VCÖ: Graz ist steirischer E-Pkw Spitzenreiter, Leoben Schlusslicht

VCÖ: Ökosoziale Steuerreform würde emissionsfreien Antrieben Rückenwind geben

VCÖ (Wien, am 9. März 2021) – Jedes 77. Auto in Graz fährt ausschließlich mit Strom. Graz ist damit der steirische E-Pkw Spitzenreiter vor Graz-Umgebung, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Den niedrigsten Elektro-Auto-Anteil hat Leoben. Um den Anteil der E-Pkw rascher zu erhöhen ist bei den Unternehmen anzusetzen, da mehr als die Hälfte der Neuwagen auf Firmen und andere juristische Personen zugelassenm werden. Eine ökosoziale Steuerreform würde der E-Mobilität Rückenwind geben, betont der VCÖ.

Die Anzahl der Diesel-Pkw ist im Vorjahr in der Steiermark erstmals gesunken, macht der VCÖ aufmerksam, nämlich leicht um 88. Die Zahl der E-Pkw ist hingegen um 2.002 auf 6.393 gestiegen. Aber noch immer gibt es in der Steiermark rund 67 Mal so viele Diesel-Pkw und 55 Mal so viele Benzin-Pkw wie Elektro-Autos, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Vor fünf Jahren waren es aber noch 562 Mal mehr Diesel-Pkw als Elektroautos. „Die Energiewende im Autoverkehr nimmt langsam aber sicher Fahrt auf. Aber um das Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2040 zu erreichen, ist deutlich mehr Tempo nötig“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Innerhalb der Steiermark ist das Tempo bei der Energiewende im Verkehr unterschiedlich. Mit 1,3 Prozent weist die Landeshauptstadt Graz in der Steiermark den höchsten Anteil von Elektroautos am Pkw-Bestand auf, wie die VCÖ-Analyse zeigt. An zweiter Stelle folgt Graz-Umgebung mit 1,1 Prozent vor Gröbming mit 1,0 Prozent. Am niedrigsten ist der E-Pkw Anteil in Leoben mit 0,3 Prozent.

Elektroautos sind für Regionen gut geeignet, da auch hier über 90 Prozent der Autofahrten kürzer als 50 Kilometer sind und die Reichweite von Batterien ein Vielfaches davon beträgt. Zudem ist die Anzahl der Einfamilienhäuser hoch, das Laden damit einfacher als in der Stadt. „Anstatt von Erdölimporten abhängig zu sein, kann mit einer Photovoltaikanlage am Dach die Energie für das Auto selber erzeugt werden“, so VCÖ-Experte Schwendinger. Wird Ökostrom getankt, sind die gesamten CO2-Emissionen inklusive Fahrzeug- und Batterie-Herstellung sowie Energiebereitstellung von E-Pkw laut Umweltbundesamt pro Fahrzeugkilometer um drei Viertel niedriger als von Verbrenner-Autos. Und während Benzin- und Diesel-Pkw gesundheitsschädliche Abgase, wie Feinstaub oder Stickoxide ausstoßen, sind E-Pkw beim Fahren emissionsfrei.

Da rund zwei Drittel der Neuwagen von Firmen und anderen juristischen Personen angeschafft werden, spielen Unternehmen eine zentrale Rolle, um den Anteil der emissionsfreien Fahrzeuge zu erhöhen. Dass die private Nutzung von Firmenwagen auch dann Steuervorteile bringt, wenn diese Diesel- und Benzin-Pkw sind, bremst die nötige Energiewende, ebenso die Steuerbegünstigung von Diesel. Hingegen würde eine ökosoziale Steuerreform der Energiewende im Verkehr Rückenwind geben, betont der VCÖ.

Unternehmen mit Beteiligung der Öffentlichen Hand sollten auf Bundes- und Landesebene eine Vorreiterrolle einnehmen, was durch entsprechende Vorgaben in der öffentlichen Beschaffung vorangetrieben werden kann. Darüber hinaus sind für Österreichs Betriebe und Unternehmen insgesamt stärkere Anreize für einen klimaverträglicheren Fuhrpark zu setzen. „Unternehmen, die stärker auf Sharing und Carpooling setzen, sowie auch Cargo-Bikes und Elektro-Fahrräder in ihren Fuhrpark aufnehmen, sparen nicht nur CO2, sondern auch einiges an Geld“, weist VCÖ-Experte Schwendinger auf den ökologischen und ökonomischen Nutzen hin.

VCÖ: Graz ist steirischer E-Pkw Spitzenreiter, Leoben Schlusslicht (Anteil E-Pkw am Pkw-Bestand 31.12.2020)

Graz: 1,3 Prozent (1.847 E-Pkw)

Bezirk Graz Umgebung: 1,1 Prozent (1.109 E-Pkw)

Gröbming: 1,0 Prozent (148 E-Pkw)

Bezirk Weiz: 0,9 Prozent (539 E-Pkw)
Bezirk Liezen: 0,9 Prozent (306 E-Pkw)

Bezirk Südoststeiermark: 0,8 Prozent (481 E-Pkw)

Bezirk Hartberg-Fürstenfeld: 0,7 Prozent (444 E-Pkw) Bezirk Leibnitz: 0,7 Prozent (397 E-Pkw)

Bezirk Deutschlandsberg: 0,6 Prozent (263 E-Pkw)

Bezirk Murtal: 0,5 Prozent (209 E-Pkw)
Bezirk Voitsberg: 0,5 Prozent (161 E-Pkw) Bezirk Bruck-Mürzzuschlag: 0,5 Prozent (279 E-Pkw)

Bezirk Leoben Land: 0,4 Prozent (96 E-Pkw)

Bezirk Murau: 0,4 Prozent (75 E-Pkw)

Leoben Stadt: 0,3 Prozent (39 E-Pkw)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2021

Der „VCÖ – Mobilität mit Zukunft“ ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen. Der VCÖ wurde im Jahr 1988 gegründet.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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