VCÖ: Sechs von zehn Autofahrten in E-Fahrrad Distanz– neues Förderprogramm gestartet

VCÖ: Infrastruktur-Offensive für Radverkehr umsetzen – Netz an Rad-Highways für Ballungsraum wichtig

VCÖ (Wien, 26. Februar 2021) – In der Steiermark sind sechs von zehn Autofahrten kürzer als zehn Kilometer und damit in einer Distanz, die mit einem Elektro-Fahrrad für große Teile der Bevölkerung gut bewältigbar sind, macht der VCÖ aufmerksam. Auch beim Pendlerverkehr ist das Verlagerungspotenzial groß, knapp mehr als die Hälfte der Beschäftigten hat einen Arbeitsweg von weniger als zehn Kilometer. Der VCÖ begrüßt das neue Förderprogramm des Bundes für Elektro-Fahrräder und Transportfahrräder. Transportfahrräder werden auch als Familienfahrzeug immer beliebter. Wichtig ist zudem der rasche und verstärkte Ausbau der Rad-Infrastruktur, betont der VCÖ.

„Elektro-Fahrräder haben das Potenzial zum Game-Changer in der Mobilität zu werden“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger. „Gerade für die Steiermark sind E-Fahrräder optimal geeignet. Steigungen können mühelos bewältigt werden der Elektromotor verlängert die Reichweite.“ In der Steiermark gibt es deutlich mehr kurze als lange Autofahrten. Sechs von zehn Autofahrten sind kürzer als zehn Kilometer.

Untersuchungen in Vorarlberg zeigen, dass mit Elektro-Fahrrädern im Schnitt um rund 50 Prozent mehr Kilometer geradelt werden als mit herkömmlichen Fahrrädern. Während herkömmliche Fahrräder in Vorarlberg im Schnitt 640 Kilometer pro Jahr im Einsatz sind, kommen E-Fahrräder auf rund 950 Kilometer pro Jahr, informiert der VCÖ.

„Auch beim Pendlerverkehr, der Verkehrsspitzen und damit Staus verursacht, ist das Verlagerungspotenzial groß. Denn knapp mehr als die Hälfte der Beschäftigten hat einen Arbeitsweg, der kürzer als zehn Kilometer ist“, verdeutlicht VCÖ-Experte Schwendinger. Mit dem nun gestarteten Förderprogramm des Bundes werden Elektro-Fahrräder für Beschäftigte günstiger. Schaffen Betriebe mindestens fünf Elektro-Fahrräder an, werden diese mit 400 Euro pro Elektro-Fahrrad gefördert.

Damit werden die sogenannten „JobRäder“ noch attraktiver. Beim JobRad-Modell stellen Betriebe Beschäftigten ein Dienstrad zur Verfügung, das auch privat genutzt werden kann. Dafür wird eine monatliche Nutzungsgebühr bezahlt, es fällt aber kein Sachbezug an, für das Unternehmen ist das Fahrrad vorsteuerabzugsberechtigt. Nach 48 Monaten kann das Fahrrad in den Besitz des Beschäftigten übergehen.

Bis zu 1.000 Euro beträgt ab nun die Förderung für (Elektro-)Transporträder. Immer mehr Familien nutzen Elektro-Fahrräder als umweltschonendes Familien-Fahrzeug. Darüber hinaus sind Transport-Fahrräder gerade für innerstädtische Transporte ideal. So stellt der Samariterbund in Wien mit bereits mittlerweile rund 20 Transport-Fahrrädern „Essen auf Räder“ zu, gestartet wurde damit im Jahr 2017. Rund 20.000 Kilogramm CO2 pro Jahr werden vermieden. Und: Die Zustellung ist schneller, die Transportfahrräder stehen nicht im Stau.

Der VCÖ drängt auf den beschleunigten Ausbau der Infrastruktur für den Radverkehr. Neben den positiven Auswirkungen auf Gesundheit, Luftqualität, Klima und Stauvermeidung, ist ein starker Ausbau der Rad-Infrastruktur auch ein Jobmotor. Pro 100 Millionen Euro werden durch den Bau von Radwegen um rund 50 Prozent mehr Arbeitsplätze geschaffen als durch den Bau von Autobahnen.

Für den Ballungsraum Graz sind direkte, möglichst kreuzungsfreie Radschnell-Verbindungen besonders gut geeignet, um die Verkehrsprobleme zu reduzieren. Internationales Vorbild ist die Region Kopenhagen, wo in den vergangenen Jahren bereits mehr als 200 Kilometer Rad-Highways eröffnet wurden, bis zum Jahr 2022 soll das Netz auf rund 250 Kilometer ausgebaut werden und bis zum Jahr 2030 auf 680 Kilometer, informiert der VCÖ. Die durchschnittliche Distanz, die hier mit dem Fahrrad gefahren wird, beträgt elf Kilometer. 34 Prozent der Pendlerinnen und Pendler fahren in der Region Kopenhagen mit dem Fahrrad zur Arbeit.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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