VCÖ: Die Steiermark steuert auf beste Unfallbilanz seit Bestehen der Unfallstatistik zu

VCÖ: Aber 51 Todesopfer sind Mahnung für weitere Verkehrssicherheitsmaßnahmen

VCÖ (Wien, 22. Dezember 2020) –  Der Verkehrsrückgang im heurigen Jahr macht sich auch in der Unfallstatistik bemerkbar.  Die Zahl der Verkehrstoten ist in der Steiermark heuer deutlich gesunken, nämlich um rund ein Viertel, informiert der VCÖ. Aber 51 Verkehrstote seit Jahresanfang sind Mahnung die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen. Österreichweit wird die Zahl der Verkehrstoten erstmals unter 400 liegen, das Verkehrssicherheitsziel für 2020 wurde aber trotz Lockdowns verfehlt. Der VCÖ fordert verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen nach Schweizer Vorbild.  

51 Menschen kamen seit Jahresbeginn in der Steiermark im Straßenverkehr ums Leben, um 16 weniger als zur gleichen Zeit des Vorjahres, berichtet der VCÖ. „Die Steiermark steuert auf die beste Unfallbilanz seit Bestehen der Unfallstatistik zu“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Die bisher niedrigste Anzahl an Verkehrstoten verzeichnete die Steiermark im Jahr 2018 mit 69.

„Der starke Verkehrsrückgang infolge der Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19 Pandemie macht sich in der Unfallstatistik bemerkbar und führte zu weniger Unfällen“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Auch österreichweit ist die Zahl der Verkehrstoten heuer deutlich gesunken.  

Aber trotz zweimaligen Lockdowns verfehlt Österreich heuer deutlich sein Verkehrssicherheitsziel von weniger als 312 Todesopfer. Mit 331 verzeichnet Österreich im heurigen Coronajahr um fast 80 Prozent mehr Verkehrstote als die Schweiz im gesamten Vorjahr, verdeutlicht der VCÖ. Der Schweiz ist es gelungen, die Zahl der Verkehrstoten zwischen 2010 und 2019 um rund 43 Prozent zu reduzieren, in Österreich betrug der Rückgang lediglich 25 Prozent.

„Die Schweiz setzt vor allem beim Tempo an. Die Tempolimits sind niedriger, so gilt auf den Freilandstraßen Tempo 80 statt 100, auf Autobahnen Tempolimit 120.  Auch die Toleranzgrenzen sind niedriger, gleichzeitig sind die Strafen höher“, nennt VCÖ-Experte Schwendinger einige Unterschiede.

Die Städte wiederum setzen auf Verkehrsberuhigung, insbesondere auf Begegnungszonen, allein in der Hauptstadt Bern gibt es mehr als 100. In Begegnungszonen gilt maximal Tempo 20, Fußgängerinnen und Fußgänger haben Vorrang. Und schon seit mehreren Jahren wird Schritt für Schritt die Rad-Infrastruktur ausgebaut.

Auch, dass in der Schweiz um Zudem wirkt sich der hohe Bahnanteil positiv auf die Verkehrssicherheit aus. In der Schweiz wurden im Vorjahr mit durchschnittlich 2.500 Kilometer um rund 1.000 Kilometer pro Einwohner mehr mit der Bahn gefahren als in Österreich. „Wenn es uns gelingt, dass in Österreich durch den verstärkten Umstieg vom Auto auf die Bahn Schweizer Niveau erreicht wird, dann geht auch die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle zurück“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest. Eine VCÖ-Analyse zeigt, dass im Zeitraum 2017 bis 2019 in Österreich das tödliche Unfallrisiko mit dem Pkw pro Milliarde Personenkilometer 94 Mal so hoch war wie mit der Bahn. Umso wichtiger ist es, auch die Regionalbahnen auszubauen und zu verbessern und die Anzahl der Verbindungen zu erhöhen.

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer, (0699)18932695

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer 01 8932697 oder 0699 18932695

VCÖ: Zahl der Verkehrstoten in der Steiermark heuer deutlich gesunken  (Anzahl Verkehrstote in der Steiermark)

1.1.-21.12.2020: 51 Verkehrstote (vorläufige Daten)

Jahr 2019: 72 Verkehrstote

Jahr 2018: 69 Verkehrstote  

Jahr 2017: 76 Verkehrstote
Jahr 2016: 72 Verkehrstote
Jahr 2015: 77 Verkehrstote

Jahr 2014: 86 Verkehrstote
Jahr 2013: 71 Verkehrstote
Jahr 2012: 81 Verkehrstote

Jahr 2011: 72 Verkehrstote
Jahr 2010: 79 Verkehrstote

Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2020

VCÖ: In Österreich heuer erstmals weniger als 400 Verkehrstote – aber Verkehrssicherheitsziel verfehlt

1.1.- 21.12. 2020: 331 Verkehrstote
Verkehrssicherheitsziel 2020: weniger als 312 Verkehrstote

Jahr 2019: 416 Verkehrstote
Jahr 2018: 409 Verkehrstote

Jahr 2017: 414 Verkehrstote
Jahr 2016: 432 Verkehrstote

Jahr 2015: 479 Verkehrstote
Jahr 2014: 430 Verkehrstote

Jahr 2013: 455 Verkehrstote
Jahr 2012: 531 Verkehrstote

Jahr 2011: 523 Verkehrstote
Jahr 2010: 552 Verkehrstote

Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2020

Der „VCÖ – Mobilität mit Zukunft“ ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen. Der VCÖ wurde im Jahr 1988 gegründet.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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