VCÖ: Graz auch diesen Winter Österreichs Feinstaub-Hochburg

Auch im heurigen Winter war die Feinstaubbelastung in Graz am höchsten, macht der VCÖ aufmerksam. Seit Jahresbeginn war in Graz bereits an 14 Tagen zu viel Feinstaub in der Luft. Am zweithöchsten war die Belastung in Klagenfurt, wo der Tagesgrenzwert an 10 Tagen überschritten wurde. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen für eine saubere Mobilität, wie mehr Platz und bessere Infrastruktur für das Gehen und Radfahren. Sehr wirksam ist auch betriebliches Mobilitätsmanagement, wie einige Unternehmen bereits erfolgreich zeigen. Innerstädtische Transporte sind zudem möglichst auf emissionsfreie Fahrzeuge, wie Elektro-Transporter und Cargo-Bikes zu verlagern.

Graz bleibt weiterhin jene Stadt, wo österreichweit die Feinstaub-Belastung am höchsten ist, macht der VCÖ aufmerksam. Heuer wurde in der steirischen Landeshauptstadt bei der Messstelle Graz Don Bosco bereits an 14 Tagen zu viel Feinstaub gemessen wurde, bei der Messstelle Graz Ost an 13 Tagen und bei Graz Süd an 11 Tagen. Zu hoch ist die Feinstaubbelastung wenn im Tagesschnitt mehr als 50 Mikrogamm PM10 Feinstaub pro Kubikmeter Luft vorhanden ist. Der Jahresgrenzwert liegt bei 25 Tagen mit einer zu hohen Feinstaubbelastung . Am zweithöchsten war heuer bisher die Belastung in Klagenfurt mit zehn Überschreitungen.

„Während es selbstverständlich ist, dass Lebensmittel und Wasser keine gesundheitsschädlichen Schadstoffe enthalten dürfen, wird die Luft nach wie vor beispielsweise von den Abgasen des Verkehrs verschmutzt. Dabei ist Luft unser wichtigstes Lebensmittel. Besonders für Kinder ist Feinstaub sehr schädlich“, setzt sich VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen für verstärkte Maßnahmen für eine saubere und gesunde Mobilität ein. Je kleiner die Feinstaubpartikel, umso schädlicher sind sie, weil sie in die Lungenbläschen und in den Blutkreislauf eindringen und Entzündungen auslösen können. Die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation empfehlen niedrigere Grenzwerte, inbesondere für die kleineren Feinstaubpartikel. Denn aus Gesundheitssicht sind die derzeit in der EU geltenden Feinstaub-Grenzwerte zu hoch.

Feinstaub entsteht bei Verbrennungsprozessen. Hauptverursachen sind die Bereiche Industrie, Heizungen und Verkehr. Während die Rauchfänge von Fabriken und Wohngebäuden in großen Höhen sind, gelangen in den Städten die Feinstaubpartikel des Verkehrs über den Auspuff dort in die Luft , wo Menschen unterwegs sind oder wohnen. „Umso wichtiger ist es, den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor und den Umstieg auf emissionsfreie Antriebe zu beschleunigen“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Auch braucht es mehr Bahn- und Busverbindungen vom Umland in die Städte.

Sehr wirksam zur Reduktion der Verkehrsbelastung und der dadurch verursachten Luftverschmutzung ist betriebliches Mobilitätsmanagement. Vorbildlich sind unter anderem die Anton Paar GmbH, wo Beschäftigte für jeden Tag, den sie klimaverträglich mit Fahrrad, zu Fuß oder Öffis zur Arbeit kommen einen Öko-Bonus erhalten und die Knapp AG, die den Umstieg vom Auto auf Öffis und Fahrrad fördert. Ein Vorreiter in Österreich ist auch die TU Graz, die bis zum Jahr 2030 klimaneutral werden möchte. Bereits jetzt kommen 40 Prozent der Mitarbeitenden mit dem Fahrrad zur Arbeit. Insgesamt ist die Insfrastruktur für Gehen und Radfahren rasch auszubauen uns zu verbessern. „Gerade die Covid-19-Pandemie hat gezeigt, dass vielerlorts Gehsteige und Radwege zu schmal sind. Der bewegungsaktiven, gesunden Mobilität ist mehr Platz zu geben“, stellt VCÖ-Expertin Rasmussen fest.

Zudem sind innerstädtische Gütertransporte verstärkt auf emissionsfreie Fahrzeuge, wie Elektro-Transporter und Cargo-Bikes zu verlagern. Mitte Februar hat ein Rechnungshofbericht festgestellt, dass verstärkte Maßnahmen zur Reduktion der Luftverschmutzung im Raum Graz nötig sind, auch wegen der Stickoxid-Belastung. „Seit dem Jahr 2005 blieben die Stickstoffdioxid-Emissionen des Pkw-Verkehrs unverändert hoch. Allen voran Diesel-Pkw stoßen Stickstoffoxide weit über die Grenzwerte aus“, heißt es im Rechnungshofbericht, in dem unter anderem niedrigere Tempolimits vorgeschlagen werden.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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