Steirische Firmen sind bei Windkraft am Meer vorne mit dabei

Letztes Jahr ging der Ausbau von Windkraftanalgen am Meer um 29 Prozent zurück. Als Silberstreif am Horizont können da nur die abgeschlossenen Finanzierungen für die kommenden Jahre gesehen werden. Diese haben 2020 mit 26,3 Mrd. Euro ein Rekordniveau erreicht. Dies ist auch unbedingt nötig, denn der Ausbau der Offshore-Windkraft muss sich bis Mitte des Jahrzehnts vervierfachen, wenn die EU-Ziele eingehalten werden sollen, berichtet Giles Dickson vom europäischen Windverband WindEurope. „Das würde auch der österreichischen Zulieferbranche einen enormen Schub bringen“, berichtet Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft: „Steirische Firmen sind in der Offshore-Branche in ihren Sparten sogar Weltmarktführer.“

2020 war für den Windkraftausbau am Meer kein gutes Jahr. Mit 356 Offshore-Windrädern konnten letztes Jahr um 29 Prozent weniger Windräder aufgestellt werden als noch 2019. Dabei wurde der Windkraftausbau am Meer durch die Corona-Pandemie kaum beeinträchtigt. Andererseits war das Jahr 2020 ein Rekordjahr, was die Finanzierungsabschlüsse betrifft. Mit 26,3 Mrd. Euro wurde noch nie so viel Geld in die Offshore-Windbranche investiert wie im vergangenen Jahr. Diese Steigerung ist auch unbedingt nötig, will man die EU-Ziele von 300.000 MW Offshore-Windkraftleistung im Jahr 2050 erreichen. Dafür müsste sich der jährliche Windkraftausbau auf 11.000 MW beinahe vervierfachen. „Lasst uns die Schwundkraft nutzen, um das volle Potential der Offshore-Windkraft ausschöpfen zu können“, fordert Giles Dickson, Geschäftsführer vom europäischen Windkraftverband WindEurope und weist dabei auf die nötigen Änderungen bei den rechtlichen Rahmenbedingungen hin, um dies auch möglich zu machen.
Steiermark als Weltmarktführer
Am Ausbau der Windkraft am Meer sind auch einige steirische Zulieferbetriebe ganz vorne mit dabei. So ist das steirische Siemens Energy Werk in Weiz Weltmarktführer in der Trafoproduktion. Seit mehr als 10 Jahren werden, mit einem Marktanteil von 80 Prozent am Weltmarkt, die Trafos in 70 Länder geliefert. Mehr als 2.500 Offshore Transformatoren sind derzeit am Meer im Einsatz. Jährlich werden im Weizer Werk mehr als 1.000 Trafos für Windräder produziert. Damit ist das Werk der weltweit größte Siemens Energy Produktionsstandort von Verteiltrafos für Windparks. Im Werk in Weiz sind rund 1.200 Mitarbeiter beschäftigt und erzeugen eine erhebliche lokale Wertschöpfung. Wenn Siemens Energy in Weiz Transformatoren entwickelt und baut, dann sind darin bis zu 900 weitere Unternehmen in ganz Österreich involviert.
Auch Elin Motoren entwickelt in Weiz für die führenden Windkraftanlagenhersteller Generatoren. So wird in den nächsten zwei Jahren für die größten Offshore-Anlagen vom Weltmarktführer Vestas der Stator des Generators ausschließlich von Elin Motoren geliefert werden. Rund 150 Statoren werden in den nächsten zwei Jahren für neue Offshore-Anlagen produziert.
Ein weiterer Weltmarktführer in der Windbranche ist die EBG in Kirchbach. Von hier kommen Widerstände für rund 90 Prozent aller Windkraftersteller weltweit. Diese Widerstände sind zwar kleine, aber besonders wesentliche Elemente eines modernen Windrades, speziell für die Stromabgabe ins Netz oder für den Schutz, um Schäden im Windkraftwerk zu vermeiden. „Daher sollte die österreichische Politik die Unterstützung der erneuerbaren Energien im Forschungsbereich weiterführen, die Ausbildungsplätze von technischen Berufen für erneuerbare Energien deutlich steigern und sich darüber hinaus in Europa auch für den Offshore-Windkraftausbau einsetzen“, bemerkt Moidl.
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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