Lawinenunfall im Triebental. Aktuelle steirische Polizeimeldungen

Triebental, Bezirk Murtal. – Zur Mittagszeit des 30. Dezember 2020 wurden zwei Skitourengeher (58 und 21) in der Gamskogel Nordwestrinne von einem Schneebrett erfasst. Lediglich der Jüngere wurde ins Tal mitgerissen und teilverschüttet. Verletzt wurde niemand.

Ein Vater (58) und sein Sohn (21) aus Graz stiegen mit Tourenskiern am Vormittag in Richtung Gamskögel auf. Sie wählten dabei als Aufstiegsroute die sogenannte „Gamskogel-Nordwestrinne“. Der Aufstieg in der Rinne selbst erfolgte aufgrund der Steilheit mit Steigeisen. Kurz vor dem Ausstieg löste sich gegen 13.00 Uhr in einer Seehöhe von 2277 Metern plötzlich ein Schneebrett und riss den 21-Jährigen zirka 450 Meter und 250 Höhenmeter in Richtung Tal. Er wurde teilverschüttet und konnte sich mit Hilfe seines Vaters selbst aus dem Schneebrett befreien.

Die Alpinpolizei Murtal führte am 31. Dezember 2020 die Unfallerhebungen. Demnach hatte die Schneebrettlawine eine Anrisshöhe von 80 bis 100 cm.

Tourengeher von Lawine mitgerissen: unverletzt

Obdach, Bezirk Murtal. – Drei unerfahrene Schitourengeher wurden Freitagnachmittag, 1. Jänner 2021, von einem Schneebrett mitgerissen. Alle drei blieben unverletzt.

Gemeinsam unternahmen zwei 21-Jährige sowie eine 20-jährige, alle drei aus dem Bezirk Graz-Umgebung, am Neujahrstag bei -4 Grad, guter Sicht und starkem Südwestwind eine Schitour auf den Peterer Sattel. Dabei wichen die drei gut ausgerüsteten aber unerfahren Alpinisten von ihrer geplanten Route ab. Als sie dies kurz vor der Bergstation am Salzstiegl bemerkten, korrigierte sie ihre Marschrichtung. Dabei setzten sie ihren Weg entlang des Sommerweges in Richtung Peterer Sattel fort, wobei sie etwa 50 Höhenmeter unter der Geländekante in einer Seehöhe von etwa 1.700 Meter eine trichterförmige Rinne querten. Kurz vor der Rinnenmitte löste sich im etwa 30 Grad steilen Gelände plötzlich ein Schneebrett und riss alle drei Tourengeher rund 50 bis 100 Meter weit mit. Dabei verlor ein Mann einen Tourenschi, die beiden anderen jeweils einen Stock.

Alle drei Personen konnten sich selbstständig befreien und blieben unverletzt. Sie begaben sich ohne Hilfe zum Fahrzeug und verständigten via Notruf die Landeswarnzentrale, um den Lawinenabgang zu melden. Ein Erkundungsflug mittels Polizeihubschrauber der Flugeinsatzstelle Graz brachte keine Hinweise auf weitere verschüttete und/oder verletzte Personen. Die Alarmierung der Bergrettung wurde somit nicht erforderlich. 

Beim Aufräumen: Rakete explodiert – Mann verletzt

Pischelsdorf am Kulm, Bezirk Weiz. – Beim Aufräumen von abgeschossenen Raketen der Silvesternacht explodierte Freitagvormittag, 1. Jänner 2021, eine Rakete in den Händen eines 30-Jährigen. Er wurde schwer verletzt.

Kurz vor 10.30 Uhr war der 30-Jährige aus dem Bezirk Weiz am eigenen Grundstück mit dem Aufräumen von in der Silvesternacht abgeschossenen Raketen beschäftigt. Als er diese in eine Schiebetruhe gab, entstand plötzlich Rauch. Daraufhin griff der 30-Jährige mit der Hand in die Truhe, um den rauchenden pyrotechnischen Gegenstand zu entfernen. Dabei explodierte die Rakete in seinen Händen, wodurch der Mann schwere Verletzungen an den Händen und im Gesicht erlitt. Der Mann wurde vom Roten Kreuz bzw. einem Notarzt ins LKH Graz eingeliefert.

Kohlenstoffmonoxid ausgetreten

Wörschach, Bezirk Liezen. – In den frühen Morgenstunden des 1. Jänner 2021 kam es in einer neu errichteten Almhütte zum Austritt von Kohlenstoffmonoxid (CO). Mehrere Personen werden medizinisch behandelt. 

Gegen 05.45 Uhr wurde die Polizei vom Roten Kreuz über einen Einsatz auf der Schneehitz-Alm (1.640 Meter) informiert, nachdem dort offenbar Kohlenstoffmonoxid ausgetreten war und dort genächtigte Personen über gesundheitliche Beschwerden klagten. Bei den Ersterhebungen stellte sich heraus, dass ein aus dem Bezirk Liezen stammendes Ehepaar im Alter von 48 und 45 Jahren die Hütte bereits selbstständig in Richtung Tal verlassen hatte. Beide werden mit dem Verdacht einer CO-Vergiftung stationär im LKH Rottenmann behandelt. Das Besitzer-Ehepaar der erst 2020 fertiggestellten Hütte befand sich noch vor Ort, wobei auch die 52-Jährige über Übelkeit klagte. Sie wurde, mangels ausreichender Zufahrtsmöglichkeiten, vom Rettungshubschrauber C99 ins Krankenhaus geflogen. 

Eine bereits durchgeführte Ursachenermittlung ergab, dass der Austritt des CO durch den Betrieb eines Stromaggregates in einem Nebengebäude verursacht worden sein dürfte. Dabei dürften Abgase über ein unterirdisch verlegtes Polokal-Rohr unbemerkt in das Innere der Hütte gelangt sein. Dadurch dürfte sich eine möglicherweise gesundheitsschädliche Konzentration an CO-Gasen gebildet haben. Spuren einer Verpuffung von Rauchgassen oder ein möglicher Defekt von anderen Energiequellen konnten bislang nicht erhoben werden.

Im Einsatz standen auch die Bergrettung Stainach sowie das Rote Kreuz.

Wochenendhaus in Brand

Aflenz, Bezirk Bruck-Mürzzuschlag. – Freitagmorgen, 1. Jänner 2021, geriet ein unbewohntes Wochenendhaus in Brand. Verletzt wurde niemand.

Kurz nach 08.00 Uhr bemerkten aufmerksame Passanten eine Rauchentwicklung im Bereich des Wochenendhauses und alarmierten über Notruf die Feuerwehr. Einsatzkräfte konnten schließlich vor Ort einen Brand im Inneres des Hauses feststellen. Ob sich Personen im Haus befinden, war zunächst nicht bekannt. Knapp 50 Einsatzkräfte der Feuerwehren Aflenz, Graßnitz, Turnau sowie der Betriebsfeuerwehr Böhler löschten schließlich unter Einsatz von schwerem Atemschutz das Feuer. Ein Totalabbrand konnte dadurch verhindert werden.

Im Inneres des Hauses befanden sich glücklicherweise keinen Personen. Das Wochenendhaus war zu diesem Zeitpunkt unbewohnt. Vorsorglich standen jedoch auch das Rote Kreuz samt Notarztwagen im Einsatz. Die Schadenshöhe ist beträchtlich, kann bislang jedoch nicht beziffert werden. Die Brandursache ist bislang unbekannt.

Fußgängerin am Schutzweg von Pkw angefahren

Graz, Bezirk Eggenberg. – Eine 41-jährige Fußgängerin wurde zur Mittagszeit des 31. Dezember 2020 am Schutzweg von einem Pkw angefahren und schwer verletzt. Sie wurde in das Unfallkrankenhaus Graz transportiert.

Ein 31-jähriger in Graz wohnhafter Slowene fuhr mit seinem Pkw gegen 12.30 Uhr auf der „Alten Poststraße“ in Richtung Süden. Zur selben Zeit beabsichtigte eine 41-jährige Grazerin (auf Höhe Nr.78) einen Schutzweg zu überqueren. Der Pkw-Lenker hat die Fußgängerin dabei übersehen und stieß mit der Stirnseite seines Fahrzeuges gegen die Frau. Die Rettung transportierte die Schwerverletzte in das Unfallkrankenhaus Graz. Am Pkw entstand Sachschaden.

Quelle: LPD Steiermark

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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