VCÖ: Pkw-Verkehr in Steiermark heuer deutlich stärker zurückgegangen als Lkw-Verkehr

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie haben auf den steirischen Autobahnen und Schnellstraßen zu deutlich weniger Verkehr geführt. Der Pkw-Verkehr ist deutlich stärker zurückgegangen als der Lkw-Verkehr, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Asfinag zeigt. Auf der A9 bei Gratkorn waren heuer um 2,5 Millionen weniger Kfz als im Vorjahr. Der VCÖ betont, dass es verstärkte Maßnahmen braucht, damit es nach der Covid-19-Pandemie nicht zu neuen Verkehrslawinen kommt.  

In den ersten elf Monaten waren auf der A2 bei der Zählstelle Laßnitzhöhe um rund 17 Prozent weniger Pkw, aber um nur 0,6 Prozent weniger Lkw unterwegs. Der Pkw-Verkehr ging hier um 3,3 Millionen auf nach wie vor hohe 15,9 Millionen Pkw zurück, der Lkw-Verkehr um 14.000 auf 2,3 Millionen Lkw, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Auf der A9 wurden heuer bei Gratkorn 11,5 Millionen Pkw gezählt, um 2,4 Millionen weniger als im Vorjahr, ein Minus von 17,3 Prozent. Die Anzahl der Lkw ging hier um sieben Prozent auf 1,7 Millionen zurück. Auf der S6 bei Kindberg nahm der Pkw-Verkehr um fast 16 Prozent auf 6,9 Millionen ab, die Zahl der Lkw um sieben Prozent auf 603.000.

Der VCÖ betont, dass im kommenden Jahr verstärkte Maßnahmen nötig sind, um neue Verkehrslawinen zu verhindern. „Bei mehr Mobilität ist eine weiterhin geringere Verkehrsbelastung nötig, um die Klimaziele erreichen zu können. Das ist zu schaffen, wenn mehr Menschen mit dem Öffentlichen Verkehr statt mit dem Auto fahren und mehr Güter auf der Schiene statt auf der Straße transportiert werden“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Das Angebot des Öffentlichen Verkehrs ist daher weiter zu verbessern und auszubauen, betont der VCÖ. Zudem sind attraktive Tarife, etwa durch das Österreich-Ticket, rasch umzusetzen. Gleichzeitig sind bestehende Begünstigungen etwa für Diesel und für die private Nutzung von Firmenwagen zu streichen. „Umweltfreundliches Verhalten ist zu belohnen, Umwelt- und Klimaschäden sind endlich verursachergerecht zu verrechnen. Denn auch derzeit ist ein hoher Preis für die Schäden zu bezahlen, jedoch von der Allgemeinheit und damit auch von Personen, die die Schäden gar nicht verursacht haben“, fordert VCÖ-Experte Schwendinger die rasche  Umsetzung einer ökosozialen Steuerreform. Die fehlende verursachergerechte Besteuerung im Verkehr ist auch sozial ungerecht. Das reichste Einkommensviertel fährt deutlich mehr Kilometer mit dem Auto und verursacht damit auch viel mehr CO2 als das ärmste Einkommensviertel.

Der VCÖ fordert zudem einen Klimabonus für Unternehmen, die ihren Gütertransport auf die Schiene verlagern, betriebliche Gleisanschlüsse sollen stärker unterstützt werden. Wenn die Steuerbegünstigung von Diesel – die Mineralölsteuer ist um 8,5 Cent pro Liter niedriger als auf Eurosuper – gestrichen wird, rechnen sich auch Investitionen in eine bessere Logistik sowie in alternative Antriebe rascher, betont der VCÖ. Wer sich für langlebige Produkte statt Wegwerfware entscheidet und auf regionale Herkunft achtet, leistet durch das eigene Konsumverhalten einen Beitrag zur Reduktion des Lkw-Verkehrs.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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