VCÖ: „Schulstart“ in der Steiermark – Schulweg möglichst ohne Elterntaxi zurücklegen

VCÖ: Anzahl der Schulwegunfälle im Vorjahr coronabedingt stark zurückgegangen

VCÖ (Wien, 12. Februar 2021) – Am Montag werden in der Steiermark viele Schülerinnen und Schüler das erste Mal im Jahr 2021 wieder ihr Schulgebäude betreten. Der Schulweg ist für Kinder eine Chance, auf eine tägliche Portion gesunde Bewegung zu kommen, betont der VCÖ. Während der Covid-19-Pandemie hat der Bewegungsmangel bei Kindern zugenommen. Elterntaxis rauben Kindern diese Chance und verursachen Verkehrsprobleme vor der Schule. Die Zahl der Schulwegunfälle ist coronabedingt im Vorjahr stark zurückgegangen. Im 1. Halbjahr des Vorjahres gab es in der Steiermark um 60 Prozent weniger Schulwegunfälle, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt.

Aufgrund der Covid-19-Pandemie werden in der Steiermark viele Schülerinnen und Schüler am Montag das erste Mal im Jahr 2021 den Schulweg zurücklegen. „Viele Kinder haben einen Schulweg in Geh- oder Radfahrdistanz. Damit ist der Weg zur Schule eine Chance, auf ein Mindestmaß an gesunder Bewegung zu kommen. Eine Chance, die gerade jetzt in der Coronakrise den Kindern nicht genommen werden sollte“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Kinder, die zu Fuß, mit Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule kommen, bringen durch die Bewegung ihren Kreislauf in Schwung und sind schon ab der ersten Stunde konzentrierter. Auch ist auf Schulwegen die Verkehrssicherheit dank zahlreicher Maßnahmen höher. Damit können Kinder am Schulweg Kompetenz für das richtige Verhalten im Straßenverkehr erlangen, betont der VCÖ.

Werden Kinder mit dem Auto zur Schule chauffiert, wird ihnen diese Chance genommen. Zudem verursachen Elterntaxis in der Schulumgebung Verkehrsprobleme und belasten die Kinder mit gesundheitsschädlichen Abgasen, weist der VCÖ auf die negativen Folgen der Elterntaxis hin.

„Schulen und Elternvereine können Bewusstseinsaktionen durchführen und auch mit so genannten Pedibussen und Fahrrad-Bussen dazu beitragen, dass mehr Kinder gesund zu Fuß oder mit dem Fahrrad statt mit dem Elterntaxi zur Schule kommen“, empfiehlt VCÖ-Experte Schwendinger. Beim Pedibus treffen sich Kinder zu einer bestimmten Uhrzeit bei einer „Pedibus-Station“ und gehen dann in Begleitung eines Erwachsenen gemeinsam zur Schule. Ähnlich funktioniert ein so genannter Fahrrad-Bus. Zahlreiche vorbildliche Projekte sind in der Online-Datenbank des VCÖ zu finden: www.mobilitaetsprojekte.vcoe.at

Die Zahl der Schulwegunfälle ist im Coronajahr 2020 deutlich gesunken. Im 1. Halbjahr 2020 (aktuellste Daten der Statistik Austria) gab es in der Steiermark mit 16 um 24 Schulwegunfälle weniger als im 1. Halbjahr 2019, informiert der VCÖ. Die Zahl der verletzten Kinder ging von 63 auf 18 zurück, zwölf davon wurden bei Unfällen zwischen Jänner und März verletzt.

Gerade in Zeiten wie diesen ist es wichtig, die gesunde, bewegungsaktive Mobilität, wie zu Fuß gehen und Radfahren zu fördern. Gemeinden und Städte können das durch verstärkte Verkehrsberuhigung tun. Direkt vor dem Schulumfeld können Schulstraßen oder Wohnstraßen und Begegnungszonen die Situation verbessern, betont der VCÖ. Darüber hinaus ist in den Wohngebieten eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung mit einem durchgängigen Netz an ausreichend breiten Gehwegen und übersichtlichen Übergängen wichtig. Tempo 30 sollte im Ortsgebiet die Regelgeschwindigkeit sein, Tempo 50 die Ausnahme. „Die Anzahl der Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, zeigt auch, wie hoch die Qualität der Verkehrsplanung im Ort ist“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest.

Die öffentlichen Verkehrsunternehmen sorgen zudem mit zahlreichen Maßnahmen, dass die Kinder weiterhin mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sicher unterwegs sind. Tägliche Reinigung, regelmäßiges Lüften und der Mund-Nasen-Schutz der Fahrgäste sorgen für Sicherheit.

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer, (0699) 18932695

VCÖ: Anzahl Schulwegunfälle in der Steiermark coronabedingt stark zurückgegangen

1.Halbjahr 2020: 16 Schulwegunfälle (minus 60 Prozent gegenüber 1. Halbjahr 2019)

1.Halbjahr 2019: 40 Schulwegunfälle

1.Halbjahr 2018: 42 Schulwegunfälle

1.Halbjahr 2017: 51 Schulwegunfälle

1.Halbjahr 2016: 37 Schulwegunfälle
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2021

VCÖ: Zahl der bei Schulwegunfällen verletzten Kinder um 71 Prozent zurückgegangen  

1.Halbjahr 2020: 18 verletzte Kinder (minus 71 Prozent gegenüber 1. Halbjahr 2019)

1. Halbjahr 2019: 63 verletzte Kinder

1. Halbjahr 2018: 42 verletzte Kinder

1. Halbjahr 2017: 51 verletzte Kinder

1. Halbjahr 2016: 37 verletzte Kinder
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2021

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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