VGT-Aktion mit Pappschweinen gegen Vollspaltenboden: mehr als 1 Krankheit pro Tier

20 AktivistIinnen zeigen die Probleme der Haltung auf Vollspaltenboden – Schlachtkörperuntersuchungen haben 4.665 Krankheiten bei 3.777 Schweinen aufgewiesen

Mit Schutzmaske und Sicherheitsabstand – heute protestierten 20 Aktivist/innen des VGT am Wiener Stephansplatz gegen die Schweinehaltung auf Vollspaltenboden, indem sie jeweils ein lebensgroßes Pappschwein in den Armen hielten, auf dem eine der Krankheiten zu lesen war, die diese Haltung verursacht. Das weiß man nicht nur von wissenschaftlichen Studien, die z.B. ergeben haben, dass 92 % der Schweine auf Vollspaltenboden schmerzhaft entzündete Gelenke haben. 3777 Schlachtkörperuntersuchungen von Schweinen aus dieser Haltungsform in Österreich hatten letztes Jahr 4.665 nachgewiesene Krankheiten, also mehr als eine pro Schwein. Die Bundesregierung muss auf Druck der EU und nach einer Missstandsfeststellung der Volksanwaltschaft jetzt das Tierschutzgesetz und die erste Tierhaltungsverordnung zu Schweinen adaptieren. Alle tierfreundlichen Menschen Österreichs, darunter die 416.000 Personen, die das Tierschutzvolksbegehren unterschrieben haben, fordern, dass bei dieser Reform der Vollspaltenboden verboten und eine verpflichtende Stroheinstreu eingeführt wird.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: Es ist ein unerträglicher Missstand, dass wir in Österreich die allermeisten Schweine in einer Weise halten, dass diese schwer leiden müssen und das jedes Einzelne Krankheiten bekommt. Das widerspricht dem Grundsatz des Tierschutzgesetzes und es widerspricht der EU-Richtlinie und ist daher verfassungswidrig. Die Ausrede, dass ansonsten Billigimporte die Schweinefleischproduktion in Österreich unterlaufen würden, zählt nicht. Das Gegenteil ist der Fall: mit unserer Billigstproduktion am EU-Mindeststandard unterlaufen wir alle Bemühungen in anderen Ländern, wie z.B. in Schweden, den Schweinen mehr Lebensqualität zu bieten. Die Bevölkerung in Österreich erwartet von ihrer Regierung, dass die Schweine hierzulande wenigstens auf Stroh liegen können. Das muss durch die anstehende Gesetzesreform jetzt endlich geschehen!

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at