VCÖ-Analyse: Covid-19-Pandemie hat Autoverkehr auf den steirischen Autobahnen reduziert – je nach Monat unterschiedlich stark

VCÖ: Öffentlichen Verkehr und Rad-Schnellwege ausbauen, um Verkehrslawinen nach Corona zu verhindern

VCÖ (Wien, 12. März 2021) – Die Covid-19-Pandemie hat in den vergangenen zwölf Monaten zu einem deutlichen Rückgang des Autoverkehrs auf den steirischen Autobahnen und Schnellstraßen geführt. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass die Unterschiede je nach Monat sehr groß waren. Im April war der Rückgang auf allen Autobahnen und Schnellstraßen am stärksten, den geringsten Rückgang gab es zwischen Juli und September. Um nach der Coronakrise neue Verkehrslawinen zu verhindern, ist der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs sowie die Errichtung von Rad-Schnellwegen wichtig, betont der VCÖ.

Vor einem Jahr, am 16. März, begann der 1. Lockdown in Österreich. Die in und außerhalb Österreichs getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie haben zu einem starken Rückgang des Autoverkehrs auf den Autobahnen und Schnellstraßen geführt, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Asfinag zeigt. Dabei gab es aber je nach Autobahn und Jahreszeit große Unterschiede. Allen Autobahnen und Schnellstraßen ist gemeinsam, dass in der zweiten März-Hälfte und im April der Verkehrsrückgang am stärkten war. Im April hat sich der Autoverkehr auf der A2 bei Feldkirchen, auf der A9 bei Graz Webling, auf der S6 bei Kindberg, auf der S35 bei Ungersdorf und der S36 bei Zmöllach halbiert, informiert der VCÖ.

Zwischen Juli und September war der Verkehrsrückgang mit Abstand am geringsten. Auf der A2 bei Feldkirchen waren in diesen drei Monaten um rund neun Prozent weniger Autos unterwegs als in den Vergleichsmonaten des Jahres 2019, auf der A9 bei Graz-Webling waren es sogar nur drei Prozent weniger. Auf der S6 bei Kindberg betrug der Rückgang des Autoverkehrs rund sechs Prozent, auf der S36 bei Zmöllach rund sechs Prozent, so die VCÖ-Analyse.  Mit dem zweiten und danach dritten Lockdown nahm der Autoverkehr ab November wieder deutlich ab. Auf der A2 bei Feldkirchen um rund ein Viertel, auf der A9, S6 und S35 um rund ein Drittel.

„Der Einbruch beim touristischen Reiseverkehr, deutlich weniger Ausflugs- und Freizeitverkehr sowie durch Homeoffice und Kurzarbeit weniger Pendlerverkehr“, nennt VCÖ-Experte Schwendinger die drei Hauptursachen für den Verkehrsrückgang und ergänzt: „Wichtig ist, dass jetzt Maßnahmen umgesetzt werden, damit über Österreich nach der Coronakrise keine neuen Verkehrslawinen hereinbrechen.“

Der VCÖ erinnert daran, dass die Klimaziele nur erreichbar sind, wenn das künftige Mobilitätsverhalten klimaverträglicher ist als vor der Covid-19 Pandemie. Deshalb ist der verstärkte Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und auch der Rad-Infrastruktur sehr wichtig.
Für den Pendlerkehr braucht es häufige Bahn- und Busverbindungen und die gute Anbindung der Bahnhöfe an das Radwegenetz und ausreichend Fahrrad-Parkplätze am Bahnhof. „Wenn Bahnhöfe gut mit dem Fahrrad erreichbar sind, nutzen mehr Pendlerinnen und Pendler die klimafreundliche und staufreie Kombination mit dem Fahrrad zur Bahn und dann mit dem Zug weiter an den Arbeitsort“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest. International setzen zudem immer mehr Ballungsräume und Regionen auf Rad-Schnellwege. Gerade durch den Elektro-Fahrrad-Boom erhöht sich bei guter Infrastruktur die Reichweite von Fahrrädern.

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer, (0699)18932695

VCÖ: Covid19-Pandemie hat Autoverkehr auf steirischen Autobahnen und Schnellstraßen reduziert – je nach Monat unterschiedlich stark (Änderung Pkw-Verkehr bei Zählstelle im Vergleich zum Vorjahresmonat)

A2 Feldkirchen bei Graz / S6 Kindberg

Februar 2020: plus 2,1 % / minus 1,9%

März 2020: minus 39,3 % / minus 39,4 %

April 2020: minus 57,6 % / minus 55,0 %

Mai 2020: minus 29,1 % / minus 22,8 %

Juni 2020: minus 13,0 % / minus 11,9 %

Juli 2020: minus 9,0 % / minus 3,4%

August 2020: minus 9,7 % / minus 3,4 %

September 2020: minus 7,4 % / minus 5,9 %

Oktober 2020: minus 12,3 % / minus 11,6 %

November 2020: minus 28,0% / minus 29,7 %

Dezember 2020: minus 23,9 % / minus 27,8 %

Jänner 2021: minus 30,8 % / minus 35,9 %
Quelle: Asfinag, VCÖ 2021

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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