Gallup: Impfbereitschaft bei Corona gesunken

  •   82% rechnen mit anhaltenden Einschränkungen
  •   Impfbereitschaft (vor allem bei Frauen deutlich) gesunken
  •   Regierungsarbeit wird immer kritischer beurteilt (16.12.2020)

Corona: Österreicher resignieren und erwarten kein rasches Ende Die Österreicher* rechnen in Sachen Corona mit keinem Weihnachtswunder. 82% erwarten, dass sich die Situation verschlechtern (18%) oder bestenfalls so bleiben wird, wie sie jetzt ist (64%). Damit einher geht die Angst, dass man sich selbst oder dass sich ein Familienmitglied mit dem Coronavirus anstecken wird. Dieser Wert hat sich seit Oktober kontinuierlich von 45% auf 60% erhöht. Interessanterweise ist die Impfbereitschaft der Bevölkerung gegenüber der Gallup-Umfrage von vor etwa drei Wochen um sieben Prozentpunkte auf 49% zurückgegangen. Im Moment würden sich 22% sicher und 27% wahrscheinlich impfen lassen. Der Rückgang ist bei Frauen besonders stark ausgefallen. Lediglich 38% würden sich derzeit impfen lassen, vor einem Monat lag dieser Wert noch bei 48%. Für Andrea Fronaschütz, die diese Umfrageergebnisse seit Beginn der Pandemie regelmäßig analysiert, „ist die derzeitige Stimmungslage in der Bevölkerung von Resignation gekennzeichnet. Diese schlägt sich auch bei der Beurteilung der Regierungsarbeit nieder. Eine deutliche Mehrheit benotet diese derzeit mit „Befriedigend“, nachdem beide Parteien im Frühjahr noch ein „Gut“ von der Bevölkerung erhielten. Tendenz fallend.“ Wobei die Stimmung ebenso wie die Impfbereitschaft einer gewissen Volatilität unterliegen. „Beides hängt mit dem Vertrauen in die Regierungsmaßnahmen und den Medienberichten zusammen. So ist vor allem die Impfbereitschaft nach den ersten positiven Berichten über die Entwicklung des Impfstoffs in der zweiten Novemberhälfte gestiegen, aber als Folge der Diskussion über die Nebenwirkungen, der geringen Beteiligung bei den Massentests sowie der Verlängerung und Nachschärfung der Corona-Maßnahmen wieder gesunken. Mit überzeugenden Argumenten von wissenschaftlicher Seite könnte die Impfbereitschaft aber wieder steigen“, so Fronaschütz.

Damit einher geht auch, dass nur mehr 32% der Bevölkerung glauben, dass Österreich mehr Erfolg in der Bekämpfung der Pandemie habe als andere EU-Länder, und nur mehr 30% sind der Meinung, die Regierung fahre eine bessere Strategie als andere EU-Staaten. Beide Werte sind gegenüber der Umfrage im November klar zurückgegangen.

Trotz der steigenden Unzufriedenheit mit der Arbeit der Regierung sieht eine klare Mehrheit (79%) in den Reisebeschränkungen eine Möglichkeit, die Verbreitung des Virus einzuschränken, ebenso ist das Vertrauen in das Gesundheitssystem um sieben Prozentpunkte auf 47% gestiegen. Lediglich 35% glauben nicht, dass das Gesundheitssystem für die nächste Welle gut gerüstet sei.

Angestiegen ist in den letzten vier Wochen auch jener Anteil der Bevölkerung (von 47% auf 55%), der nicht an eine Verschwörungstheorie im Zusammenhang mit dem Coronavirus glaubt. Unter den Verschwörungstheoretikern, die konstant rund ein Viertel der Bevölkerung ausmachen, sind weiterhin am häufigsten Frauen und Personen unter 50 Jahren zu finden.

Österreichisches Gallup Institut, Lobkowitzplatz 1010 Wien

Foto: Dr. Andrea Fronaschütz, Foto: www.beahasler.at

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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