VCÖ: In der Steiermark kommen im Straßenverkehr dreimal so viele Männer wie Frauen ums Leben

VCÖ: Ausweitung des Vormerksystems hilft gegen Risikolenker  

VCÖ (Wien, 5. März 2021) – Frauen sind seltener in tödlichen Verkehrsunfällen beteiligt wie Männer, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse im Vorfeld des internationalen Frauentags zeigt. In der Steiermark kamen in den vergangenen zwei Jahren dreimal so viele Männer wie Frauen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Auch österreichweit sterben deutlich mehr Männer als Frauen im Straßenverkehr. An Alko-Unfällen sind sogar sechsmal so viele Männer wie Frauen beteiligt. Der VCÖ spricht sich für die Ausweitung des Vormerksystems aus, um die kleine Gruppe an Risikolenkern rechtzeitig aus dem Verkehr ziehen zu können.

„Frauen haben ein umweltfreundlicheres Mobilitätsverhalten und sind im Straßenverkehr auch sicherer unterwegs“, fasst VCÖ-Experte Michael Schwendinger eine aktuelle VCÖ-Analyse zusammen. In den vergangenen zwei Jahren waren in der Steiermark 95 der 124 Verkehrstoten Männer. Im Vorjahr kamen in der Steiermark 17 Männer und neun Frauen als Pkw-Insassen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Zehn der elf mit Motorrad oder Moped tödlich verunglückten waren Männer, ebenso die vier Radfahrer, die bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen. Fünf der sieben im Straßenverkehr getöteten Fußgänger waren Männer.

Insgesamt hätte es in der Steiermark in den vergangenen zwei Jahren um rund die Hälfte weniger Verkehrstote gegeben, wenn Männer das Verkehrssicherheitsniveau von Frauen hätten, verdeutlicht der VCÖ.

Österreichweit kommen sogar dreimal so viele Männer wie Frauen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Auffallend ist, dass Männer mit allen Verkehrsmitteln häufiger tödlich verunglücken. Als Pkw-Insassen sind in den vergangenen zwei Jahren 224 Männer bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen und damit doppelt so viele wie Frauen. Männer legen aber nur um rund ein Drittel mehr Kilometer im Auto zurück. Mit dem Moped starben mit zwölf sechsmal so viele Männer wie Frauen bei einem Verkehrsunfall und mit dem Motorrad mit 135 sogar fast 34 Mal so viele Männer wie Frauen, wie die VCÖ-Analyse zeigt.

Geringer ist der Unterschied bei der bewegungsaktiven Mobilität, dem Gehen und Radfahren. Mit dem Fahrrad war mit 37 die Zahl der männlichen Todesopfer zweieinhalb Mal so hoch. Und die Anzahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Fußgänger war mit 64 nur um ein Drittel höher als der Fußgängerinnen, die im Straßenverkehr ums Leben kamen. Aber: Frauen legen um rund die Hälfte mehr Kilometer zu Fuß zurück als Männer, sind also auch per Pedes deutlich sicherer mobil, macht der VCÖ aufmerksam.

Krass ist der Unterschied in Österreich bei den Alko-Unfällen. In den vergangenen zehn Jahren war der Männer an den Alko-Unfällen im Schnitt mit 86 Prozent über sechsmal so hoch wie der Anteil von Frauen, berichtet der VCÖ.

„In der Verkehrssicherheitsarbeit machen uns vor allem Risikolenker große Sorgen. Es ist eine kleine Gruppe, die aber großen Schaden anrichten kann“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen, um die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer vor Risikolenkern zu schützen. Vor allem im Ortsgebiet, wo Kinder und ältere Menschen unterwegs sind, müssen Gesundheit und Sicherheit absoluten Vorrang bekommen, etwa durch mehr Verkehrsberuhigung sowie eine verbesserte Infrastruktur für das Gehen und Radfahren.

Insgesamt ist aber auch gegen Risikolenker stärker vorzugehen. „Wichtig ist, dass gegen Delikte wie Schnellfahren, riskantes Überholen und Alkohol am Steuer vehementer vorgegangen wird. Dem Unfallopfer ist es egal, ob der Verursacher ein Mann oder eine Frau war. Eine wirksame Maßnahme, um Risikolenker rechtzeitig bevor sie Schaden anrichten ist die Ausweitung des Vormerksystems“, betont VCÖ-Experte Schwendinger. In Österreich umfasst das Vormerksystem im europäischen Vergleich nur wenige Vergehen.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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