VCÖ: Im Coronajahr 2020 ist Lkw-Verkehr in der Steiermark teilweise sogar gestiegen

VCÖ: Die meisten Lkw in der Steiermark auf der A9 bei Schwarzlsee  
VCÖ: Klimabonus für Betriebe, die Gütertransport auf Schiene verlagern

VCÖ (Wien, 19. Februar 2021) – Wer meint, der Lkw-Verkehr wäre im Coronajahr 2020 stark zurückgegangen, irrt. Im Gegenteil auf einigen steirischen Autobahnabschnitten waren trotz Corona sogar mehr Lkw unterwegs als im Jahr davor, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Die meisten Lkw wurden in der Steiermark mit 2,68 Millionen auf der A9 bei Schwarzlsee gezählt. Österreichweit ist die Wirtschaftsleistung im Coronajahr stärker zurückgegangen als der Lkw-Verkehr. Der VCÖ fordert einen Klimabonus für Betriebe, die den Gütertransport von der Straße auf die Schiene verlagern.

Auf der A9 Pyhrn Autobahn waren im Vorjahr bei Schwarzlsee rund 2,68 Millionen Lkw unterwegs und damit die meisten in der Steiermark, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Asfinag zeigt. Hier fuhren um 77.000 Lkw weniger als im Jahr 2019. Knapp dahinter liegt die A2, wo bei Feldkirchen 2,65 Millionen Lkw gezählt wurden, nur 33.000 Lkw weniger als im Jahr 2019. Und auf der Laßnitzhöhe waren auf der Südautobahn mit 2,46 Millionen trotz Covid-19-Pandemie sogar um 6.000 mehr unterwegs als im Jahr 2019. Bei Sinabelkirchen nahm der Lkw-Verkehr sogar um 42.000 Lkw zu.

Österreichweit nahm der Lkw-Verkehr im Coronajahr bei 38 der 275 vom VCÖ analysierten Zählstellen zu. Bei den anderen gab es einen Rückgang. Aber:
„Die Wirtschaftsleistung ist österreichweit im Coronajahr deutlich stärker zurückgegangen als der Lkw-Verkehr“, fasst VCÖ-Experte Michael Schwendinger zusammen. Während das Bruttoinlandsprodukt in Österreich im Vorjahr laut EU-Kommission um 7,4 Prozent schrumpfte, nahm der Lkw-Verkehr auf den Autobahnen und Schnellstraßen lediglich um insgesamt 4,6 Prozent ab.

„Mit Lkw-Kolonnen wird Österreich seine Klimaziele nicht erreichen. Der Güterverkehr muss endlich auch den nötigen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest.

Zentral ist dabei die verstärkte Verlagerung von der Straße auf die Schiene. Pro 1.000 Tonnenkilometer verursachen 40-Tonnen-Lkw rund 20 Mal so viele Treibhausgase wie die Bahnen in Österreich. „Eine der wirksamsten Maßnahmen sind betriebliche Gleisanschlüsse, also wenn vom Betrieb weg die Waren auf die Schiene kommen. Es braucht Anreize, damit einerseits vorhandene Gleisanschlüsse verstärkt genutzt und andererseits neue errichtet werden, wo bahnaffine Güter erzeugt werden“, betont VCÖ-Experte Schwendinger. Der VCÖ schlägt daher einen Klimabonus für Unternehmen vor, die Güter auf die Bahn verlagern.

Kontraproduktiv ist die steuerliche Begünstigung von Diesel, wodurch der Lkw-Transport indirekt gefördert wird. Zum Vergleich: In Deutschland kostet ein Liter Diesel um zwölf Cent mehr als in Österreich, in Italien um 25 Cent und in der Schweiz um umgerechnet 27 Cent mehr. Die Steuerbegünstigung von Diesel ist rasch abzuschaffen, die ökosoziale Steuerreform ist endlich umzusetzen. Damit werden auch die Rahmenbedingungen verbessert, damit sukzessive mehr emissionsfreie Lkw in den kommenden Jahren auf die Straße kommen.

Gefordert ist zudem die Europäische Union. Auch die EU kann ihre Klimaziele nur mit verstärkten Maßnahmen im Güterverkehr erreichen. „Das Prinzip des freien Warenverkehrs ist um das Wort „klimaverträglich“ zu ergänzen. Statt der bestehen Höchstmaut ist endlich eine EU-weite Mindestmaut für Lkw einzuführen. Und die bürokratischen und technischen Hürden im Schienenverkehr sind rausch zu beseitigen“, nennt VCÖ-Experte Schwendinger einige zentrale Maßnahmen.

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer, (0699)18932695

VCÖ: Auf der A9 bei im Coronajahr der meiste Lkw-Verkehr in der Steiermark

A9 Schwarzlsee: 2,68 Millionen Lkw (minus 2,8 Prozent)

A2 Feldkirchen: 2,65 Millionen (minus 1,2 Prozent)

A2 Laßnitzhöhe: 2,46 Millionen (plus 0,25 Prozent)

A2 Pirching an der Raab: 2,28 Millionen (plus 0,8 Prozent)

A2 Sinabelkirchen: 1,98 Millionen (plus 2,2 Prozent)

A9 Plabutschtunnel: 1,85 Millionen (minus 2,1 Prozent)

A9 Spielfeld: 1,21 Millionen (minus 0,7 Prozent)

S36 Zmöllach:; 0,69 Millionen (minus 3,8 Prozent)

S6 St. Marein: 0,66 Millionen (minus 7,5 Prozent)

S35 Peggau: 0,49 Millionen (minus 28,3 Prozent)

Quelle: Asfinag, VCÖ 2021

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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