Wirtschaftsbund: Wirtschaft braucht Öffnungsschritte

Der Wirtschaftsbund Steiermark appelliert lautstark an die Politik: „Lockdownkennzahlen müssen überdacht werden, denn Öffnungsschritte ab dem 08. Februar sind unumgänglich!“. Impfungen, Teststraßen und FFP2-Maskenpflicht müssen Berücksichtigung finden.

Seit mehr als zehn Monaten leben wir mit dem Coronavirus und seitdem haben sich die Weichenstellungen in vielen Punkten verändert. Das Virus ist keine völlig Unbekannte mehr, Impfungen haben im Bereich der Gesundheit und Pflege gestartet und flächendeckende Teststraßen sind installiert. „Selbstverständlich haben wir Verständnis für die virologische Lage, aber eine Verlängerung des Lockdowns würde endgültig betriebliche Existenzen vernichten und die UnternehmerInnen wollen, genauso wie ihre MitarbeiterInnen, wieder arbeiten“, beschreibt Wirtschaftsbund Direktor Jochen Pack die angespannte Stimmung.

Angesichts der FFP2-Maskenpflicht, der nun 22 dauerhaft eingerichteten steirischen Teststraßen sowie den erfolgten Impfungen in den Pflege- und Gesundheitseinrichtungen ist eine Verlängerung des harten Lockdowns in Frage zu stellen. „Die 7-Tage-Inzidenz von 50 werden wir unter den jetzigen Voraussetzungen nicht schaffen,“ betont Pack und stellt klar, „Engpässe beim Contact-Tracing dürfen keine Rechtfertigung für den niedrigen Wert sein“. „Die Gesundheitsbehörden hatten genug Zeit, um diese Kapazitäten auszubauen. Die UnternehmerInnen dürfen nicht die Leidtragenden für die fehlende Personalplanung beim Contact-Tracing der Gesundheitsbehörden sein, gerade im Hinblick auf die große Zahl an Arbeitslosen versteht das kein zugesperrter Betrieb“, so Pack. „Die UnternehmerInnen wollen keine Ausreden mehr hören. Für die Politik gab es genug Zeit, um in den relevanten Bereichen nachzurüsten. Bei aller Dankbarkeit für die Unterstützungspakete, die UnternehmerInnen wollen nicht mehr allein in ihren leeren Geschäften stehen. Sie wollen reale Umsätze erwirtschaften und damit die Gehälter ihrer MitarbeiterInnen zahlen und die Konjunktur wieder in Schwung bringen.“

Begründet wird der Inzidenz-Zielwert von unter 50 auch mit einer möglichen Überlastung der Spitals- bzw. Intensivbetten, aber auch hier hat sich die Lage in den letzten Wochen deutlich entspannt. „Obwohl wir bei einer Inzidenz um 107 liegen, hat sich die Anzahl der Menschen sowohl in den Intensiv- als auch Normalstationen im Vergleich zum November um rund 80% reduziert“, berichtet Pack. „Auch die Auslastung der für Corona-Patienten reservierten Intensivbetten liegt bei unter einem Drittel, bei den reservierten Normalbetten stehen wir sogar knapp unter 25% Auslastung.“ Die Betriebe haben sich intensiv auf die ersten Öffnungsschritte vorbereitet. Es wurden umfangreiche Hygienekonzepte erstellt, Teststrategien für MitarbeiterInnen entwickelt, Abstände markiert bzw. Sensoren installiert und ausreichend FFP2-Masken bestellt. „Unsere UnternehmerInnen sind bereit, mit der Verantwortung umzugehen, denn es liegt in ihrem eigenen Interesse auf die Gesundheit ihrer MitarbeiterInnen und KundInnen zu achten“, so Pack und fordert, „da einer schrittweisen Öffnung nichts mehr im Wege steht, braucht es jetzt eine deutliche Unterstützung von Seiten der Landespolitik für ein behutsames Wiederhochfahren.“

(c) Lorber
Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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