ÖWR Ebensee: Eislaufen auf Seen und Eisrettung

In der jetzigen Wintersaison zieht es wieder viele Eisläufer an die heimischen Seen. Der Reiz der Sportausübung unter freiem Himmel auf den idyllischen Bergseen der Region liegt auf der Hand und ist besonders heuer durch diverse Maßnahmen betreffend der Eindämmung der Infektionen mit Covid-19 noch stärker gegeben. Gerade der Bezirk Gmunden bietet viele Möglichkeiten zum Eislaufen, wie zum Beispiel den Langbath- und Offensee in Ebensee, den Taferlklaussee in Neukirchen oder den Almsee in Grünau .

Damit das Vergnügen jedoch nicht zum Alptraum wird, rät die ÖWR Ebensee dazu einige Punkte zu beachten, um gefährliche Eisunfälle zu verhindern.

Eisdicke

Um einen einzelnen Menschen sicher zu tragen muss eine Eisschicht eine Dicke von mindestens 6 cm aufweisen, für Personengruppen sogar 9 cm!

Hier ist zu beachten dass gewisse Einflüsse, wie z.B. bewachsener Untergrund oder Zuleitung von Abwässern zu einer verdünnten Eisschicht führen können.

Achtung zum Beispiel bei Schilfgürteln (Langbath- und Offensee) oder Zu- und Abflüssen von Seen!

Eisunfall – Rettungskette

Sollte es dennoch zu einem Unfall kommen, so ist es unerlässlich die Rettungskette so schnell als möglich in Gang zu setzen. Sollten sie einen Unfall bemerken, rufen sie laut um Hilfe, jede helfende Hand kann gebraucht werden! Die Wasserrettung ist unter dem Kurzruf 130 rund um die Uhr erreichbar.

Eisunfall – Selbstrettung

Eine Möglichkeit aus dem Eis zu entkommen ist die Selbstrettung durch den Verunfallten. Zuerst ist es wichtig Ruhe zu bewahren und auf sich aufmerksam zu machen, rufen Sie um Hilfe! Bei der Selbstrettung versucht man (immer in die Richtung aus der man gekommen ist, wo das Eis trägt) wieder aufs Eis zu kommen. Sollte dies nicht möglich sein, kann man sich auch einen Weg durch das dünne Eis mit den Ellenbogen freimachen, bis man eine Stelle erreicht die wieder tragend ist. Ziehen Sie ihre Kleidung im Wasser nicht aus! Sie isoliert gegen Kälte.

Um auf das Eis zu kommen ziehen Sie sich mit den Händen hinauf und helfen mit Fußtempo mit. Wenn sie aus dem Wasser gekommen sind ist es ratsam zu robben oder sich wegzudrehen. Stehen Sie nicht auf! Das Körpergewicht soll auf eine möglichst große Fläche verteilt werden.

Eisunfall – Fremdrettung

Die Rettung einer eingebrochenen Person ist vorzugsweise vom sicheren Ufer durchzuführen. Dies kann durch das Zuwerfen eines Seils oder Reichen eines Astes oder andere behelfsmäßiger Rettungsmittel erfolgen. Auch wenn die Rettung vom Land aus nicht möglich ist sollte die letzte Distanz zur Einbruchsstelle immer durch ein Hilfsmittel überbrückt werden. Niemals ganz bis zur Einbruchsstelle nähern! Auch für den Retter gilt: nicht aufrecht stehend, sondern robbend dem Opfer nähern. Verteilen Sie das Körpergewicht auf eine möglichst große Fläche. Wenn möglich sollte der Retter mit einem Seil vom Ufer aus gesichert werden. Wenn mehrere Retter zur Verfügung stehen kann auch eine Kette gebildet werden, bei der sich jeder an den Füßen des Vordermanns hält.

Reichen sie dem Verunfallten nicht die Hand, dadurch könnte man selbst ins Wasser gezogen werden. Gegenstände die man dem Opfer reichen kann sind z.B.: Schals, Jacken, Äste oder ähnliches.

Von der ÖWR Ebensee wurden heuer sogenannte Eisrettungsleitern am Langbath- und Offensee angebracht. Die knallroten Holzleitern (2 pro See) können dem Opfer gereicht werden und helfen dem Retter sein Gewicht zu verteilen. An den Leitern ist auch noch eine Erklärung der Anwendung und eine Rettungsdecke zur Wärmeerhaltung angebracht.

Eisunfall – Erste Hilfe

Der Gerettete wird höchstwahrscheinlich unterkühlt sein.

Wichtig bei Unterkühlung ist den Betroffenen nicht zu viel zu bewegen! Es besteht die Gefahr dass sonst das kalte Blut aus den Extremitäten mit dem wärmeren Blut des Rumpfes vermischt wird. Dies kann zum sogenannten Bergetod führen! Auch kein Eintauchen in warmes Wasser (heiße Dusche)!

Wichtige Maßnahmen:

  • entfernen nasser Kleidung außerhalb des Wassers
  • flache Lagerung – nicht in eine aufrechte Position bringen
  • Wärmen nur durch Decken, Körperwärme, Schlafsack etc.
  • bei Patienten ohne Atmung -> Wiederbelbungsmaßnahmen

Besonders bei Eisunfällen gibt es Berichte über erfolgreiche Reanimationen auch nach längerer Zeit! Der Körper wird (in etwa vergleichbar mit Lebensmittel im Kühlschrank) durch die Kälte besser erhalten. Daher immer so lange wiederbeleben bis ein Arzt eintrifft!

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Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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