RB SALZBURG: WER KAM? WER GING?

ALLE ZU- UND ABGÄNGE DES JAHRES 2020

„It’s the most wonderful time of the year!” Soweit der hinlänglich bekannte Text des Weihnachtsklassikers von Andy Williams. Geht es nach uns, könnte der Song auch der Transferzeit gelten. In keinem Moment liegen Ekstase und Herzschmerz näher beisammen, als wenn das Handy vibriert und eine Transfermeldung eintrifft. Kommt das Supertalent oder geht der Star des Teams? Das vergangene Jahr hat so manches Salzburger Herz strapaziert. Wir fassen das Kommen und Gehen der letzten zwölf Monate noch einmal zusammen.

ZUGÄNGE:

NOAH OKAFOR:

Er war der Vorbote des Transferjahres. Am hektischen Nachmittag des 31. Jänners 2020 unterschrieb der Schweizer mit nigerianischen Wurzeln bei unseren Roten Bullen und verließ damit nach über einem Jahrzehnt seinen Ausbildungsverein FC Basel. Nach einer Eingewöhnungsphase im Frühjahr bekam er im Herbst mehr Spielzeit und scorte gegen WSG Tirol den ersten Hattrick seiner professionellen Fußballkarriere.

OUMAR SOLET:

Aus Lyon in die Mozartstadt zog es den baumlangen Innenverteidiger. Ein kleiner Vertrauensvorschuss war dabei, denn Oumar war nach einem Kreuzbandriss im März bis zu seinem Wechsel noch gehandicapt. Mittlerweile ist der U20-Nationalspieler Frankreichs adäquat im Teamgefüge integriert. Schon drei Mal spielte er in der Tipico Bundesliga über 90 Minuten.

BRENDEN AARONSON:

Engelslocke Brenden lebt den American Dream, nur seitenverkehrt. Im Podcast versicherte er uns, dass es für ihn nicht Größeres gibt, als seine Fähigkeiten in Europa zu testen. Schon beim Trainingsauftakt im neuen Jahr wird der 20-Jährige dabei sein und vielleicht auch für Furore sorgen, schließlich kommt er nicht ohne Vorschusslorbeeren. Die Wahl ins MLS Team of the Season verspricht viel!

SAMSON TIJANI:

Das Trikot unserer Roten Bullen hielt er nur bei der Vertragsunterschrift in die Kamera. Halb Europa wollte ihn, für Salzburg hat er sich entschieden und eine Leihe nach Hartberg sollte folgen. Für die Oststeirer bestritt er bis dato zwölf Partien, so überzeugend, dass er im Oktober auch zum ersten Mal das Nationaltrikot der Super Eagles überstreifen durfte.

MAMADOU SANGARE:

Sangare, oh oh! Der offensive Mittelfeldspieler aus Mali sieht noch aus wie ein Lehrjunge, doch spielt Pässe wie ein Meister seines Fachs. In zehn Kurzeinsätzen für unseren Kooperationsverein FC Liefering ließ er sein Talent bereits aufblitzen. Die Eingewöhnungszeit ist jetzt vorbei. Im Frühjahr wird er voll angreifen.

ABGÄNGE:

SMAIL PREVLJAK:

Zuerst Leihe, dann Kauf: KAS Eupen war vom Bosnier nach nur einem halben Jahr so überzeugt, dass sie im Sommer zuschlugen. In Belgien fühlt sich der Strafraumrambo wohl. Vier Treffer in neun Spielen sind der Tortenboden, ein Assist die lockere Cream.

HEE CHAN HWANG:

Hee Chan fiel der Abschied schwer, das merkte man ihm an. Fünf Jahre in Salzburg, mit Unterbrechungen, hatte der Koreaner hinter sich, ehe es ihn im Sommer nach Leipzig zog. Der Start in der deutschen Bundesliga verlief verheißungsvoll, dann stoppte ihn das Coronavirus. Wir wünschen gute Besserung!

DOMINIK SZOBOSZLAI:

2020 kannte zwei Szobos, die Version 2.0 nach dem Lockdown war vielleicht das Beste, was der österreichische Fußball je gesehen hat. Es war also nur klar, dass in sämtlichen Geschäftsstellen Europas die Beine wippen und die Hände schwitzen. Szobo entschied sich für Leipzig, wo er schon am 2. Jänner gegen Stuttgart sein erstes Spiel bestreiten will.

LUCA MEISL:

My name is Luca, I play in the back 4 … Für Meisl ging es nach der Leihe zu St. Pölten ins nahe gelegene Innviertel zur SV Ried. Das Stammleiberl, das ihm Ex-Trainer Baumgartner ausgehändigt hatte, musste er aber im Oktober abgeben, seither brachte er es nur auf fünf Einsatzminuten.

ERLING HAALAND:

Wie man ihn auch nennen mag, Big Earl oder Goldenboy 2020, der Bursche ist eine Nummer für sich. Im Sturm eroberte er Fußballdeutschland. Spiele in der laufenden Saison: 14, Tore: 17. Sein Marktwert wird von Transfermarkt.de mit 100 Millionen Euro beziffert. Egal, was und wie viel Erling noch gewinnt, erinnert euch an einen Fakt: Made in Salzburg!

MARIN PONGRACIC:

Der Abwehrrecke veränderte sich ebenfalls im Winter. Für seinen neuen Arbeitgeber Wolfsburg bestritt er bislang 15 Spiele. Im Sommer musste Trainer Oliver Glasner auf den gebürtigen Landshuter aufgrund einer Muskelverletzung verzichten. Die letzten beiden Begegnungen vor der kurzen Weihnachtspause bestritt er wieder von Beginn an.

TAKUMI MINAMINO:

Der Japaner wandert auf den Pfaden einer Weltkarriere, zumindest nach dem Motto Weltberühmt in Japan. Als er im Winter zum damals amtierenden CL-Sieger Liverpool FC abwanderte, schlug das in Fernost hohe Wellen. Gegen Salah, Mane und Firmino macht er aber bislang keinen Stich. Zuletzt gab es immerhin zwei Startelfeinsätze und einen Treffer beim 7:0-Kantersieg gegen Crystal Palace.

ANDERSON NIANGBO:

Wolfsberg über Salzburg nach Gent: Die Dienste von Andi sind seit nunmehr einem Jahr im flämischen Teil des belgischen Königreichs gefragt. Im Frühjahr noch mit mehr Offensivpower, enttäuschte der KAA Gent aber im Herbst und verlor neun seiner 17 Spiele in der Liga. Niangbo musste häufig mit der Position des linken Flügels vorliebnehmen.

Fotos: Red Bull/GEPA Pictures

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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