückgegeben hat. Die Rundenzeiten waren in Ordnung. Dann habe ich schlagartig das Vorderrad verloren. Jetzt folgt meine Arm-Operation, um rechtzeitig für das kommende Rennen in Portugal fit zu sein.“

1.         Fabio Quartararo (FRA) Yamaha 42:23,997

2.         Johann Zarco (FRA) Ducati +1,457

3.         Jorge Martín (ESP) Ducati +1,500

4.         Alex Rins (ESP) Suzuki +2,088

5.         Maverick Viñales (ESP) Yamaha +2,110

8.         Brad Binder (RSA) Red Bull KTM Factory Racing +4,979

15.       Miguel Oliveira (POR) Red Bull KTM Factory Racing +8,928

19.       Danilo Petrucci (ITA) Tech3 KTM Factory Racing +16,779

out in Runde 12 Iker Lecuona (ESP) Tech3 KTM Factory Racing

KTM GP ACADEMY (Moto2 und Moto3)

Moto2: Doppeltes Podest für Red Bull KTM Ajo

Remy Gardner einen Wimpernschlag hinter Sieger Sam Lowes, Rookie Raul Fernandez bei seinem erst zweiten Start in der Moto2 auf Platz 3

Es war ein Kampf bis auf die letzte Kurve, den der Sieger der Vorwoche, Sam Lowes aus Großbritannien, erneut vor Remy Gardner für sich entscheiden konnte. Im Vergleich zum ersten Qatar-GP waren die beiden Red Bull KTM Ajo Piloten jedoch deutlich knapper am WM-Führenden Lowes dran: Gardner markierte die schnellste Runde des Rennens, Raul Fernandez war bis zum Schluss in Schlagdistanz mit der Spitze.

Remy Gardner: „Unser Tempo war sehr hoch, vor allem unter diesen windigen Bedingungen. Es war sehr schwer, fehlerfrei zu bleiben. In der letzten Kurve wurde es noch einmal richtig eng zwischen mir und Sam. Ich bin wirklich happy mit den beiden zweiten Plätzen hier in Qatar.“

Raul Fernandez: Ein Podiumsplatz in meinem erst zweiten Rennen in dieser Klasse ist unglaublich. Danke ans Team, das unter diesen schwierigen Bedingungen einen tollen Job gemacht hat! Neun Runden vor Ende bekam ich ein Problem mit dem Vorderreifen und musste kämpfen, um Marco Bezzecchi hinter mir zu halten und mein erstes Moto2-Podium zu verteidigen.“

Ergebnis:

1.         Sam Lowes (GBR) Kalex 29:52,702

2.         Remy Gardner (AUS) Red Bull KTM Ajo +0,190

3.         Raul Fernandez (ESP) Red Bull KTM Ajo +3,371

4.         Marco Bezzecchi (ITA) Kalex +6,789

5.         Ai Ogura (JAP) Kalex +16,640

Moto3: Pedro Acosta gewinnt sensationell nach Start aus der Boxengasse!

Rob Gray (Polarity Photo): Miguel Oliveira – Red Bull KTM
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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