VCÖ: Anteil neuer E-Pkw in der Steiermark hat sich im Vorjahr verdoppelt

Während im Coronajahr 2020 deutlich weniger Diesel- und Benzin-Pkw neuzugelassen wurden, ist die Zahl der neuen E-Pkw stark gestiegen. Der Anteil der neuzugelassenen E-Pkw hat sich in der Steiermark im Vorjahr auf 6,2 Prozent verdoppelt, macht der VCÖ aufmerksam. Im Vergleich zum Jahr 2015 hat sich die Zahl der neuen E-Pkw in der Steiermark verzehnfacht. Die Klimaziele im Verkehr sind nur erreichbar, wenn der Anteil der emissionsfreien Fahrzeuge stark steigt, betont der VCÖ. Die Steuerbegünstigung für Diesel sowie für Firmenwagen mit Verbrennungsmotor behindern das Erreichen des Ziels.

Während im Vorjahr in der Steiermark die Anzahl der neuzugelassenen Diesel-Pkw um 26 Prozent auf 11.922 gesunken ist und jene der Benzin-Pkw sogar um 33 Prozent, ist die Zahl der neuen E-Pkw um 52 Prozent auf 2.082 gestiegen. Damit wurde das erste Mal in der Steiermark mehr als 2.000 E-Pkw neuzugelassen. Der Anteil der E-Pkw an den Neuzulassungen hat sich von 3,2 auf 6,2 Prozent verdoppelt. Dass die E-Pkw in der Steiermark nun in Fahrt kommen, zeigt auch der Mehrjahresvergleich: Gegenüber dem Jahr 2015 hat sich die Anzahl der neuen E-Autos verzehnfacht.

„Neben der Reduktion des Verkehrsaufwands und der Verlagerung auf klimaverträgliche Mobilität, wie gehen, Radfahren und Öffentlicher Verkehr, ist die Energiewende im Autobereich die dritte zentrale Säule, um die Klimaziele im Verkehr erreichen zu können. Der Anteil der emissionsfreien Fahrzeuge ist rascher als bisher zu erhöhen“, betont VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen. Daten des Umweltbundesamts zeigen, dass E-Pkw mit österreichischem Strom-Mix im Schnitt um 55 Prozent weniger CO2 pro Personenkilometer verursachen als Benzin- oder Diesel-Pkw. Inklusive Fahrzeug- und Batterieherstellung, Energiebereitstellung, Betrieb und Recycling verursacht ein E-Pkw 96,9 Gramm Treibhausgase pro Personenkilometer, Pkw mit Verbrennungsmotor im Schnitt 217,5 Gramm CO2. Wer Ökostrom tankt, kann die Umweltbilanz des E-Autos deutlich auf 50,4 Gramm verbessern, informiert der VCÖ.

Zudem stoßen E-Pkw beim Fahren keine gesundheitsschädlichen Stickoxide aus. Zudem gibt es im Burgenland viele Einfamilienhäuser. Wer eine Photovoltaikanlage auf der Garage hat, kann den Strom für das E-Auto selber erzeugen und ist unabhängig von Öl-Importen aus anderen Staaten.

Rund zwei Drittel der Neuwagen werden in Österreich auf Firmen und andere „juristische Personen“ zugelassen. Gelingt es den Anteil von E-Pkw bei Firmenwagen deutlich zu erhöhen, dann werden in der Folge auch mehr E-Pkw in den Gebrauchtwagenmarkt gehen. Firmenwagen werden allgemein steuerlich begünstigt, sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber haben Steuervorteile, auch wenn der Firmenwagen mit Diesel oder Benzin betrieben wird. „Steuervorteile für Diesel und Benzin bremsen die Wende hin zu emissionsfreien Fahrzeugen. In einer Zeit der sich verschärfenden Klimakrise können wir uns Steuerbegünstigungen für fossile Energie nicht mehr leisten“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Auch die Steuerbegünstigung von Diesel ist nicht mehr zeitgemäß. Die Mineralölsteuer auf Diesel ist um 8,5 Cent niedriger als auf Benzin. Dieselabgase enthalten aber mehr gesundheitsschädliche Schadstoffe wie Stickoxide. Zudem entsteht beim Verbrennen von einem Liter Diesel um rund 13 Prozent mehr CO2 als beim Verbrennen von einem Liter Benzin.  

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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