ZeitzeugInnen-Gespräch via TEAMS: BORG SchülerInnen erleben Geschichte.

SchülerInnen der 7. und 8. Klassen des Erzherzog Johann BORG Bad Aussee haben auch in diesem besonderen Schuljahr im Fach Geschichte einen Zeitzeugen der zweiten Generation kennengelernt, wenn auch nur via TEAMS. Im Namen des Vereines Lila Winkel begleitet Monika Prietl die ZeitzeugInnen in die Schulen. Der Verein beschäftigt sich mit der Dokumentation und Aufarbeitung der NS-Zeit.
Friedrich Tschoggl, Sohn des NS-Opfers Maximilian Tschoggl (Jg. 1929), lebt heute in Leoben). Friedrich Tschoggl erzählt von seinem Vater und seinen Onkeln Franz (1926-1944) und Rudolf (1927-1942), die den Hitlergruß verweigerten und deswegen körperlich misshandelt wurden. Die drei Buben kamen in ein Erziehungsheim zur Umerziehung und später auf verschiedene Pflegeplätze. Franz wurde mit 18 Jahren erschossen und Rudolf mit 15 Jahren getötet. Die Geschichte zeigt, wie junge Menschen dem massiven Gruppenzwang, dem Terror und den Demütigungen standhalten konnten.

Warum ist die Beschäftigung mit Lebensgeschichten wie der von Friedrich Tschoggl auch heute wichtig? Einige Antworten der Jugendlichen aus dem BORG Bad Aussee:

Ausgrenzung und Diskriminierung gelten auch heute noch nicht als „Fremd-Worte“. Menschen sollen aus der Vergangenheit lernen und nicht dieselben Fehler erneut machen. Die Geschichte von jemandem zu hören, der selbst durch die schwere Zeit musste, berührt einen ganz anders, als nur im Geschichtsunterricht davon zu hören. 

Es ist wichtig sich damit zu beschäftigen, damit man ein Gefühl dafür bekommt, wie schlimm diese Zeit wirklich war. Es sind zwei verschiedene Erlebnisse, ein Kapitel im Geschichtsbuch zu lesen und diese Geschichte persönlich erzählt zu bekommen.

Weil man sowas nie vergessen darf. Menschen müssen aus ihren Fehlern lernen, auch wenn es nicht so wirklich danach aussieht.

Wenn diese Lebensgeschichten und Erfahrungen mit all ihrem Schmerz nicht weitergegeben werden, können die Generationen, die noch keine ähnliche Situation erlebt haben, nicht wirklich verstehen, wie grausam das Ganze war und es könnte viel leichter wieder zu einer ähnlichen Situation kommen. Außerdem ist der 2. Weltkrieg ein wichtiges Ereignis gewesen, das nicht einfach vergessen werden darf. Es geht nicht darum, die schlimmen Dinge und bösen Menschen in Erinnerung zu behalten, sondern daraus zu lernen und sich mit der Geschichte der Vorfahren auseinanderzusetzen.  

Erstmals ist es wichtig zu erfahren, wie es früher war und was Menschen durchmachen mussten, um zu überleben. Menschen mussten nicht nur früher, um ihre Freiheit kämpfen. Auch heute müssen einige Leute aus verschiedenen Ländern sich für ihre Meinungsfreiheit einsetzen. Es gibt auch heute noch Krieg und Unterdrückung.  

Weil man heute auch darauf achten muss, nicht einfach zu gehorchen und mitzulaufen, sondern selbst über richtig und falsch nachzudenken.  

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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