Moral bewiesen. RB Salzburg gewinnt nach Rückstand gegen Austria Wien

TORSCHÜTZEN: KOITA (65.), AARONSON (72.), SUCIC (90.+4) BZW. TEIGL (59.)

Spielbericht: FC RED BULL SALZBURG; Fotos. Red Bull/GEPA Pictures

Nach den fehlerlosen Leistungen der letzten Wochen waren wir nach einem 0:1-Rückstand gefordert. Wir beweisen Moral und schreiten zu einem ungefährdeten 3:1-Sieg.

SPIELBERICHT

Die Schneeflocken tanzten vom Salzburger Nachthimmel, als Schiri Muckenhammer zum Ankick pfiff. Repeat or revenge? Das war hier die Frage. Und die Austrianer, mutiger als zuletzt, votierten für Zweiteres. Nach drei Minuten tankte sich Sarkaria durch den linken Halbraum und fand plötzlich den völlig freien Teigl. Dessen Schuss, den ersten einer Dreifachchance, konnte Oumar Solet gerade noch von der Linie kratzen.

Ein jäher Schock, der die Sinne unserer Burschen schärfte. Sie wurden nun aktiver, drängten immer wieder durchs Zentrum. Sekou Koita fand aus einem Kuddelmuddel die Pille in Strafraumnähe, tankte sich in die Box. Tor? Von wegen! Aus bester Position setzte Sekou das Leder knapp neben die Stange. Er ärgerte sich zu Recht, wie auch sein Spezl Mo Camara, der es ihm aus etwas größerer Distanz gleichtat.

Jesse Marsch rotierte an der Seitenlinie, des Öfteren wurde er vom vierten Offiziellen an die Dimensionen seiner Coachingzone erinnert. Das Pressing war ihm zu lauwarm, vor allem in der ersten Linie. 35 Minuten gespielt, es windete, der Gegner erschien stabil. Spätestens jetzt war klar, dass es eine harte Schicht werden würde.

Wir konnten es nur vermuten, aber am lebhaften Charakter unserer Mannschaft war zu erkennen, dass in der Halbzeit wohl etwas vehementer gesprochen worden war. In der ersten Minute nach dem Wiederanpfiff brachte ein Eckball Gefahr, wenig später war es Mergim Berisha nach Flankenlauf von Noah Okafor, der Goalie Pentz seine volle Spannweite abverlangte. Doch so verheißungsvoll sich der Spannungsbogen dehnte, er endete in der Tragödie. Aus einem Konter sah sich die Austria plötzlich auf dem zweiten Pfosten in der Überzahl. Georg Teigl nahm die Flanke von Poulsen direkt und knallte das Leder aus nächster Nähe unter das Gebälk (59.).

So drehte sich das Schema. Es war nun Zeit für unsere Revenge. Sekou Koita, der Umtriebigste des Abends, nahm es nach Vorarbeit des eingewechselten Daka auf sich und knallte das Ding zentral in die Maschen (65.). Jetzt ging ein Ruck durch unser Team, das war deutlich zu spüren. Chancen im Minutentakt, zuerst Sladdi, dann Brenden, und der so richtig! Ein Haken zur Mitte, wie ein junger Arjen Robben, und der Schlenzer ebenso delikat ins lange Eck, Pentz konnte nur noch hinterherschauen (72.). So drehten wir die Begegnung in gerade einmal sieben Minuten.

In Folge dominierten wir den Ballbesitz, die Konjunktur der Torchancen flaute ein wenig ab. Den einzigen Aufreger brachte ein kleines Handgemenge nach einem Foul an Andi Ulmer, bei dem sich Karim Adeyemi eine Gelbe Karte einhandelte. Doch es sollte am Ende noch einmal klingeln: Luka Sucic staubte seinen ersten Treffer in der Tipico Bundesliga ab. Das 3:1 brachten wir aus dem Schneegestöber ins Trockene.

STATEMENTS

Jesse Marsch

Wir haben nach dem Gegentreffer sehr gut reagiert. Auch bis dahin war ich mehr oder weniger mit der Leistung zufrieden. Aber dann haben wir noch einmal einen Zahn zugelegt und gezeigt, was uns auszeichnet. Wir haben Mentalität und Furchtlosigkeit bewiesen. Für unsere beiden Premierentorschützen freue ich mich. Ich bin mir sicher, dass wir von Brenden und Luka noch viel sehen werden.

Brenden Aaronson:

Es war großartig, für das Team da zu sein. Die Austria hat uns viel abverlangt, darum war es auch ein sehr wichtiger Sieg. Die Mentalität war heute der Schlüssel zum Erfolg. Das Selbstvertrauen der letzten Wochen hat uns auch über die Phase des Rückstands getragen.

AUFSTELLUNG

WECHSEL

Junuzovic für Bernede (61.), Daka für Okafor (61.), Sucic für Berisha (74.), Adeyemi für Koita (84.), Vallci für Aaronson (84.)

GELBE KARTEN

Okafor (26./Foul), Koita (28./Unsportlichkeit), Camara (70./Foul), Adeyemi (86./Unsportlichkeit)

NICHT EINSATZBEREIT

Bernardo (Seitenbandteilabriss), Wöber (Oberschenkel)

Tabelle

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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