WM in Cortina: Kriechmayr Super-G Weltmeister // Keine Medaille für die Damen

Vincent Kriechmayr gewinnt zum Auftakt der Ski-WM in Cortina den Super-G und kürt sich damit erstmals zum Weltmeister. In einem turbulenten Rennen setzte sich der Oberösterreicher mit 0,07 Sekunden Vorsprung auf Romed Baumann (GER) durch. Bronze holte der Franzose Alexis Pinturault (+0,38 Sek.). Matthias Mayer wurde als Fünfter zweitbester Österreicher. 

Vincent Kriechmayer ging mit Startnummer fünf ins Rennen und bewältigte die Schlüsselstelle, an der vor ihm bereits drei Athleten gescheitert sind, souverän. Der Oberösterreicher fand die optimale Mischung aus Herausnahme des Tempos und Risiko und ging überlegen in Führung. Erst Romed Baumann, mit Startnummer zwanzig gestartet, machte es nochmals richtig spannend. Der ehemalige ÖSV-Läufer lieferte sich ein enges Rennen mit Kriechmayr und holte am Ende Silber. Für Kriechmayr war es der erste WM-Titel in seiner Karriere. Insgesamt holte der 29-Jährige seine dritte WM-Medaille: bei der Weltmeisterschaft in Are 2019 gewann er Silber im Super-G und Bronze in der Abfahrt.

„Ich habe mir die ersten drei Startnummern noch angeschaut und habe kurzfristig umdisponieren müssen. So einen Drift bin ich wohl mein ganzes Leben noch nicht gefahren und ich habe versucht es mit ganz viel Gefühl zu lösen, das ist mir ganz gut gelungen. Im Ziel hätte ich mir nie gedacht, dass es zum Sieg reichen könnte. Gratulation auch an Romed, es freut mich irrsinnig für ihn.“

Vincent Kriechmayr

Für Mitfavoriten Matthias Mayer verlief das Rennen nicht ganz nach Wunsch. Der Kärntner nahm bei der entscheidenden Stelle im oberen Streckenabschnitt zu viel Geschwindigkeit heraus und verlor einige Zehntel. Am Ende musste sich der 30-Jährige mit dem sechsten Platz zufriedengeben (+0,60 Sek.).

„Ich habe bei der Schlüsselstelle viel zu viel herausgenommen und bin über den Sprung schon mit Vorsicht drübergefahren. Dort habe ich die Zeit verloren, da braucht es nicht viel Analyse mehr. Wenn jeder so gefahren wäre, wie bei der Besichtigung gedacht, wären wohl alle dort gestanden, wo die ersten drei standen. Wir haben kurzfristig umdisponieren müssen. Vinc hat das super erwischt und er hat es sich richtig verdient.“

Matthias Mayer

Max Franz und Christian Walder erreichten leider nicht das Ziel. Franz erwischte zwar den oberen Teil und die Schlüsselstelle gut, schied jedoch einige Tore später aus. Walder, der mit Startnummer eins ins Rennen ging, war sozusagen der Testpilot auf der neuen Strecke. Der Kärntner kam mit hoher Geschwindigkeit zur entscheidenden Passage und war chancenlos das nächste Tor zu erwischen.

„Ich würde die Schuld auf keinen Fall auf die Kurssetzung schieben, man hätte dort mit mehr Hirn fahren müssen. Leider habe ich das mit Startnummer eins noch nicht gewusst und man ist dort mit mehr Zug hingekommen als gedacht. Ich habe mir heute viel vorgenommen, habe mich gut gefühlt, daher zipft es mich richtig an.“

Christian Walder

ERGEBNIS

Keine Medaille für die Damen

Der verspätete WM-Start brachte den ÖSV-Athletinnen kein Glück. Beim heutigen Super-G in Cortina d’Ampezzo (ITA) verpassten alle vier Läuferinnen die Medaillenränge – beste Österreicherin wurde die Steirerin Tamara Tippler als Siebente. Der Sieg ging an die Schweizerin Lara Gut-Behrami, vor ihrer Teamkollegin Corinne Suter und der Titelverteidigerin aus den USA, Mikaela Shiffrin. 

Die ÖSV-Super-G Damen konnten bei der ersten WM-Entscheidung keine Medaille einfahren. Beste Österreicherin wurde Tamara Tippler als Siebente – sie kam mit einem Rückstand von 0,87 Sekunden in das Ziel. Die Steirerin war nach ihrer Fahrt sichtlich enttäuscht und mit ihrer Leistung nicht zufrieden.

„Ich habe es probiert, ich war nicht übermotiviert, sondern voll bei der Sache und habe auf mein Können und mein Skifahren vertraut, aber im unteren Teil hat es ein wenig gezwickt und im Mittelteil war ich bei den Wellen immer Passagier, meine Ski sind gegangen wie die Feuerwehr, aber das alleine hilft nichts.“ Tamara Tippler

Ariane Rädler feierte beim heutigen Rennen ihr WM-Debüt und konnte ihre Leistung nicht ganz zeigen. Sie belegte, mit einem Rückstand von 1,59 Sekunden, den 16. Rang. Auch die Vorarlbergerin war nach dem Rennen sichtlich enttäuscht.

„Der erste Start ist jetzt mal geschafft, ich hätte mir heute schon mehr erwartet. Die Kurssetzung mag ich eigentlich gerne, wenn es dreht und genau bei diesen Passagen bin ich nicht gut gefahren. Bin zu gerade reingefahren und dann habe ich immer nach dem Tor nachdrücken müssen. Draußen ist der Schnee sehr weich und da bekommt man nichts mehr zurück.“ Ariane Rädler

Christine Scheyer und Stephanie Venier hatten mit der Sicht im Mittelteil zu kämpfen und belegten die Plätze 17 und 20. Der Auftakt der WM verlief demnach nicht ganz nach Wunsch, aber der Blick ist nach vorne gerichtet und bereits morgen geht es mit dem Abfahrtstraining für den nächsten Speedbewerb am Samstag weiter.

ENDERGEBNIS

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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