Admont: Mönch sein zur Weihnachtszeit

Das 1074 gegründete Benediktinerstift Admont bietet ein Gesamterlebnis der besonderen Art. Seit Jahrhunderten wirkt dieses älteste bestehende Kloster in der Steiermark als spirituelles und kulturelles Zentrum mit enormer Strahlkraft.

Die Klosteranlage liegt in einer imposanten Gebirgslandschaft nahe am Eintritt der Enns in das wildromantische Gesäuse. Weithin sichtbar sind die beiden Türme der neugotischen Stiftskirche, ebenso weithin hörbar ihr zum Gottesdienst einladendes Geläute.

Seit über 945 Jahre leben und wirken in Admont Benediktinermönche und haben seither den christlichen Glauben verkündet und die gesamte Region in vielerlei Hinsicht geprägt.

Der von den Mönchen gewählte Abt leitet das Kloster; in Admont ist dies 2017 Abt Mag. Gerhard Hafner O.S.B.  und dessen Stellvertreter ist Prior Pater MMag. Maximilian Schiefermüller O.S.B.

Pater Prior Maximilian ist neben zahlreichen anderen stiftischen Funktionen zusätzlich auch Pfarrer und Seelsorger in Frauenberg-Ardning und Hall.  

Der aus Oberösterreich stammende Mönch des Stiftes ist vor 18 Jahren ins Kloster Admont eingetreten und seither mit der Region verbunden und in ihr verankert. Neben seinen vielen Tätigkeiten ist er auch Bibliothekar in der weltgrößten Bibliothek und Stiftsarchivar und verwaltet damit einen riesigen Bestand an Handschriften, Akten, Urkunden und Büchern. Und gerade in der Weihnachtszeit hat Pater Prior Maximilian viel zu tun. Gerade in diesem Jahr ist die Adventszeit wieder eine besondere. 

„Der Advent als vermeintlich „stillste Zeit im Jahr“ wird in diesem besonderen Jahr auf seine eigentliche Bedeutung zurückgeführt. Dies besingen wir zwar Jahr für Jahr in den bekannten Liedern, dies hören wir in Texten und Gedichten. Corona hat es aber möglich gemacht: ein stiller, ein ruhiger Advent. Eine Vorbereitungszeit auf Weihnachten, die wir so wohl noch nie erlebt haben. Aber in dieser notwendigen Zurückhaltung eine Chance, sich auch künftig – nach Corona – einen Advent zu gestalten, der ohne den vielen „berauschenden“ Nebenerscheinungen auskommt. Eine Zeit der innerlichen Vorbereitung auf Weihnachten. Ein Reflektieren, ein Nachdenken, ein Innehalten. Ein Sich-neu-Ausrichten auf Gott, der sich uns schenken will“, so Pater Prior Maximilian Schiefermüller über die Adventszeit. 

Die Ruhe und in sich gehen ist für den Mönch aus dem Stift Admont ganz wichtig und am besten ist dies beim gemeinsamen Gebet möglich, dieses die Mönche dreimal täglich begehen. Ein Beten nicht nur für sich selbst, sondern vor allem für die vielen Menschen, die nicht beten können oder wollen. Die Ruhe findet Pater Prior aber vor allem im Alleinsein, beim Erleben der Stille seines Hauses.  

Als Kind erlebte Pater Prior Maximilian Schiefermüller O.S.B.  die Adventszeit / Weihnachtszeit auch ganz besonders. Die beliebte Weihnachtskrippe spielte für ihn immer schon eine ganz wichtige Rolle.

„Weihnachten ohne eine Krippe ist für mich undenkbar. Schon als Jugendlicher war es klar, dass die Krippe bereits mit beginnendem Advent aufgebaut wird. Nacheinander kommen Figuren hinzu in den vier Wochen vor Weihnachten. Szenen, die sich immer wieder verändern werden gestaltet. Am heiligen Abend folgt schließlich das Jesuskind, das in die Krippe gelegt wird und natürlich kommen erst am 6. Jänner die Weisen aus dem Morgenland. Das geschieht immer noch: In den mir anvertrauten Kirchen aber auch in meinen Wohnräumen. Im Stift habe ich eine sehr alte Krippe, die mein Großonkel (er fiel im 2. Weltkrieg) als Jugendlicher gebaut hat. In Frauenberg habe ich eine größere Krippe. Eigenbau (unter Anleitung) sozusagen. Emotionaler als jeder Weihnachtsbaum ist daher für mich jede Krippendarstellung und ein absolutes Muss an Weihnachten“ so Pater Prior zu seinen Kindheitserinnerungen.

Die Mönche des Kloster Admonts sind über das ganze Jahr als Seelsorger unterwegs. Pater Prior wie auch alle anderen Mönche erleben Jahr für Jahr bewegende Erlebnisse. Dieses Jahr war aufgrund der Coronakrise ein ganz spezielles, und genau in der Anfangsphase der Krise, hat es auch viele schöne Erlebnisse gegeben.

„Im ersten Lockdown habe ich versucht, die in meinen Kirchen sonst üblichen Gottesdienste zu feiern, alleine und unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Natürlich habe ich dazu die Glocken geläutet. Der Blick aufs Handy, nach der jeweiligen Messe in diesen Wochen, war stets berührend: Eine unglaubliche Dankbarkeit von so vielen Menschen war erfahrbar: „Wir haben gehört(!), dass du da und bei uns bist. Danke für das Feiern der Messe für uns“. Und andererseits erlebe ich, wie sich plötzlich Mitchristen organisieren und statt der gestrichenen Kinderandacht am heiligen Abend selbst einen „Weihnachtsweg“ für Familien gestalten, der zur Krippe in die Kirche führt. Das macht mich wiederum dankbar und erfüllt mich mit großer Zufriedenheit“, so Pater Prior über das abgelaufene Jahr.

Für das kommende Jahr hat der Pfarrer von Frauenberg, Hall und Ardning folgende Wünsche:

„Ich wünsche natürlich ein gesegnetes neues Jahr 2021. Mögen wir alle gesund und wohlbehalten durch die kommenden zwölf Monate gehen. Ein Gehen in der Gewissheit, dass wir nicht alleine unterwegs sind, sondern in allen Höhen und Tiefen des Lebens es Gott ist, der mit uns geht“ so Pater Prior. 

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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