Frauentag: Ein Monat im Zeichen der Frauen

Online-Diskussionen, Speaker’s Corner…: „Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit passieren nicht von selbst, dafür muss man was tun.“

FRAUEN.MACHT.POLITIK. Unter dieses Motto stellen die Grünen Steiermark 2021 den Internationalen Frauentag (der heuer übrigens sein 100. Jubiläum feiert). Die Grünen machen heuer auch gleich ein ganzes Monat im Zeichen der Frauen aus dem Frauentag. Den März hindurch laden Frauensprecherin LAbg. Veronika Nitsche und die Grünen zu mehreren Online-Diskussionen, organisieren Speaker’s Corners im öffentlichen Raum und wollen aufzeigen, wie wichtig ein höherer Frauenanteil in der Politik auf allen Ebenen ist: „Über 50 Prozent der Menschen in der Steiermark sind Frauen – natürlich braucht es eine Quote, damit sich Frauen selbst vertreten können“, so Nitsche. Denn nur ein Beispiel: Es gibt in der Steiermark mehr Bürgermeister, die Johann oder Johannes heißen, nämlich 23, als es landesweit Bürgermeisterinnen gibt (22)…

Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit passieren also nicht von selbst, dafür muss man was tun. Wenn es im aktuellen Tempo weitergeht, dann braucht es noch über 600 Jahre, damit wir gleich viele Frauen wie Männer im BürgermeisterInnen-Amt haben. So lange können wir nicht warten!“ betont die Grüne Frauensprecherin, die dazu auch schon mehrere Landtagsinitiativen initiiert hat.

Angemessene Repräsentanz von Frauen im Landtag:

·         Aktueller Frauenanteil Landtag Steiermark 37,5%

·         Anreizsystem durch Abzug bei der Klubfinanzierung: Verringerung um den auf 50% fehlenden Prozentanteil (50% minus prozentuellen Anteil Frauen)

·         Im Unterschied zum Nationalrats-System würden Fördermittel verringert (und nicht erhöht), d.h. die Maßnahme belastet nicht das Budget

·         NR-Modell ist nur ein symbolischer Beitrag (+ 3%, wenn über 40% Frauen), hat de facto keine Wirkung und damit keinen Steuerungseffekt

·         LT-Klubs, die beinahe 50% Frauen haben, würden nur wenig Klubförderung verlieren;

·         Abzug bei wenig bis gar keinen Frauen (bis zu minus 50%) stellt einen finanziellen Anreiz dar.

Paritätische Reihung auf Parteilisten für Gemeinderatswahlen:

·         Über 50% der Bevölkerung in der Steiermark ist weiblich

·         Nach GRW 2020 nur 22 Bürgermeisterinnen (unter 286 Gemeinden) -> 7,7%

·         Nur 1 Bürgermeisterin mehr als nach der GRW 2015

·         Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit passieren nicht, man muss aktiv was tun -> damit Frauen sich selbst vertreten (können)

Der Vergleich mit anderen Ländern zeigt hier einen steuernden Effekt“, drängt Nitsche auf die Umsetzung ihrer Anträge rechtzeitig vor den nächsten steirischen Wahlgängen: „Zusätzlich zu gesetzlichen Anreizsystemen, wie einem verpflichtenden Reißverschlusssystem bei den Parteilisten oder im Rahmen der Klubförderung, wird es auch darum gehen, die Strukturen und Rahmenbedingungen auf Gemeindeebene familien- und lebensfreundlicher zu gestalten. Das kommt uns allen zugute!“

Überblick über kommende Veranstaltungen:

2. März: Die Macht der Sprache (als Livestream aus dem Grazer Schauspielhaus; 19:30)

https://gruene-akademie.at/events/die-macht-der-sprache/

Befinden wir uns in einem neuen Biedermeier? Quer durch Europa bestimmen rechtskonservative Parteien die Politik mit. Der reaktionäre Trend spiegelt sich im Privaten und wird durch Covid-19 extrem verschärft. Patriarchale Rollenmuster und die heterosexuelle Kernfamilie bilden die Basis der Corona-Politik, ohne dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewährleistet wird. Frauen schultern oft die Hauptlast der Pandemie. Was ist zu tun? Widerstand ist nötig. Gerade jetzt.

Marlene Streeruwitz, Lisz Hirn und Judith Schwentner ergreifen das Wort und diskutieren diese Fragen im Vorfeld des internationalen Frauentages aus der Perspektive der Literatur, Philosophie und Politik. Wie kann in und durch Sprache Widerstand formuliert werden, sei es als Kritik, neue Erzählweisen oder als lauter Widerspruch, und wie können diese Sprechakte in konkrete Handlungen überführt werden?

Hier können Sie dem Streaming am 2. März 2021, ab 19:30 Uhr folgen:

https://youtu.be/876L53yMZMs

(Veranstalterin Grüne Akademie)

9. März: Speakers Corner „Frauen sprechen selbst“ (Graz , Eisernes Tor 14:00-17:00 ).

Obwohl mehr als die Hälfte der Bevölkerung Frauen sind, sind heute noch überwiegend Männern die Entscheidungsträger. Und die Entscheidungen von Männern geht oft an den Lebensrealitäten von Frauen vorbei. Darum ist es an der Zeit, dass Frauen sich selbst vertreten und selbst sprechen. Unser Speakers Corner mit open mic geben Frauen die Gelegenheit dazu.

12. März: FRAUEN.MACHT.POLITIK. – Impulse für weibliche Interessenvertretung (Online Diskussionsveranstaltung; 18-20:00)

Corona hat es besonders deutlich gemacht: Auch im Jahr 2021 sind ungleiche Bedingungen im Lebensalltag von Männern und Frauen nach wie vor Realität – wenig überraschend auch in den politischen Strukturen und Institutionen. Dass Frauen auf allen Ebenen der Politik noch immer zu wenig vertreten sind, zeigt sich umso schärfer, je regionaler die Politik wird. In der Steiermark gibt es mehr Bürgermeister, die Johann oder Johannes heißen, als es insgesamt Bürgermeisterinnen gibt.

Wie können wir also mehr Frauen für politische Ämter gewinnen? Welches Frauenbild ist in der Politik vorhanden? Welche Hürden gilt es zu überwinden und wie können konkrete Unterstützungsangebote für Frauen aussehen – vor allem in der Gemeindepolitik?

Diesen und weiteren Fragen wollen wir bei der FREDA-Diskussionsveranstaltung „Frauen.Macht.Politik“ im Rahmen unseres Grünen Frauenmonats nachgehen.

Die Teilnehmerinnen:

·         Mag. Katharina Schellnegger: Kulturmanagerin bei den steirischen Festspielen styriarte, 2. Vizebürgermeisterin in Gleisdorf

·         Veronika Nitsche, MBA: Projektmanagerin bei WUS Austria, Landtagsabgeordnete, Frauensprecherin der Grünen in der Steiermark

·         Karin Strobl, MA: Beraterin bei der Agentur Heidi GLÜCK, ehemals Journalistin und Kommunikationschefin zum Grünen Klub im Parlament

·         Marie-Claire Katzensteiner: Lehramtsstudentin, Geschäftsführerin der Grünen Jugend Steiermark und Vorstandsmitglied der Grazer Grünen

(Veranstalterin: FREDA)

16. März: EINKOMMENSGERECHTIGKEIT: WARUM VERDIENEN FRAUEN WENIGER ALS MÄNNER? (Online-Diskussionsveranstaltung 18:00-19:30)

https://www.gruenewirtschaft.at/veranstaltung/einkommensgerechtigkeit/

Die Forderung nach finanzieller Gleichstellung der Leistung von Frauen und Männern ist aktueller denn je. Denn noch immer müssen Frauen viele Tage zusätzlich unbezahlt arbeiten, um das gleiche Jahreseinkommen zu erzielen, das Männer bereits am Ende des Vorjahres in der Tasche hatten. Warum es zu dieser Schlechterstellung für Arbeitnehmer*innen und selbstständige Frauen kommt, und welche Lösungsansätze es aus der Politik, der Interessenvertretung und der Wirtschaft geben muss, ist Thema dieser Podiumsdiskussion.

Programm:

Begrüßung: Frauenstadträtin Judith Schwentner

Podium:
Mag.a Gabriele Lechner, Vizepräsidentin, Landesvorsitzende Frau in der Wirtschaft der WKO Steiermark
Veronika Nitsche, Landtagsabgeordnete, Sprecherin für Menschenrechte, Gleichstellung, Diversität, Wissenschaft & Forschung
Mag.a Sylvia Müller-Trenk, geschäftsführende Gesellschafterin der Catro Management Services mit Schwerpunkt Personalberatung sowie Gender & Diversity

Moderation: Andrea Kern, Landessprecherin Grüne Wirtschaft

(Veranstalterin: Grüne Wirtschaft)

(c) podesser.net

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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