VCÖ: Zwei Drittel der Lkw-Transporte in Österreich sind kürzer als 150 Kilometer

VCÖ begrüßt Ausstiegsplan der Lkw-Hersteller aus Diesel

VCÖ (Wien, 15. Dezember 2020) – Europas große Lkw-Hersteller haben den Abschied von der Produktion von Diesel-Lkw bis zum Jahr 2040 verkündet. Zudem fordern sie eine CO2-Bepreisung, damit Diesel höher besteuert wird. Der VCÖ begrüßt die Initiative der Lkw-Hersteller als wichtigen Schritt, den Güterverkehr auf Klimakurs zu bringen. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass die Hälfte der Lkw-Fahrten in Österreich kürzer als 50 Kilometer sind und zwei Drittel kürzer als 150 Kilometer. Der VCÖ spricht sich für emissionsfreie Lieferzonen in Graz aus.

Die sieben großen Lkw-Hersteller Europas werden in den kommenden 20 Jahren die Produktion von Diesel-Lkw beenden. „Wir müssen uns so schnell wie möglich vom Verbrennungsmotor verabschieden«, wird Scania-Chef Henrik Henrikson auf Spiegel-Online zitiert. „Das ist ein wichtiger Schritt, um den Güterverkehr auf Klimakurs zu bringen“, begrüßt VCÖ-Experte Michael Schwendinger die Initiative der Lkw-Hersteller.

Der VCÖ unterstützt auch die Forderung der Lkw-Hersteller nach rascher Einführung einer CO2-Abgabe. „Null-Emissions-Fahrzeuge werden es so lange schwer haben wie Diesel-Kraftstoff billiger ist“, werden die Hersteller zitiert. „Es ist höchste Zeit, dass in Österreich die Steuerbegünstigung von Diesel abgeschafft wird. Die Mineralölsteuer wurde seit zehn Jahren nicht mehr erhöht. Und das ausgerechnet in Zeiten der sich verschärfenden Klimakrise“, sieht VCÖ-Experte Schwendinger Österreich Bundesregierung gefordert.

Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass das Potenzial Lkw-Fahrten von Diesel- auf E-Lkw zu verlagern sehr groß ist. 49 Prozent der Lkw-Fahrten in Österreich sind kürzer als 50 Kilometer, 64 Prozent kürzer als 150 Kilometer und 72 Prozent kürzer als 300 Kilometer. Noch größer ist das Potenzial bei den Fahrten der österreichischen Lkw. Sogar 70 Prozent der Fahrten, die von heimischen Lkw gemacht werden, sind kürzer als 50 Kilometer, 88 Prozent kürzer als 150 Kilometer.

Bereits heute sind Batterietechnologien am Markt, die Reichweiten von 200 bis 300 Kilometer schaffen. Die Reichweite der Batterien wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Wichtig ist der Ausbau der Lade-Infrastruktur bei den Frachtunternehmen sowie am Zielort. Auch entlang des Autobahn- und Schnellstraßennetzes ist die Lade-Infrastruktur entsprechend auszubauen, betont der VCÖ. Zudem ist im Lkw-Bereich auch Wasserstoff aus erneuerbarer Energie eine Alternative.

Aus Sicht des VCÖ ist im ersten Schritt in Städten und Ballungsräumen die Umstellung der Diesel-Lkw auf E-Lkw zu forcieren. „Gerade dort, wo viele Menschen wohnen, soll die Luftverschmutzung durch Dieselabgase beendet werden. Je rascher die Anzahl der Diesel-Fahrzeuge in den Städten sinkt, umso weniger gesundheitsschädliche Schadstoffe müssen die Menschen einatmen“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest. Der VCÖ fordert die Einführung emissionsfreier Lieferzonen, die sukzessive ausgedehnt werden sollen. In den großen Städten, wie Wien, Graz und Linz sollen die emissionsfreien Lieferzonen bereits im Jahr 2021 eingeführt werden.

VCÖ: Zwei Drittel aller Lkw-Transporte in Österreich unter 150 Kilometer – bei Österreichs Lkw sogar 88 Prozent (Länge der Lkw-Transporte in Österreich – in Klammer Distanzen der Lkw aus Österreich)

Unter 50 Kilometer: 49 Prozent (70 Prozent)

Unter 150 Kilometer: 64 Prozent (88 Prozent)

Unter 300 Kilometer: 72 Prozent (95 Prozent)

Unter 500 Kilometer: 79 Prozent (98 Prozent)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2020

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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