VCÖ: Steiermark erreichte im Jahr 2020 Rekordtief bei Anzahl der Verkehrstoten

VCÖ: Österreichweit wurde trotz Lockdowns Verkehrssicherheitsziel verfehlt

VCÖ (Wien, 1. Jänner 2021) – Die Zahl der Verkehrstoten war im Vorjahr so niedrig wie noch nie seit Beginn der Unfallstatistik im Jahr 1960, macht der VCÖ aufmerksam. Die Zahl der Verkehrstoten ging gegenüber dem Jahr 2019 um rund ein Viertel zurück. Österreichweit wurde trotz dreimaligen Lockdowns das Verkehrssicherheitsziel verfehlt. Im Vergleich zur Schweiz ist der Blutzoll auf Österreichs Straßen sehr hoch. Der VCÖ fordert verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahen nach Schweizer Vorbild.

51 Menschenleben wurden im Jahr 2020 laut vorläufigen Daten des Innenministeriums durch Verkehrsunfälle in der Steiermark ausgelöscht. Es sind vorläufige Daten, die Opferzahl kann noch leicht steigen. Es ist aber die niedrigste Anzahl an Verkehrstoten seit Beginn der Unfallstatistik und deutlich weniger als im Jahr 2019, als 72 Menschen im Straßenverkehr ums Leben kamen, macht der VCÖ aufmerksam. 

„Jeder Verkehrstote ist einer zu viel. Die einzig akzeptable Zahl an tödlichen Verkehrsunfällen ist null. Und diesem Ziel gilt es so nahe wie möglich zu kommen“, betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer.

Auch österreichweit sind verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen nötig. Zwar war erstmals seit Bestehen der Unfallstatistik die Zahl der Verkehrstoten niedriger als 400, aber das Verkehrssicherheitsziel von weniger als 312 Verkehrstoten wurde trotz dreimaligen Lockdowns deutlich verfehlt. 

Der Vergleich mit der Schweiz verdeutlicht den Aufholbedarf Österreichs. Österreich hatte im Vorjahr um rund 80 Prozent mehr Verkehrstote als die Schweiz mit 187 im gesamten – coronafreien – Jahr 2019. „Die Schweiz setzt vor allem beim Tempo an. Aus gutem Grund. Auch in Österreich ist nicht angepasste Geschwindigkeit die Hauptursache tödlicher Verkehrsunfälle.  Mit dem Tempo steigt das Risiko eines schweren Unfalls“, so VCÖ-Sprecher Gratzer.

In der Schweiz sind die Tempolimits niedriger. Auf Freilandstraßen gilt Tempo 80 statt 100, auf Autobahnen ist die erlaubte Höchstgeschwindigkeit 120. Auch die Toleranzgrenzen sind niedriger, die Strafen insbesondere für Raser deutlich höher. Die Schweizer Städte setzen auf Verkehrsberuhigung, vor allem auf Begegnungszonen, allein in der Hauptstadt Bern gibt es mehr als 100. In Begegnungszonen gilt maximal Tempo 20, Fußgängerinnen und Fußgänger haben Vorrang. 

Zudem wirkt sich der hohe Bahnanteil positiv auf die Verkehrssicherheit aus. In der Schweiz wurden im Vorjahr mit durchschnittlich 2.500 Kilometer um rund 1.000 Kilometer pro Einwohner mehr mit der Bahn gefahren als in Österreich. Eine VCÖ-Analyse zeigt, dass im Zeitraum 2017 bis 2019 in Österreich das tödliche Unfallrisiko mit dem Pkw pro Milliarde Personenkilometer 94 Mal so hoch war wie mit der Bahn. „Wenn es uns gelingt, dass in Österreich durch den verstärkten Umstieg vom Auto auf die Bahn das Schweizer Niveau erreicht wird, dann geht auch die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle zurück“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer. Auch die verstärkte Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene erhöht die Verkehrssicherheit.

VCÖ: In der Steiermark im Vorjahr Anzahl der Verkehrstote so niedrig wie noch nie (Anzahl Verkehrstote in der Steiermark)

Jahr 2020: 51 Verkehrstote (vorläufige Daten)

Jahr 2019: 72 Verkehrstote 
Jahr 2018: 69 Verkehrstote 

Jahr 2017: 76 Verkehrstote
Jahr 2016: 72 Verkehrstote
Jahr 2015: 77 Verkehrstote

Jahr 2014: 86 Verkehrstote
Jahr 2013: 71 Verkehrstote
Jahr 2012: 81 Verkehrstote

Jahr 2011: 72 Verkehrstote
Jahr 2010: 79 Verkehrstote
Jahr 2009: 91 Verkehrstote

Jahr 2008: 109 Verkehrstote
Jahr 2007: 115 Verkehrstote
Jahr 2006: 112 Verkehrstote

Jahr 2005: 123 Verkehrstote

Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2021

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


error: (c) arf.at